06. Mai 2021, 21:58 Uhr

Wieder Förderung für Streuobstwiesen

06. Mai 2021, 21:58 Uhr
Es gibt wieder Fördergeld für Streuobstwiesen, teilt die Untere Naturschutzbehörde beim Vogelsbergkreis mit. FOTO: PM

Streuobstwiesen prägen vielerorts noch immer das Landschaftsbild des Vogelsbergkreises. Dies soll so bleiben. Deshalb stellt das Regierungspräsidium dem Vogelsbergkreis wieder Fördermittel zur Verfügung, teilt die Untere Naturschutzbehörde mit. Mit dieser Unterstützung können die Lücken in bestehenden Streuobstbeständen und Obstbaumalleen gefüllt und die Neuanpflanzung von hochstämmigen Obst- und Nussbäumen im Außenbereich gefördert werden.

Für Allergiker oft verträglicher

Streuobstwiesen gehören nach Angaben der Unteren Naturschutzbehörde zu den artenreichsten Biotopen ganz Mitteleuropas und haben eine hohe Bedeutung für die heimische Biodiversität. Sie sind vom Menschen geschaffene Kulturlandschaften, in denen hochstämmige Bäume (Stammhöhe von mindestens 160 cm) unterschiedlichen Alters verstreut, also nicht in Reih und Glied, in der Landschaft stehen und aus unterschiedlichen Arten bestehen, wie Äpfel, Birnen, Kirschen, Mirabellen, Pflaumen, Speierlinge und Walnüsse. Oft handelt es sich bei diesen Arten um alte Obstsorten. Die sind nicht nur weniger anfällig für Krankheiten, Schädlinge und Klimaveränderungen, sondern sind auch für Allergiker meist verträglicher als neue Obstsorten. Streuobstwiesen sind nicht nur ein Lieferant für heimische Nahrung in Bioqualität. Sie entwickeln sich zudem zu einer Oase für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Das liegt daran, dass auf Düngung und Pestizide verzichtet wird, weil die Flächen nur ein- bis zweimal im Jahr gemäht werden und weil sie schonend und umweltverträglich bewirtschaftet werden durch eine Beweidung mit Schafen. Charakterarten auf der Streuobstwiese sind zum Beispiel Wendehals, Steinkauz, Gartenrotschwanz, Gartenbaumläufer und Grünspecht.

Die jetzt bereitgestellten Fördermittel können Eigentümer und Bewirtschafter von Streuobstbeständen, Obstbaumalleen sowie von Flächen, die für die Neuanlage einer Streuobstwiese geeignet sind, beantragen. Durch das Förderprogramm wird die Neuanpflanzung von hochstämmigen Obst- und Nussbäumen, wie Apfel-, Birnen-, Kirsch-, Zwetschgen-, Mirabellen-, Quitten-, Reneklode-, Speierling-, Walnuss-, Mispel-, Elsbeer- oder Esskastanienbäumen, möglichst heimische alte Sorten, im Außenbereich bezuschusst. Eine Förderung in Hausgärten innerhalb von bebauten Gebieten ist nicht möglich. Je gepflanztem Hochstamm erhält der Antragsteller einen maximalen Zuschuss in Höhe von 50 Euro. Pro Antragsteller werden mindestens 5 bis maximal 20 Hochstämme pro Jahr bezuschusst.

Formlose Anträge können ab sofort beim Kreisausschuss des Vogelsbergkreises, Amt für Bauen und Umwelt, Untere Naturschutzbehörde gestellt werden. Ansprechpartnerin ist Ann-Katrin Müller, ann- katrin.mueller@vogelsberg kreis.de. Die Förderrichtlinie finden Interessierte unter www.vogelsbergkreis.de unter der Rubrik Naturschutz/Projekte.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Allergiker
  • Biodiversität
  • Birnen
  • Kulturlandschaft
  • Mirabellen
  • Naturschutzbehörden
  • Quitten
  • Umweltverträglichkeit
  • Vogelsberg
  • Walnüsse
  • Zwetschgen
  • Vogelsbergkreis
  • Redaktion
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen