12. März 2021, 21:46 Uhr

Wenn der Gassigang tödlich endet

12. März 2021, 21:46 Uhr
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Aus der Redaktion
Rehkitze werden von ihrer Mutter im hohen Gras versteckt. Werden sie dann von einem Hund aufgestöbert, endet das oft tödlich. FOTO: BARBARA BAUSCH

Vogelsbergkreis (pm). Gassigänger nehmen in Kauf, »dass von ihren Hunden aufgestöbertes Jungwild verhungert«, das schreibt der Verein Tier- und Naturschutz Unterer Vogelsberg. Denn es reiche schon, wenn der Hund das Jungwild anstupst oder anleckt, dass sich das Muttertier abwendet. In Jahrtausenden der Evolution habe sich ein Verhalten für das Reh, den Hirsch und den Hasen als vorteilhaft erwiesen. Ihre Babies sind nämlich in den ersten Wochen geruchslos, um sich vor Fressfeinden zu schützen.

Reh-, Hirsch- und Hasenmütter verstecken ihre Jungen im Wald und in Wiesen vor Fressfeinden. Doch Hunde, die kreuz und quer durch diese Wiesen und durch das Dickicht laufen, stolpern immer wieder über die winzigen und hilflosen Tierbabys.

In einem Hund erwacht der Jagdtrieb, im anderen ein Mutterinstinkt, beides kann tödlich für das Wildjungtier enden. »Denn selbst wenn der Vierbeiner ein Kitz nur ableckt, ist es verloren«. Kitze und Junghasen haben, um von natürlichen Feinden nicht gefunden zu werden, in den ersten Wochen keinen eigenen Geruch. Leckt ein Hund sie ab, dann nehmen sie diesen Geruch an. Der Hundegeruch des Jungtieres wird das Muttertier veranlassen, ihr Junges im Stich zu lassen, das Kitz stirbt.

Deshalb raten der Verein sowie die Hegegemeinschaft Oberer Vogelsberg dazu, Hunde in der Brut- und Setzzeit von März bis Juni an der Leine zu lassen. Tipp: »Mit einer langen Schleppleine hat der Hund ausreichend Auslauf und Sie behalten die Kontrolle. Lassen Sie den Hund nicht in Wiesen oder in den Wald laufen, sondern halten Sie sich auf den Spazierwegen.«



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