02. September 2021, 21:26 Uhr

Von Offenbach nach Groß-Felda

02. September 2021, 21:26 Uhr
Nachdem die Pfarrstelle in Groß-Felda zwei Jahre lang vakant war, herrscht wieder Leben im Pfarrhaus in der Hauptstraße 35. Denn da ist Pfarrerin Nena Baumüller eingezogen. Am kommenden Sonntag findet ihre Ordination statt. FOTO: PM

Nachdem die Pfarrstelle in Groß-Felda zwei Jahre lang vakant war, herrscht seit 1. Juni wieder Leben im Pfarrhaus in der Hauptstraße 35. Denn da ist Pfarrerin Nena Baumüller eingezogen. Am kommenden Sonntag findet jetzt ihre Ordination statt.

Von Offenbach über Frankfurt, Marburg und Lich bis hin in den Vogelsbergkreis - genauer gesagt nach Groß-Felda. Die 31-jährige Nena Baumüller hat schon in einigen Städten gelebt, ist schon ein paarmal umgezogen. Angekommen ist sie nach ihrem Studium der Evangelischen Theologie und ihrem Vikariat jetzt im Vogelsberg, denn hier hat sie ihre erste Pfarrstelle angetreten.

Und »angekommen« fühlt sie sich, sagt Nena Baumüller, die nun zunächst für drei Jahre als »Pfarrerin im Probedienst« in Groß-Felda tätig ist. »Ich bin sehr glücklich hier. Die Menschen sind sehr aufmerksam und zugewandt. Mein Verlobter und ich wurden sehr gut aufgenommen.«

Eingesetzt ist sie mit ihrer Stelle als Teil des Gruppenpfarramts Vogelsberg (GPA). Das GPA ist seit mehr als 50 Jahren ein Modellprojekt der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN). Das heutige GPA Vogelsberg besteht aus 20 Dörfern, 18 Predigtorten, 17 Kirchen, 13 Kirchengemeinden und 5 Pfarrstellen. Es erstreckt sich von Groß-Felda bis nach Rainrod und von Ober-Breidenbach bis nach Hopfmannsfeld.

Nena Baumüller ist »froh, dass ihre erste Stelle hier im GPA ist«, sagt sie. »Das Gruppenpfarramt ist toll. Die Zusammenarbeit und vor allem der Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen machen mir großen Spaß. Alle sind sehr hilfsbereit. Wann immer ich eine Frage habe, mir wird jederzeit geholfen.«

Eine Sache, auf die sich Baumüller schon jetzt besonders freut: »Noch mehr zusammen machen im GPA«, denn: »Für mich sind solche Arbeitsgemeinschaften die Zukunft. Man teilt die Arbeit und die Dienste, denkt und plant aber gemeinsam. Man streitet sich auch mal, weil so viele unterschiedliche Charaktere und Meinungen aufeinandertreffen - aber genau das stärkt am Ende einzelne Personen und die gesamte Region«, ist sich Baumüller sicher. Zunächst stünde für sie aber jetzt erst einmal weiterhin das Ankommen und das Kennenlernen ihrer neuen Gemeinde auf dem Plan. »Ich möchte die Menschen hier treffen, die Abläufe und Traditionen kennenlernen und durch persönliche Gespräche erfahren, was sie hier brauchen und sich wünschen.«

Ungewöhnliche Gottesdienstorte

Im Fokus werde zudem die Arbeit mit den Konfirmandinnen und Konfirmanden stehen, sowie die Erwachsenenarbeit. »Ich habe große Lust darauf, etwas zusammen mit Erwachsenen zu machen«, verrät Nena Baumüller. »Ich denke dabei zum Beispiel an eine spezielle Themenreihe, damit Menschen vielleicht ein wenig die Scheu vor Kirche verlieren.«

Dazu gehöre laut Baumüller zum Beispiel auch das Finden von außergewöhnlichen Gottesdienstorten. »Ich liebe das, wenn Gottesdienste mal unvorhergesehen laufen - durch eine spezielle Frage an die Gemeinde, die Bitte, Gedanken aufzuschreiben oder eben einen außergewöhnlichen Ort, zum Beispiel im Garten oder in der Natur.« Dabei gehe es ihr nicht darum, alte Traditionen über den Haufen zu werfen. »Traditionen sind richtig und schön, aber die Vielfalt an Formen macht das Gemeindeleben noch mal neu und ganz besonders.«

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