01. November 2021, 08:00 Uhr

Vorbereitungen laufen

Vogelsberger werden im Mai 2022 durchgezählt

Wie viele Menschen leben im Vogelsbergkreis? Gibt es genügend Wohnraum? Um solche Fragen zu beantworten, findet im nächsten Jahr wieder eine Zählung statt, auf die sich der Kreis vorbereitet.
01. November 2021, 08:00 Uhr
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Aus der Redaktion
Im nächsten Jahr wird auch im Vogelsbergkreis ermittelt, wie viele Menschen dort wohnen. Dabei werden in erster Linie die Register geprüft, hinzu kommt eine Stichproben-Befragung. Die zuständige Stelle im Kreis wird von Dr. Frank Thiel (l.) geleitet, Stellvertreter ist Bernd Voigt. FOTO: PM

Zum Stichtag 15. Mai 2022 findet in Deutschland der nächste Zensus statt. Ebenso wie in ganz Deutschland wird auch im Vogelsbergkreis ermittelt, wie viele Menschen dort leben, wie sie wohnen und arbeiten. Die Kreisverwaltung weist darauf hin, das viele Entscheidungen in Bund, Ländern und Gemeinden auf Bevölkerungs- und Wohnungszahlen aus dieser Erhebung beruhen..

Um verlässliche Basisdaten für Planungen zu haben, ist eine regelmäßige Bestandsaufnahme der Bevölkerungszahl notwendig. Daher führen die Statistischen Ämter des Bundes und der Länder alle zehn Jahre einen solchen Zensus durch. Ursprünglich sollte dieser zehn Jahre nach dem Zensus 2011, also im Jahr 2021, stattfinden. Aufgrund der Corona-Pandemie wurde er um ein Jahr verschoben. Obwohl der Zensus auch als »große Volkszählung« bekannt ist, werden dafür nicht jede Einwohnerin und jeder Einwohner einzeln befragt.

Die Mehrheit der Bevölkerung muss keine Auskunft leisten, da in Deutschland ein sogenannter registergestützter Zensus durchgeführt wird. Die Bevölkerungsdaten stammen in erster Linie aus Verwaltungsregistern.

Bundesweit werden rund zehn Prozent der Bevölkerung in einem kurzen Interview durch Erhebungsbeauftragte befragt. Diese Stichprobenbefragung gilt als notwendig, um Ungenauigkeiten der Melderegister festzustellen. Zudem geht es um Daten, die nicht in den Registern vorliegen, wie zum Beispiel Angaben zu Bildung und Ausbildung oder zu Erwerbstätigkeit. Alle zur Befragung ausgewählten Personen sind zur Auskunft verpflichtet.

Zählung der Häuser und Wohnungen

Die Ergebnisse des Zensus sind die Grundlage dafür, wie viel Geld Städte und Gemeinden in Zukunft durch den Länder- und den kommunalen Finanzausgleich sowie durch EU-Fördermittel zugewiesen bekommen. Auch die Einteilung der Wahlkreise und die Stimmenverteilung im Bundesrat orientieren sich an der amtlichen - das heißt an der durch den Zensus ermittelten - Einwohnerzahl.

Sonderbereiche für den Zensus sind Wohnheime und Gemeinschaftsunterkünfte (zum Beispiel Alters- und Pflegeheime oder Kinder-/Jugendheime). An diesen Anschriften müssen Angaben für alle Bewohnerinnen und Bewohner eingeholt werden, da die Melderegister, beispielsweise aufgrund häufiger Umzüge, oft zu ungenau sind. Auskünfte für Gemeinschaftsunterkünfte werden von den Einrichtungsleitungen eingeholt, sodass Bewohnerinnen und Bewohner nicht selbst befragt werden.

Neben der Einwohnerzahl ermittelt der Zensus auch die Zahl der Wohnungen und Gebäude in Deutschland. Weil es dafür keine flächendeckenden Register gibt, werden die Eigentümer von Wohnungen oder Wohngebäuden postalisch durch das Hessische Statistische Landesamt angeschrieben und gebeten, über einen Online-Fragenbogen Angaben zur Größe, Heizungsart, Ausstattung und Kaltmiete ihrer Wohnung beziehungsweise ihres Wohngebäudes zu machen. Auf Wunsch kann dieser Fragebogen auch in Papierform angefordert werden.

Für die Vorbereitung und Durchführung des Zensus 2022 im Vogelsbergkreis ist eine Erhebungsstelle eingerichtet worden: Dr. Frank Thiel als Leiter der Erhebungsstelle und sein Stellvertreter Bernd Voigt haben vor wenigen Tagen ihre Arbeit aufgenommen. Sie kümmern sich um die Anwerbung, Betreuung, Schulung und Koordination von Interviewern, die als Erhebungsbeauftragte bezeichnet werden. Die Qualität der Erhebungen und der Datenschutz werden von der Erhebungsstelle fortlaufend geprüft.

Die Vogelsberger Erhebungsbeauftragten werden die Befragungen vor Ort durchführen. Sie befragen die in der Stichprobe ausgewählten Bürger, erfassen die dafür notwendigen Daten und übergeben die Zugangsdaten für die Online-Befragung.

Ausdrücklich weist der Kreis darauf hin, dass sie sich vor ihrem Einsatz auf die Wahrung des Statistikgeheimnisses verpflichten. Dazu gehört die Geheimhaltung der Erkenntnisse, die sie während und nach ihrer Tätigkeit gewonnen haben. Die Beauftragten können mit einem Interviewer-Ausweis in Verbindung mit dem Personalausweis die Rechtmäßigkeit ihrer Arbeit bestätigen.

Alle Daten werden ausschließlich anonymisiert ausgewertet, wie die Kreisverwaltung betont. Beim Zensus geht es nicht darum, etwas über die individuellen Lebensverhältnisse der Einwohner zu erfahren. Vielmehr bedeutet Statistik, dass Daten verallgemeinert, Summen gebildet und Durchschnitte berechnet werden - und gerade nicht der Einzelfall dargestellt wird.

Ziel und Zweck des Zensus ist es ausschließlich, eine verlässliche Datenbasis für weitere Planungen zu erhalten. Die Ergebnisse des anstehenden Zensus werden voraussichtlich ab Ende 2023 vorliegen.



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