31. Mai 2013, 15:28 Uhr

OVAG verbessert Schutz für Störche vor Stromschlag

Ulrichstein (au). Ein noch besserer Vogelschutz, ein Schutz, der sich an den neuesten Erkenntnisse orientiert, wurde nun an einer 20 kV-Leitung der OVAG zwischen der Trafo-Station Ulrichstein und Helpershain angebracht.
31. Mai 2013, 15:28 Uhr
In luftiger Höhe werden neue Abspanner angebracht. (Foto: au)

Schon in den vergangenen Jahren habe sich die OVAG intensiv, teils auf freiwilliger Basis, um dieses Thema gekümmert, da das Unternehmen sich in seinem Leitbild dem Naturschutz verpflichtet habe. Im August 2011, so berichtete Stefan Bauer von der Abteilung Planung Freileitungen bei der ovag Netz AG, habe der VDE (Verband der Elektrotechnik) eine neue Anwendungsregel für den Vogelschutz erlassen. »Daraufhin haben wir sofort eine Projektgruppe gebildet und bereits im November 2011 mit den ersten Umrüstungen begonnen.«

Umgerüstet wurden seitdem zunächst diejenigen Strommasten, die im EU-Vogelschutzgebiet in die Höhe ragen. Das betraf also hauptsächlich die Kabel im Vogelsberg mit seinen großen Schutzgebieten. Dies seien, grob gerechnet, immerhin ein Viertel aller Masten, welche auf der 20 kV-Ebene den Strom durch das OVAG-Gebiet leiten. In Zahlen ausgedrückt: Rund 1735 Masten mit einer gesamten Leitungslänge von gut
360 Kilometern. Stefan Bauer: »Gerade im Sommer ist die Ernte ein Problem für dieses Unterfangen weil wir zu dieser Zeit nicht mühelos an alle Masten heran kommen«. Allein für die Umstellung im Vogelschutzgebiet wendet die OVAG einen Betrag in Millionenhöhe auf.

Der hohe Personal- und Kostenaufwand begründet sich wie folgt: Die Monteure müssen die in Frage kommenden Masten zunächst begutachten, Pläne erstellen und die neuen Materialien zum Vogelschutz bestellen. »Wenn es dann richtig los geht«, erläutert Stefan Bauer die Vorgehensweise, »gilt es für die Monteure, jeden Mast anzufahren und je nach Bauart oben bis zu sechs neue Einrichtungen anzubringen. Das geht dann an einer Strecke kontinuierlich so weiter, Mast für Mast.«

In erster Linie dient der Schutz im Hohen Vogelsberg Vögeln wie dem Schwarzstorch, dem Bussard und Milan. »Also Vögel, die aufgrund ihrer großen Flügelspannweite Gefahr laufen, die beiden Isolatoren zu berühren und dabei einen Stromschlag zu bekommen. Für einen kleinen Piepmatz besteht in der Regel keine Gefahr auf einem Strommast«. Die neuen Vorrichtungen, welche die OVAG jetzt anbringt, haben allesamt sowohl die Netzbetreiber wie auch die Naturschützer als wirksam eingestuft. So werden beispielsweise an Abspannmasten Isolatoren mit einer Länge von mindestens 60 Zentimeter eingesetzt, Büschelabweiser oder Abdeckhauben angebracht.

Für die Strecke zwischen Ulrichstein wurden 25 Vogelschutzhauben, 33 Meter Kunststoffummanteltes Freileitungsseil, 107 Hängeketten und diverse Abweiser montiert. Die Kosten der Maßnahme bezifferte Bauer mit rund 26000 Euro.

Die Maßnahme insgesamt könne man als einen Meilenstein für den Schutz von Großvögeln bezeichnen und setze auch im europäischen Vergleich Maßstäbe. Dieser Erfolg für die Vogelwelt sei nur durch die intensive Zusammenarbeit mit Naturschützern, Netzbetreibern und Behörden erreicht worden.



0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos