Ulrichstein

Faszinierende Stimmung mit BrassON

Ulrichstein-Helpershain (jul). Eine musikalische Zeitreise vom Feinsten gestaltete nun BrassON in der Kirche von Helpershain. Der oberhessische Auswahl-Bläserchor überzeugte mit Filmsongs und Klassik-Stücken gleichermaßen. Es wurde ein wunderbarer Abend.
26. Mai 2011, 18:45 Uhr
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BrassON begeisterte mit, von links: Jan Leipe, Thilo Schulz, Carolin Modersohn, Dirk Weber, Tobias Gisse, Landesposaunenwart Albert Wanner, Christian Troitsch, Sebastian Meisinger, Christoph Weber, Heinz Sodtke, Heiko Langsdorf. (Foto: jul)

Ulrichstein-Helpershain (jul). Auf eine musikalische Zeitreise vom Feinsten entführte das Blechbläserensemble »Brass ON« seine Zuhörer, die sich Sonntag Abend in der evangelischen Kirche zu Helpershain eingefunden hatten. Ob Klassik, Pop oder Rock- das Ensemble überzeugte in seinem Konzert mit Stücken aus verschiedenen Musikgeneres und bot den Zuhörern einen »bunten sommerlichen Strauß von Musik«, so Albert Wanner, Chorleiter und Landesposaunenwart für Oberhessen und Nord- Nassau. Aus dem englischen übersetzt bedeutet brass Blechbläser, ON steht für die Initialen Oberhessen und Nassau. Die Musiker kommen aus verschiedenen Posaunenchören der beiden Probsteien und treffen sich zu gemeinsamen Proben in der Gemeinde Kirch- Göns in der Nähe von Butzbach.

Gleich mit dem ersten Lied »Psalm XIX« von Benedetto Macello verbreitete sich eine faszinierende Stimmung im Kirchenschiff. Die Klänge der verschiedenen Blasinstrumente kamen im gewölbten Altarbereich voll zur Geltung. Vor jedem gespielten Lied informierte Albert Wanner das Publikum auf humorvolle Weise über Komponist, Thema und andere Begebenheiten des jeweiligen Stückes. Dabei erzählte er so manch lustige Anekdote, über die sich die Zuhörer amüsierten.

Mit »Lawrence of Arabia« von Maurice Jarre, dessen Musik unter anderem auch im Film Dr. Shiwago zu hören ist, tauchte das Ensemble in die Welt der Filmmusik ein. Es folgte das Stück »Canzona Quarta« vom 1557 in Venedig geborenen italienischen Komponisten Giovanni Gabrieli. Einen Zeitsprung in die 70iger Jahre machte das Ensemble mit dem Titel »Dancing Queen« der schwedischen Popgruppe Abba, die das Lied 1976 zu Ehren der zukünftigen Königin Silvia von Schweden im Fernsehen uraufführten. Vom großen Komponisten Johann Sebastian Bach, der laut Albert Wanner »eigentlich nicht Bach, sondern Meer heißen müsste, da Bach zu gering ist«, wurde das Stück Präludium und Fuge gespielt. Mit »Hey Jude« von John Lennon und Paul McCartney folgte ein Sprung in die 60iger Jahre. McCartney schrieb das Lied für John Lennons kleinen Sohn Julian (Spitzname Jules, abgewandelt Jude), der sehr unter der Trennung seiner Eltern litt.

In einer kurzen Pause hatte das Publikum Gelegenheit, die CD des Ensembles zu erwerben, »denn Weihnachten ist ja auch nicht mehr weit, schließlich stehen schon im August die Nikoläuse in den Regalen«, so Albert Wanner augenzwinkernd. Sonnenschein und warme Temperaturen luden hingegen zu einem kurzen Plausch vor der Kirche ein. Nach der Pause ging es in die Weiten des Universums mit der Titelmelodie »Star Wars« von John Williams, der auch die Filmmusik zum »Weißen Hai« und dem Dinosaurier- Horrorfilm »Jurasic Park« geschrieben hat. Musik sei eine effektive Art, Gefühle und vor allem Gefahr darzustellen. »Drehen sie mal bei einem Horrofilm die Musik ab, es ist kein bisschen gruselig«, so Albert Wanner.

Im Kontrast dazu wirkte das romantische Stück »Cantus Missae« vom Komponisten Josef Gabriel Rheinberger. Beim dem bekannten Lied »Pink Panther« wippte so mancher Fuß im Publikum mit. Dieses Stück wurde einmal mit den tiefen Instrumenten und einmal mit allen Posaunen, Tuben, Trompeten und dem Schlagzeug zusammen gespielt.

Die beiden letzten Stücke des Programms waren »Leningrad« von Billy Joel und das lustige »Am Sonntag will mein Süßer« von Anton Profes. Nach einem ausgiebigen Applaus des begeisterten Publikums folgten als Zugaben die Titelmelodie von »Tatort« und das Lied »Tequila«. Im Schein der Abendsonne verließen die zufriedenen Konzertbesucher die Kirche und begaben sich, vielleicht mit dem ein oder anderen Lied im Ohr, auf den Heimweg. Das Konzert war völlig kostenfrei, das Ensemble freute sich jedoch über eine kleine Spende.

Zum Ensemble gehören die Trompeter Heiko Langsdorf, Jan Leipe, Sebastian Meisinger, Dirk Weber, die Posaunisten Carolin Modersohn, Thilo Schulz, Heinz Sodtke, Christian Troitsch und Christoph Weber, Tobias Gisse (Tuba und Schlagzeug) sowie Chorleiter Albert Wanner (Tuba).

Artikel: https://www.giessener-allgemeine.de/regional/vogelsbergkreis/ulrichstein/art590,59429

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