22. September 2009, 18:22 Uhr

Gesang im Fackelschein und Erinnern an Mullstaa

Ulrichstein (sf). Einen schönen lauschigen Abend verbrachten viele Besucher mit dem Verein zur Erhaltung der Burgruine beim Lichterfest mit großem Programm zu feiern.
22. September 2009, 18:22 Uhr
Der »ehrwürdige Vater« Hofmann und »edle Herr« Horst boten die Chronik dar.

Ulrichstein (sf). Einen schönen lauschigen Abend verbrachten viele Besucher mit dem Verein zur Erhaltung der Burgruine beim Lichterfest mit großem Programm zu feiern. Ein Höhepunkt war der Auftritt des Projektchors als Mönche und Nonnen mit Fackeln gegen Mitternacht. Die Gäste konnten sich den ganzen Abend am Gesang, an der Musik und am Tanz erfreuen. Gelauscht wurde dann bei den Sagen und Legenden, die sich um den Schlossberg, um Ulrichstein und den Vogelsberg ranken. Hofmann als »ehrwürdiger Vater« und Bürgermeister Horst als »edler Ritter« boten ein unterhaltsames Zwiegespräch über längst vergangene Zeiten in alter Ausdrucksweise.

Zur Programmgestaltung trugen die Chorgemeinschaft und der Landfrauenchor unter der Leitung von Werner Betz, die Evangelischen Posaunenchöre Ulrichstein und Laubach unter Leitung von Ullrich Leidner, der Männergesangverein Bobenhausen mit Dirigent Otto Peter und drei Gruppen der Abteilung Jazz-Dance der Chattia Ulrichstein sowie der Projektchor Ulrichstein unter Leitung von Katja Münch bei.

Vorsitzender Manfred Hofmann begrüßte auf dem Hausberg die vielen Gäste und Mitwirkenden. Musikalisch eröffnete der Posaunenchor mit dem »Trumpet Voluntary« und drei weiteren Stücken. Heimatverbunden waren die ersten Lieder von der Chorgemeinschaft und am Ende sangen sie »Klinge Lied lange nach«. Mit zwei Auftritten und vier Liedern bereicherte der Männergesangverein Bobenhausen das Fest. In drei Generationen tanzten die jungen Damen der Chattia und alle brillierten bei ihrem Auftritt. Mit zwei Beiträgen bereicherte der Chor der Landfrauen das Lichterfest auf Ulrichsteins Hausberg.

Zwischen den musischen und tänzerischen Einlagen gaben der ehrwürdige Vater und der edle Herr spielerische Szenen. Auf dem Burghof traf der edle Herr, der ein unheimliches Geräusch hörte auf den ehrwürdigen Vater. »Ihr lasst euch irre machen durch das Leutgeschwätz. Wo bleibt euer Gottvertrauen, edler Herr« meinte der ehrwürdige Vater. Aber der Ritter hatte Angst vor »Nebelgespinsten« und »wütenden Hunden«, die ihn überfallen könnten. Dann verzogen sich die Herren in die warme Studierstube bei gutem Bier und unterhielten sich über die Hessische Chronik Dillichs von 1608. Im Muhlsteiner Schloss soll es spuken, dort soll es eine weiße Frau geben, deren Gewimmer immer noch zu hören sei. Sie sprachen darüber, wie die Burg Mullstaa entstanden ist: Der arme Hirtenjunge Ulrich Mull errettete eine Schlange und zum Lohn für seine Tierliebe wurde er mit Reichtümern gesegnet. Er ließ auf dem Berg eine Burg bauen, die Mullstaa genannt wurde. Eine andere Geschichte ist die vom Ziegenhirten Ulrich Mull, der am dicken Stein einer Zauberschlange begegnete, die ihn mit Haaren aus reinem Gold bschenkte. Aus den Reichtümern des Goldhaares erbaute Ulrich Mull Häuser, Ställe und Scheunen von Mullstaa. Vom Taufstein und dem Heiligen Bonifatius war zu hören bei der Unterhaltung.

Vielleicht als Gegenmittel gegen Gespenster kamen gegen Mitternacht von der Burgspitze die Mönche und Nonnen (Projektchor) mit Fackeln in der Hand und sangen »Laudate Domino« und »Cantate Domino«. Das Ambiente auf dem Schlossberg war ein ganz besonderes, die aberhundert kleinen Kerzen in gelben und blauen Gläsern waren überall auf dem Burghof auf den dicken Mauerresten verteilt. Mit den Fackeln gab es so eine schöne Atmosphäre. Als Gast und Zuschauer fühlte man sich schon in die Zeit der Raubritter zurückversetzt. Die angenehmen Temperaturen und die wundervolle Beleuchtung luden noch Stunden zum Verweilen ein.



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