03. Februar 2009, 19:14 Uhr

18 Konfessionen prägen das tägliche Miteinander

Ulrichstein-Bobenhausen (sf). Die Frauenhilfe lädt sich auch gerne einmal Gäste ein. So war dieser Tage Pfarrer Kurt Johann aus Gedern zu Gast, der über seine Eindrücke und Erfahrungen aus dem Libanon berichtete.
03. Februar 2009, 19:14 Uhr
In einem mit Bildern unterlegten Vortrag brachte Pfarrer Kurt Johann aus Gedern den Mitgliedern den Frauenhilfe den Staat Libanon und seine wechselvolle Geschichte näher. »Im Libanon prallen Orient und Okzident, Christentum, Islam, westliche Moderne und Naher Osten aufeinander, und alle versuchen miteinander zu leben«, charakterisierte der Referent die Situation. (Foto: sf)

Ulrichstein-Bobenhausen (sf). Die Frauenhilfe lädt sich auch gerne einmal Gäste ein. So war dieser Tage Pfarrer Kurt Johann aus Gedern zu Gast, der über seine Eindrücke und Erfahrungen aus dem Libanon berichtete. Pfarrer Matthias Bubel begrüßte ihn und hielt eine kurze Andacht. Aktuell lebten die Menschen in einer Zeit der Vereinzelung, sagte Bubel, abe der mensch habe von Gott den Auftrag, den Kopf zu heben, aufeinander aufzupassen und achtsam miteinander umzugehen. »Den meisten Menschen in unserer Region«, so Pfarrer Bubel, »ist der Libanon nur aus den Nachrichten bekannt, von den ständigen Anschlägen und dem Krieg.« Die Landeskirche betreue ein Kirchenprogramm, in dem deutsche Pfarrer drei Monate lan in den Libanon gesandt werden, um den Dialog mit dem Islam und den Christen in den arabischen Ländern zu suchen, so Pfarrer Johann bei seiner kurzen Einführung. In diesen drei Monaten belegten die Pfarrer ein so genanntes »Nest«-Studium, um der Vielfalt des Landes und dem Auftrag der Kirche gerecht zu werden. Kurt Johann hielt einen sehr interessant gestalteten Vortrag, den er mit Bildern aus dem Libanon unterlegte. Er ließ die Zuhörer damit an der schönen und abwechslungsreichen Landschaft sowie an Traditionen, wirtschaftlichen Gegebenheiten und der Vielfältigkeit der Religionen teilhaben.

Pfarrer Johann umschrieb den Libanon mit folgenden Worten: »Im Libanon prallen Orient und Okzident, Christentum, Islam, westliche Moderne und Naher Osten aufeinander, und alle versuchen miteinander zu leben.« Der Libanon liege eingebettet zwischen Israel und Syrien, man nenne ihn deshalb auch einen Sandwich-Staat. Die Fläche des Libanon sei halb so groß wie Hessen und dort lebten 3,5 Millionen Einwohner, zudem lebten 1,5 Millionen Libanesen im Ausland. Johann geriet ins Schwärmen von dem schönen Land, in dem die Kulturen auch immer wieder aufeinander prallten. Der Libanon sei ein von Religionen geprägter Staat, denn dort gebe es 18 verschiedene Konfessionen, die nebeneinander lebten. Man müsse Teil einer religiösen Verbindung sein, sonst greife nicht mal eine Krankenversicherung. In Beirut würden allerdings auch Reich und Arm kontrastreich aufeinander treffen. Bereits durch die Kreuzfahrer sei der Libanon schon stark in Mitleidenschaft gezogen worden und aus dieser Zeit gebt es noch Bauwerke, die stets an diese Zeit gemahnten. Auch Christen, die in anderen arabischen Ländern verfolgt würden, hätten im Libanon eine neue Heimat gefunden. In diesem land der Gegensätze könne man zudem innerhalb einer Stunde Autofahrzeit nach dem Baden im Mittelmeer schon auf einem hohen Berg Ski fahren.



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