07. April 2016, 17:23 Uhr

Auszeichnung für einen ganz besonderen Acker

Ulrichstein (au). Der Acker im Vogelsberggarten ist einer von 112 Äckern, der jetzt für seine Vielfalt von der deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) ausgezeichnet wurde. Das Projekt zum Schutz der stark gefährdeten Ackerwildkrautflora lag in den Händen von Dr. Stefan Meyer und Prof. Dr. Christoph Leuschner (Universität Göttingen).
07. April 2016, 17:23 Uhr
Bürgermeister Edwin Schneider und die ehemalige Geschäftsführerin des Vogelsberggartens, Susanne Jost, freuen sich über die bundesweite Auszeichnung. (Foto: au)

Die 112 Schutzäcker verteilen sich mit einer Gesamtfläche von rund 478 Hektar auf alle Flächenstaaten Deutschlands und umfassen ein breites Standortspektrum mit teilweise vom Aussterben bedrohten Segetalarten. Die sogenannten Segetalarten werden auch als »Ackerunkrautgesellschaft« bezeichnet. Bürgermeister Edwin Schneider, auch Vorsitzender des Vereins der Freunde und Förderer des Vogelsberggartens, zeigt sich stolz auf die jetzt verliehene Urkunde für dieses kleine Stücken Erde auf dem Schlossberg in Ulrichstein. Im Rahmen einer kleinen Feierstunde im Landgasthof Groh dankte er der ehemaligen Geschäftsführerin des Gartens, Susanne Jost für ihre Mitarbeit am Entstehen eines Buches und überreichte ihr ein Exemplar sowie ein Blumenpräsent.

Das Besondere am Acker des Vogelsberggartens ist seine Größe mit nur 1300 Quadratmetern. Aber auch auf winzigem Raum lassen sich typische Ackerwildkräuter der Region wie etwa die Roggen-Trespe (Bromus secalinus) oder das Ackerlöwenmaul (Misopates orontium) erhalten. Die Handarbeit und die extensive Bewirtschaftung ohne Kunstdünger sowie der Wechsel von Kartoffeln und verschiedenen Kulturarten wie Roggen, Schwarzer Emmer, Flachs und anderen kommt den alten bäuerlichen Wirtschaftsverfahren sehr nahe und bringt den gewünschten Artenreichtum. Die Ernte werde von den Mitgliedern des Vereins der Freunde und Förderer des Vogelsberggartens genutzt. Und durch ein Einbeziehen von Schülerin in die jahreszeitlichen Arbeiten werde eine frühe Bildung im Umweltbereich bei den Schülern der nahen Schlossbergschule erreicht. Nur durch die gute Zusammenarbeit von Verein und Naturpark kann die Kontinuität der Bewirtschaftung langfristig gesichert werden. »Karl-Heinz Scheich, ehemaliger Bewirtschafter, hat sich mit Ernst Happel, dem Gründer des Vogelsberggartens, über jedes neue sogenannte Unkraut gefreut«, war von Susanne Jost, der ehemaligen Geschäftsführerin des Vogelsberggartens zu hören. Timo Stein, der jetzige Pate des Ackers, setzt dort sogar seine Pferde für die Bodenbearbeitung ein. Das Buch mit dem Titel »100 Äcker für die Vielfalt« ist unter ISBN 978-3-86395-148-9 beim Universitätsverlag Göttingen zu erhalten.

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