23. August 2021, 21:51 Uhr

Ulrichstein erwartungsgemäß vorn

23. August 2021, 21:51 Uhr
Siegerehrung Stadtradeln: Bürgermeister Edwin Schneider (l.) mit Vertretern der siegreichen Ortsteile und anderen Gruppen.

Seit 2003 hat Hessens Bergstädtchen Ulrichstein einen Stadtbrunnen auf dem großen Rathausvorplatz. Den Stadtbrunnen bezeichnete der damalige Bürgermeister Erwin Horst stolz als »Bürgerprojekt«. Für die alljährliche Ausrichtung des Jakobimarktes war man gezwungen, den Platz selbst nicht mit Grünflächen und auch nicht mit einem großen Brunnen auszugestalten.

So entstand der bescheidene Brunnen am Eingang des Rathauses. Dies konnte nur durch Spenden und Eigenleistungen verwirklicht werden, die Stadtverordneten hatten das Projekt aus finanziellen Gründen abgelehnt. In den folgenden fünf Jahren gab es alljährlich ein »Brunnenfest«, das allerdings ab 2009 einschlief.

Immer mehr radeln mit

Die Jugendgruppe Ulrichstein hat das Fest nun am Samstag wieder aufleben las-sen. Es war bereits vor zwei Jahren geplant, wurde aber wegen Terminüberschneidungen abgesagt. Im vergangenen Jahr konnte das Fest wegen Corona nicht stattfinden.

»Auch heute ist Corona leider immer noch akut, die Zahlen steigen wieder, die vierte Welle ist im Anmarsch. Im Vogelsbergkreis liegt der Inzidenzwert jedoch noch so niedrig, dass das Brunnenfest einigermaßen unbeschwert gefeiert werden kann«, so Bürgermeister Edwin Schneider am Samstagnachmittag. Dank sagte er der Jugendgruppe, dass sie das Fest wieder zum Leben erweckt hat.

Zum Brunnenfest fand die Siegerehrung des »Stadtradeln« statt. »Im vergangenen Jahr waren wir mit unserer Teilnahme noch alleine im Vogelsberg. Inzwischen erfreut sich das Stadtradeln immer größerer Beliebtheit«, so Schneider. Bei der Aktion geht es darum, 21 Tage lang möglichst viele Alltagswege klimafreundlich mit dem Fahrrad zurückzulegen. Die Ergebnisse werden nach Einwohnergrößenklassen der teilnehmenden Kommunen und nach Bundesländern gelistet. Im vergangenen Jahr, bei der erstmaligen Teilnahme, hatten 45 Ulrichsteiner rund 11 000 Kilometer zurückgelegt.

Da das beliebte Sternwandertreffen wegen Covid-19 bereits zweimal ausfallen muss-te, hatte Schneider die Idee, das Stadtradeln als Wettbewerb zwischen den neun Orten zu veranstalten und die Wertungen wie beim Sternwandertreffen durchzuführen.

Als Anreiz spendierte Schneider für jede Kategorie 30 Liter Bier als Siegprämie. »Dieser Wettbewerb hat dazu beigetragen, dass wir in diesem Jahr 113 Teilnehmer hatten, die rund 24 000 Kilometer mit dem Fahrrad, elektrisch oder auch ohne Unterstützung, gefahren sind.«

In Hessen nimmt Ulrichstein damit unter den Kommunen bis 10 000 Einwohner einen sehr guten neunten Platz ein. Bei den geradelten Kilometern pro Einwohner befindet sich Ulrichstein derzeit auf dem Siegertreppchen. Mit 7,9 Kilometer/Einwohner belegt man den zweiten Platz.

Bei der Siegerehrung wurden zunächst die fünf jüngsten Teilnehmer Marc-Andres Hors, Flynn Emrich, Juliana Rahn, Lena Marie Etling und Alexandra Horst ausgezeichnet. Als Preis erhielten alle eine Zehnerkarte für das Naturbadebiotop. Für den ältesten Teilnehmer Manfred Feineis und die älteste Teilnehmerin Christel Momberger gab es je einen Rotwein mit individuellem Etikett.

Bier und Tickets fürs Baldebiotop

Bei den meistgefahrenen Kilometern landeten bei den Frauen Bianca Keller/552, Sonja Hartmann/474 und Michaela Frank/376 auf dem Treppchen. Bei den Männern waren es Horst Frank/1.207, Torsten Kel-ler/1.188 und Markus Horst/1036. Bei der Vereins- und Stadtteilwertung bedauerte Bürgermeister Schneider, dass Feldkrücken, Rebgeshain und Wohnfeld nicht am Stadtradeln teilgenommen hatten.

Beim Ort mit den meisten gefahrenen Kilometern siegte Ulrichstein mit 38 Teilnehmern und 419 km. Wie auch bei der Stadtteilwertung gab es dafür einen Gutschein für Bier. Auf den weiteren Plätzen folgten: Unter-Seibertenrod, Kölzenhain, Ober-Seibertenrod, Bobenhausen, und Helpershain. Die Stadtteilwertung sicherte sich Kölzenhain. Hier gab es sechs Teilnehmer. Dies bedeutete 27,8 km pro Einwohner. Mit 23,33 km/Einwohner folgte Unter-Seibertenrod, dann Ober-Seibertenrod.

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