14. Februar 2021, 16:11 Uhr

»Trauma überwinden«

14. Februar 2021, 16:11 Uhr

Junge Familien, die in kleinen Orten ein Haus bauen, Familie gründen und sich ganz bewusst für den Vogelsberg entscheiden, sind Wunsch und Ziel etlicher politischer Diskussionen. Vor Ort in Groß-Felda hat sich kürzlich Timo Wagner von der Bürgerliste mit Familie Seim unterhalten. Die Beweggründe für Carolin und Tim Seim, ein Haus zu bauen, liegen für das Paar auf der Hand.

Die beiden wohnen in der Nähe der Eltern, Geschwister und Freunde. Sie lieben die Ruhe, Natur und dennoch gut erhaltene Infrastruktur vor Ort. Die junge Familie baute vor zwei Jahren und konnte auf einen Bauplatz der Familie zurückgreifen.

Aus Sicht Timo Wagners werden die Bauplätze langsam aber sicher rar. »Gerade in Groß-Felda haben wir aktuell keine Bauplätze mehr für junge Familien.« Wagner nimmt Bezug auf die Moro-Studie (Modellvorhaben Regionalstrategie Daseinsvorsorge), welche 2014 im Vogelsberg durchgeführt wurde.

Darin wurde Feldatal in einer Typisierung von Ortsteilen im Vergleich als Typ B eingestuft, als Ort, der weiterhin gestärkt werden solle. Weiter hatte Wagner in Zusammenarbeit mit der Verwaltung eine Aufstellung der aktuellen Bauplätze aufgeführt. Danach standen 15 Bauplätze im Gemeindegebiet zur Verfügung und schon zu dieser Zeit einer im Hauptort Groß-Felda. Der wurde im letzten Jahr bebaut, genauso wie ein weiterer Bauplatz in direkter Nachbarschaft am »Alten Weg«, welcher aus privater Hand verkauft wurde.

Mancher saniert, mancher will bauen

In der Diskussion des Bauausschusses sei man wegen Kosten einer doppelten Kanalführung und zu hohen Investitionen eines Neubaugebiets Sommerberg zurückgeschreckt. Zumal es laut Einschätzung des Ortsbeirats wichtiger sei, Baulücken im Ort zur schließen und »Gammelbauten« zu beseitigen. So kam der Ausschuss zur Empfehlung, die Fläche »südlicher Sommerberg« nicht als Baugebiet vorzusehen. »Aus meiner Sicht müssen wir zweigleisig fahren, in Richtung Bauplätze und Sanierung von alten Gebäuden,« so Wagner.

So beschloss auch die Gemeindevertretung, den Tagesordnungspunkt mit den Zielsetzungen Neubaugebiete/Alternativ-Flächen sowie Ortskern-Erhaltung zurück in den Bauausschuss zu verweisen.

Dort sei seither nichts mehr zu diesem Thema beraten worden. Es gebe aber keine Eile oder einen massiven Bauboom. Jedoch dauere die Umsetzung eines Baugebiets mit allen Schritten durchaus zwei Jahre und länger.

»Die Feldataler haben ein Bauplatz-Trauma erlitten, aus dem es Zeit wird, wach zu werden,« so Wagner. Er spielt damit auf die zehn ausgewiesenen Bauplätze im Ortsteil Zeilbach an, welche immer wieder Thema waren. Dort tat sich 20 Jahre nichts, jedoch wurden in jüngerer Vergangenheit einige Grundstücke verkauft, sodass aktuell noch vier verfügbar sind.

Abschließend tauschten sich Timo Wagner mit Carolin und Tim Seim übers Bauen aus. Wagner selbst saniert seit einem Jahr ein Wohnhaus im Ortskern Groß-Feldas. »Es gibt eben junge Familien, die wollen ein altes Haus renovieren und auf der anderen Seite Familien, die wollen neu bauen«.

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