17. Juni 2021, 21:31 Uhr

Sprudelnde Frische auf Marktplatz

Alsfelds »gute Stube«, der historische Marktplatz, wird zum Sommererlebnis mit dem ersten Wassersprudler des Vogelsbergs. 16 Fontänen kann die Anlage erzeugen, die tagsüber angeschaltet wird. Die Ausbauarbeiten werden in der Obergasse fortgesetzt.
17. Juni 2021, 21:31 Uhr
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Von Joachim Legatis
Die neuen Wassersprudler auf dem Marktplatz Alsfeld sind ein Hingucker, die Bürger äußern sich begeistert über die neue Attraktion. FOTO: JOL

Als erste waren die Kinder begeistert, mit leuchtenden Augen flitzten sie durch die niedrigen Wasserfontänen. Doch auch die erwachsenen Passanten freuten sich sichtlich über die neue Attraktion auf dem Alsfelder Marktplatz, die Wassersprudler. Mal sind die Fontänen wenige Zentimeter hoch, mal schaffen sie einen Meter. Das belebt den großen Platz mit dem charakteristischen Basaltpflaster und dem historischen Rathaus als Wahrzeichen. In dieser Woche startete Bürgermeister Stephan Paule die Wasserspiele offiziell, sie sollen täglich von 9.30 bis 22 Uhr laufen.

»Die Anlage ist so konzipiert, dass wechselnde Muster erzeugt werden, das wird also nicht langweilig«, erläutert Tobias Diehl, Leiter des Fachbereichs Bau. Bürgermeister Paule freute sich, dass er viele »begeisterte Stimmen aus der Bürgerschaft« erhalten hat. Mehrfach wurde er bereits gefragt, wann die Anlage endlich in Betrieb geht. Das sich ständig verändernde Wasserspiel auf dem historischen Marktplatz ist ein wichtiger Baustein zur Attraktivierung der Altstadt. Für bald wieder regelmäßiger stattfindende Veranstaltungen sind weitere Betriebszeiten in Vorbereitung. Das Wasserspiel kann verschiedenfarbig beleuchtet werden und ist auch mit Lkw überfahrbar. Dadurch nimmt es bei Festen und Märkten keinen Schaden.

Barrierefrei

Paule berichtete weiter, dass die Kosten für das Wasserspiel von rund 360 000 Euro mit rund 70 Prozent der Ausgaben über das Programm »Lebendige Zentren« im Rahmen der Altstadtsanierung gefördert werden. Bei der Präsentation des Wasserspiels erinnerte er an die jahrelangen Vorarbeiten. So ist die Stadt 2017 in das Programm städtebaulicher Denkmalschutz aufgenommen worden. In Bürgerforen wurden Ideen zur Verbesserung der Infrastruktur diskutiert, darunter immer wieder die Wasserspiele. Am Ende stand eine deutliche Mehrheit in Bürgerschaft und im Stadtparlament für die Investition.

Paule erinnerte daran, das die Grundsanierung des zentralen Altstadtbereichs unbedingt notwendig war. Dabei ging es vor allem um den Austausch alter Leitungen für Strom, Wasser und Abwasser. Zudem ist die oft kritisierte Buckelfläche inzwischen teilweise barrierefrei. Am Rand des Marktplatzes ist ein Streifen mit Natursteinen so gepflastert, dass eine sehr ebene Fläche entstanden ist, die Menschen mit Gehbehinderung oder im Rollstuhl die Passage erleichtert.

Barrierefreiheit ist ein wichtiges Ziel der Maßnahme. Der Umbau startete Mitte 2019 im unteren Platzbereich, dann machten sich die Arbeiter an den Abschnitt vor der Rittergasse, wie Tobias Diehl zusammenfasste. Die Arbeiten gehen abschnittsweise voran, so im zweiten Bauabschnitt von der Rittergasse zum gegenüberliegenden Rathaus. Inzwischen sind die Pflasterarbeiten auf dem Marktplatz abgeschlossen, Im Bereich zwischen Rathaus und der Walpurgiskirche sind die Arbeiter noch bis zum Wochenende beschäftigt.

Die meisten Tätigkeiten betreffen den Untergrund. So werden Strom-, Wasser- und Abwasserleitungen erneuert. Dabei ist immer ein Experte für Archäologie eingebunden. Vor dem Eiscafé Piazza fand man Fundamente eines Steinhauses, das bis etwa 1510 bestand. Schwierigkeiten bereiteten zwei alte Öltanks im Untergrund, wie Diehl sagte.

Für die nächsten Monate sind die zwei letzten Bauabschnitte vorgesehen. Zunächst wechselt die Baustelle in die Obergasse, sagt Diehl. Dabei wird darauf geachtet, dass die Einzelhandel und Gastronomie stets zugänglich bleiben.

Zuletzt ist der Bereich am Schwälmer Brunnen dran. Die Brunnentechnik wird erneuert. Statt des bisherigen Betonpflasters werden die abgeflachten Natursteine eingebaut, die auch am Rand des Marktplatzes zu finden sind.

Die Gesamtkosten für alle Bauarbeiten werden auf rund drei Millionen Euro geschätzt.



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