04. Januar 2021, 21:48 Uhr

Sonnenstrom boomt mächtig

04. Januar 2021, 21:48 Uhr
Im vergangenen Jahr hat die Nachfrage nach Fotovoltaikanlagen gewaltig angezogen. Die ovag Netz stockt deshalb ihr Personal auf, um die Nachfragen bewältigen zu können. FOTO: PM

Auf einen erfreulichen Boom in Sachen erneuerbarer Energien blickt Peter Hög, Geschäftsführer der ovag Netz GmbH. »Mehr als 900 Anmeldungen von neuen Fotovoltaik-Anlagen (PV) hatten wir bereits bis vergangenen Oktober. Das ist eine Verdoppelung im Vergleich zu den vergangenen Jahren.« Der sprunghafte Aufschwung hat jedoch zwischenzeitlich lange Bearbeitungszeiten verursacht. »Deshalb haben wir die für Netzanschluss- und Zähleranmeldungen zuständigen Abteilungen personell aufgestockt.«

Warum sich die Bearbeitungsdauer verlängert hat? »In erster Linie wegen des sprunghaften Anstiegs von Anfragen«, erläutert Thorsten Piee, Prokurist und Abteilungsleiter, zuständig für den Bereich Planung und Projektierung. Beispielsweise gingen 2017 und 2018 jeweils rund 500 Anträge ein. 2020 waren es bis zum Jahresende das Doppelte. »Im Bereich der Stromspeicher gibt es ähnliche Steigerungsraten. 2016 lagen wir bei zirka 170 Eingaben, Ende 2020 sind wir bei 400 gelandet.«

Was die Bearbeitung der Anträge nicht gerade erleichtert, das sind die umfangreichen und teilweise komplexen Bestimmungen bei der Technik wie auch beim EEG-Gesetz, um solche Anlagen genehmigen zu können. »Zudem ändert sich die Technik rapide, es gibt immer mehr Produkte und Ideen im Rahmen der vorgegebenen Energiewende«, so Hög. Thorsten Piee ergänzt: »Durch den Zubau von erneuerbaren Energien, Ladesäulen, Wärmepumpen, Speicher, Kunden-Bezugsanschlüssen und dergleichen werden die Stromnetze immer höher und komplexer belastet. Diese Effekte führen zu einer ständig steigenden Anforderung an unseren Netzbetrieb.«

Dies wiederum ziehe Prüfungen inklusive vorhergehen- der Netzberechnungen nach sich, um Entscheidungen für einen Anschluss treffen zu können.

Ein starkes Wachstum zeichnet sich auch im relativ neuen Geschäftsfeld der anmeldepflichtigen Ladeeinrichtungen, in der Regel Wallboxen, für die Elektromobilität ab. Die Verlängerung der Förderung von Elektro-Fahrzeugen und die beschlossenen Förderungen der Wallboxen bis 11 kW führte zu einer weiteren Zunahme der Anmeldungen. »Diese sprunghaften Entwicklungen und starken Zunahmen von verschiedenen Zubauarten innerhalb eines relativ kurzen Zeitraumes führen zu einem hohen personellen Bedarf«, sagt Hög. »Wir haben reagiert und haben nach internen Umschichtungen einen neuen Mitarbeiter zur Unterstützung des Teams der Netzanschlussbearbeitung eingestellt. Zusätzlich haben wir studentische Hilfskräfte eingesetzt.« Ziel sei es, die Bearbeitungszeit für die Kunden dauerhaft zu verkürzen, darum soll das Team weiter personell aufgestockt werden.

Aufgrund der Prioritätensetzung auf die Abarbeitung der Anträge hat die Erreichbarkeit der Mitarbeiter gelitten. »Deswegen haben wir die Weichen auch hier auf Verbesserung gestellt«, erläutert Piee.

So werde die Einrichtung eines modernen digitalen Netzportals aktuell umgesetzt.

Gerade die telefonische Erreichbarkeit und Beratung sei wichtig, deswegen schaffe die ovag Netz GmbH in diesen Jahr noch zwei weitere zusätzliche Stellen. So soll ein Service-Center Technik eingerichtet werden.

»Wenn die Nachfrage nach derartigen Produkten erfreu- licherweise steigt, werden wir alles versuchen, damit die Bearbeitung von Anträgen und die Kommunikation verbessert werden, um die Produkte, die auch der Umwelt dienen, möglichst rasch bei den Kunden zum Einsatz zu bringen.«

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