18. April 2021, 20:16 Uhr

Sehnsucht nach Gesang

18. April 2021, 20:16 Uhr
Pfarrerin Carina Schmidt-Marburger ist Vakanzvertretung im Kirchspiel Billerthausen-Zell. Sie bestückt auch die Flyerboxen für Impulsheftchen zum Mitnehmen an mehreren Stellen in den Dörfern. FOTO: PM

Sie tritt in große Fußstapfen und vermisst besonders das gemeisame Singen in der Kirche. Carina Schmikdt-Marburger ist Pfarrerin im Probedienst und Nachfolgerin von Walter Bernbeck, der 35 Jahre die geistliche Betreuung zwischen Angenrod und Heimertshausen besorgte. Für Schmidt-Marburger ist es ihre erste Stelle als Pfarrerin, bei der ihr auch Unerwartetes begegnet ist.

Etwa zwei Jahre lang ist die Pfarrstelle nun schon vakant, mit kurzen Vertretungszeiten von Jörg Niesner sowie Dr. Constanze Thierfelder. »Ich glaube, jeder hier in der Region weiß, dass das ein großes Vermächtnis ist nach 35 Jahren von Pfarrer Walter Bernbeck«, sagt Carina Schmidt-Marburger. Von Marburg aus, wo die junge Pfarrerin mit ihrer Ehefrau, die ebenfalls Pfarrerin ist, und ihren beiden Katzen lebt, pendelt sie zwei Mal die Woche ins Pfarrhaus.

Studiert hat die 29-Jährige, die aus der Nähe von Dortmund kommt, Evangelische Theologie in Marburg, Münster und Mainz. Ihr Vikariat hat sie in Hirzenhain und Steinberg gemacht, ihr Spezialvikariat in Frankfurt am Main, im Zentrum Verkündigung in der Abteilung »Kunst und Kirche«. »Dort haben wir vor allem Innenraum-Beratung für Kirchengemeinden gemacht und Raumkonzepte erstellt. Von der Platzierung von Kunstobjekten, über neue Teppiche oder moderne Lampen bis hin zu Inklusion.« Das war spannend, was ihr aufgrund ihres Interesses für Kunst, Ästhetik und Architektur großen Spaß gemacht hat, erzählt die 29-Jährige. In der Freizeit liest sie, strickt und tanzt.

Carina Schmidt-Marburger mag Gottesdienste mit viel Musik und Gesang. »Für mich ist Musik ein verbindendes Element, um verschiedene Menschen gemeinsam zum Singen, Schwingen und Klingen zu bringen.« Zudem legt sie Wert auf eine »elementare Sprache«, die »sowohl Kinder, als auch ältere Menschen gleichermaßen gut verstehen können«, erklärt sie. Auf schöne Gottesdienste freute sie sich am meisten. »Ich habe einige Ideen, wenn es die Umstände wieder zulassen: Outdoor- oder Kunstgottesdienste zum Beispiel.«

In dem Kirchspiel, zu dem neben Billertshausen auch Zell, Heimertshausen, Angenrod, Ohmes und Seibelsdorf gehören, fühlt sich die Pfarrerin »gut aufgenommen und wohl«, sagt sie. Und sie hat dort bereits alle Hände voll zu tun. Sie betreut zehn Konfirmanden über Videokonferenzen. Zudem steht steht die Kirchenvorstandswahl an. Das kostet einige Zeit, zumal Treffen schwierig sind. Präsenz-Gottesdienste, eine kleine Willkommensfeier in der Gemeinde und Gespräche waren bisher kaum möglich. »Das ist sehr schade.«

Um zu zeigen »Kirche ist da«, hat Carina Schmidt-Marburger Flyerkästen in allen Gemeinden des Kirchspiels aufgehängt. Diese befüllt sie mit den Kirchenvorsteherinnen und -vorstehern samstags oder sonntags mit Hausandachten, die Gebete und Impulse enthalten. »Die Heftchen sind ähnlich aufgebaut wie ein Gottesdienst. Und dieses Angebot wird auch schon ganz gut angenommen, was mich sehr freut«, sagt Schmidt-Marburger. Erreichbar ist sie unter Telefon 06631-4942. Es ist ihr ein Anliegen, »dass die Menschen auch in der aktuellen Situation wissen, dass jemand da ist und zuhört.«

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