19. August 2021, 21:33 Uhr

Schwarzkittel machen weiter Ärger

19. August 2021, 21:33 Uhr
Der neu gewählte Jagdvorstand mit Jagdpächtern und Mitjägern. Hintere Reihe von links: Ausschussmitglieder Dieter Bellof, Dieter Niebergall und Rainer Wick, Mitjäger Hans Georg Zientek, Ausschussmitglieder Siegmar Jost und Lukas Diehl, Jagdvorstand Berthold Biedenkapp und Schriftführer Rudolf Becker. Vordere Reihe von links: Rechner Burkhard Katz, Mitjäger Nico Schmieder, die Jagdpächter Wolfgang Theiss und Stefan Schlosser, Mitjäger Lukas Schlosser und Ausschussmitglied Richard Diering (es fehlen auf dem Bild stellvertretender Jagdvorsteher Steffen Wick und Mitjäger Friedrich Müller). FOTO: EVA

Von einer guten Zusammenarbeit berichteten Jagdvorsteher Berthold Biedenkapp und die Jagdpächter Stefan Schlosser und Wolfgang Theiss während der Hauptversammlung 2019/20 und 2020/21. Biedenkapp sprach den Wildschaden an, der trotz der guten Abschusszahlen zu beklagen sei und insbesondere im Mais und im Grünland zugenommen hat.

»Unsere Jäger bemühen sich und schießen jedes Jahr mehr Wildschweine. Aber die Schwarzkittel scheinen sich gut zu vermehren«, gab er zu bedenken. Und das, obwohl im vergangenen Jahr mit dem Abschuss von 35 Schwarzkitteln eine Rekordstrecke erreicht worden sei, wie auch später Jagdpächter Stefan Schlosser hervorhob.

Während in den vergangenen beiden Jahren für den Wegebau kein Geld ausgegeben wurde, wie Biedenkapp sagte, würden nun wieder dringend einige Investitionen in diesem Bereich anstehen.

In Bezug auf den gesellschaftlichen Teil hoffe man nach zwei Jahren coronabedingtem Ausfall, im nächsten Jahr an Pfingstmontag wieder zum Grenzgang mit anschließendem gemütlichen Beisammensein einladen zu können.

Rechner Burkhard Katz legte die Rechnungen der letzten beiden Jahre vor. Jagdpächter Stefan Schlosser äußerte sich kritisch zu der »Politik« von Hessen Forst in Bezug auf die Anhebung der Abschusszahlen für das Schalenwild. Ungeachtet der teilweisen massiven Kritik von mehreren Stellen müsse die Untere Jagdbehörde diese Planungen einhalten und so an die Reviere weitergeben.

Der guten Weitsicht der Unteren Jagdbehörde, aber auch dem Sachverstand der Hegegemeinschaft Mücke sei es zu verdanken, dass die massiven Forderungen des Forstamtes Schotten zur Erhöhung des Abschusses, insbesondere beim Rehwild, nicht Folge geleistet werden mussten. »Für unser Revier bedeutet das lediglich ein Stück mehr« und so sei man mit einem »blauen Auge« davon gekommen, informierte Schlosser.

Die intensive und erfolgreiche Bejagung beim Schwarzwild zeigte sich im weiteren Bericht des Jagdpächters über die Abschusszahlen der letzten beiden Jahre. Waren im Vorjahr 22 Stück Schwarzwild zur Strecke gebracht worden, so betrug die Bilanz 2020/21 bis dato 35 Stück. Schlosser nannte dies eine »enorme Zahl« für das Revier Atzenhain und es sei wahrscheinlich ein »Rekordergebnis«.

Rehkitz-Retter werden gekauft

Schlosser bedankte sich beim jungen Jagd-Team Lukas Schlosser und Nico Schmieder, die viele nächtliche Stunden angesessen und gepirscht hätten, um dieses Ergebnis erzielen zu können, mit dem man auf Platz eins bei den Abschusszahlen im Hegering Mücke stehe.

Gleichzeitig stimme dieses Ergebnis auch nachdenklich. Denn wenn eine Jagdgenossenschaft »nur« 70 bis 80 Hektar Wald habe und da 35 Sauen erlegt werden, dann stimme etwas im Gesamtsystem nicht mehr, sondern es werde insbesondere überall, wo angrenzend der Staat die Regie habe, zu wenig in dieser Hinsicht getan. Schlosser: »Dort wird sich ausschließlich um die Abschusszahlen des Rehwildes gekümmert und das Schwarzwild scheint keine Rolle zu spielen«.

Die Leittragenden seien dann die Reviere um die Staatswälder herum.

Da es trotz Vorsichtsmaßnahmen und des Einsatzes von Knistertüten immer wieder zum Mähtod von Rehkitzen kommt, beschloss die Jagdgenossenschaft die Anschaffung von sechs Rehkitz-Rettern/Wildschreck-Geräten.

Durch den Einsatz der Geräte soll das Wild durch akustische und optische Signale wirksam von den gefährdeten Flächen ferngehalten werden.

Zur Sprache brachte Stefan Schlosser erneut auch die Belastung durch schnell fahrende Pkw und parkende Lastwagen sowie viel Unrat auf den befestigten Feldwegen zum neuen Brunnen oder im Bereich der Windräder. Dem könnte durch das Anbringen von Schranken entgegengewirkt werden.

Da die Wahlen im vergangenen Jahr nicht stattfinden konnten, wurde dies nun nachgeholt: Durch Wiederwahl wurden in ihren Ämtern bestätigt: Jagdvorstand Berthold Biedenkapp, stellvertretender Jagdvorstand Steffen Wick, Rechner Burkhard Katz, Schriftführer Rudolf Becker, Vorsitzender des Genossenschaftsausschusses Rainer Wick und die Genossenschafts-Ausschussmitglieder Siegmar Jost und Dieter Niebergall sowie die stellvertretenden Ausschussmitglieder Dieter Bellof und Richard Diering. Darüber hinaus wurde Lukas Diehl als neues Mitglied in den stellvertretenden Genossenschaftsausschuss gewählt.

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