27. November 2020, 06:34 Uhr

Coronavirus

Schon bald 1000 Impfungen täglich in der Hessenhalle

Bald sollen 1000 Vogelsberger täglich gegen eine Infektion mit dem Coronavirus geimpft werden. Dafür baut der Kreis gerade in der Alsfelder Hessenhalle ein Impfzentrum auf.
27. November 2020, 06:34 Uhr
Viel Platz für Impfungen gegen das Coronavirus: Dr. Dr. Rüdiger Rau (r.) erläutert mit Landrat Manfred Görig (M.) und Dr. Sven Holland die Pläne für das Impfzentrum in der Alsfelder Hessenhalle. FOTO: JOL

Binnen drei Wochen will der Kreis das Impfzentrum gegen Corona-Infektionen in der Hessenhalle Alsfeld eingerichtet haben. »Eine enorme Herausforderung«, meinte Landrat Manfred Görig am Mittwoch vor der Presse. Mit Gesundheitsamtsleiter Dr. Dr. Rüdiger Rau und Dr. Sven Holland, Leiter des Amts für Gefahrenabwehr, stellte er die Pläne für eine Impfkampagne vor, die in den kommenden Monaten 60 000 Vogelsberger erreichen soll. Das ist zumindest die Vorgabe des Landes, das auch die Kosten für die gewaltige Anstrengung trägt. Täglich 1000 Menschen können dann freiwilig eine Spritze in den Oberarm erhalten. Von morgens 7 bis nachts um 22 Uhr soll die Veranstaltungshalle hierfür offen stehen.

Im Zwei-Schicht-Betrieb wird gearbeitet, sieben Tage in der Woche. Rund 50 Mitarbeiter sind pro Schicht vorgesehen, vom Sicherheitsdienst über Ärzte und Apotheker bis hin zu Spezialisten für Verwaltung und medizinisches Personal. Ziel ist es, in einer großen Kraftanstrengung 60 Prozent der Hessen zügig gegen Coronaviren zu immunisieren, wie Rau erläuterte.

Dafür bedarf es einer guten Infrastruktur, die in der Hessenhalle gegeben ist. Das fängt mit der Lage an der Autobahn an, wie der Landrat anmerkte. Denn der Impfstoff wird im Landesdepot bei minus 70 Grad gekühlt und dann in Spezial-Lkw bei 20 Grad minus nach Alsfeld transportiert. Für die Impfung wird der Stoff dann »mRNA-Basis-erwärmt«, »wir können den Leuten ja keine Eiswürfel in den Arm spritzen«, so Görig.

Für die Veranstaltungshalle spricht auch, dass dort genug Platz für die verschiedenen Bereiche ist. So sagte Rau, dass die Termine über ein zentrales System des Landes vergeben werden.

Die zu Impfenden werden in einer kleinen Gruppe zunächst über Impfung und Nebenwirkungen informiert. Dann werden die Daten aufgenommen und sie streben einer der sechs Impfstraßen zu. In den hintereinander liegenden Kabinen sind ein Arzt und medizinisches Personal für das Verabreichen des Impfstoffs zuständig. Im Anschluss müssen sich die Besucher eine Viertelstunde ausruhen, damit man sehen kann, ob sie Nebenwirkungen zeigen.

Rau rechnet damit, dass der Impfstoff Ende Dezember oder Anfang Januar zur Verfügung steht. Bislang seien drei Impfstoffe zu erwarten. Klar ist, in welcher Reihenfolge die Bevölkerung drankommt: Zuerst medizinisches Personal sowie alte Menschen und solche mit mehreren Vorerkrankungen. Dabei regeln Krankenhäuser die Impfungen intern, für Pflegeheime sind mobile Teams im Einsatz. In der zweiten Stufe werden Mitarbeiter von Polizei, Feuerwehren und Rettungsdiensten berücksichtigt. Danach kommt die übrige Bevölkerung an die Reihe.

Doch bis der Betrieb losgehen kann, muss noch viel erledigt werden. Schon jetzt sind 35 Menschen mit organisatorischen Aufgaben betraut, wie Sven Holland erläutert. Viel Aufwand ist für Planung des Personals nötig, damit die erforderlichen Qualifikationen vorhanden sind. Hinzu kommt die Vorbereitung für die mobilen Teams. Andere Mitarbeiter kümmern sich um die Logistik, vor allem das Material und die Kühlgeräte.

Dabei greift der Kreis auf Aktive beim Technischen Hilfswerk und in Katastrophenschutzeinheiten zurück. Der Landrat ergänzte, dass vieles hauptamtlich zu regeln sei, deshalb ist Personal der Kreisverwaltung abgestellt. »Das Ganze läuft über Wochen und Monate,« so Holland. Das reiche über einen Katastrophenfall hinaus, der zeitlich begrenzt ist.

»Das ist schon sehr umfangreich, was hier vorbereitet werden muss«, so Görig an. Am Montag ist der gut 100 Seiten starke Einsatzbefehl des Landes gekommen. Noch am selben Tag hat die Kreisverwaltung einen Aufruf herausgegeben, in dem vor allem medizinisches Personal gebeten wird, sich für die Mitarbeit zur Verfügung zu stellen. Das Ergebnis ist erfreulich, so Rau, 34 Ärzte, 65 Angehörige medizinischer Berufe und sieben Apotheker haben ihre Mitarbeit signalisiert. Doch es werden noch Verwaltungskräfte und Ordner gesucht.

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