11. Februar 2021, 21:49 Uhr

Schnellere Erschließung angemahnt

11. Februar 2021, 21:49 Uhr
Avatar_neutral
Aus der Redaktion
Blick vom Waldrand aus, wo der Waldkindergarten seinen Lagerplatz hat, auf Flensungen. Auf der Freifläche ist das neue Baugebiet Flensunger Hof vorgesehen. FOTO: RS

Mücke (pm). Während dem Vogelsbergkreis insgesamt ein Bevölkerungsrückgang vorausgesagt wird, gibt es gleichwohl seit einiger Zeit verstärkt Zuzug in einigen Kommunen. Dazu gehört auch Mücke, das mit seiner guten Anbindung an Schienen- und Straßennetz sowie der allgemeinen Infrastruktur punkten kann. Verstärkt hat sich der Trend in der Corona-Krise, weil Menschen aus Ballungsräumen bezahlbaren Wohnraum und die Natur suchen. Dafür müssen Bauplätze vorhanden, das Anpassen alter Bausubstanz möglich sein.

Zu dem Thema stellt die SPD Mücke fest, es stehe nicht nur die Ausweisung von neuen Baugebieten im Vordergrund. »Wer in den letzten Jahren aufmerksam durch unsere Ortsteile gegangen ist, konnte feststellen, dass viele alte Baulücken bebaut, Scheunen ausgebaut und alte Häuser mit neuem Leben erfüllt wurden«, berichtet Ottmar Traum. Gerade in der aktuellen Diskussion um Ressourcenschonung sei dies sehr positiv zu bewerten.

Die Mücker SPD will daher auch in den nächsten Jahren diese Tendenz unterstützen und dafür sorgen, dass die Gemeinde bei den verschiedenen Problemstellungen behilflich sein kann. Denn viele Interessenten schreckten gerade bei Sanierung oder Umbau von älteren Hofreiten die denkmalrechtlichen Vorschriften ab.

Auf der anderen Seite sieht es die SPD Mücke als notwendig an, in den Ortsteilen auch ausreichend neue Bauflächen auszuweisen und vor allen Dingen zeitnah zu erschließen. »Die Gemeinde Mücke ist auch aufgrund der bezahlbaren Baulandpreise und der guten Infrastruktur für Bauwillige auch aus dem Umland von Städten attraktiv«, führt Dirk Neumann aus. »Mücke ist gerade für junge Familien noch bezahlbar. Dies müssen wir nutzen.« Die SPD setze sich daher für die schnelle Erschließung der Baugebiete in Flensungen und Groß-Eichen ein. Für Atzenhain, Merlau, Nieder-Ohmen und Sellnrod müssten neue Baugebiete auf den Weg gebracht werden, um Bauwilligen zügig Angebote machen zu können.

Auf Unverständnis stoße bei der SPD daher »das zögerliche Vorgehen« bei der Erschließung des Baugebietes in Flensungen. Der Bebauungsplan sei Ende 2017 auf den Weg gebracht und Ende 2018 endgültig beschlossen worden. »Obwohl eine Vielzahl von Kaufinteressenten da waren, hat sich erst mal lange nichts getan«, kritisiert Neumann. »Mittel für die Planung und teilweise der Erschließung waren im Haushalt 2019/20 vorgesehen und standen nach Genehmigung des Haushalts und Aufhebung von Sperrvermerken ab spätestens August 2019 zur Verfügung.« Doch getan habe sich lange Zeit nichts. »Hätte die Verwaltungsspitze hier Prioritäten gesetzt und wäre gleich tätig geworden, könnten in Flensungen schon bald die ersten Häuser stehen«, ergänzt Thomas Röhrich. Auch auf mehrfaches Nachhaken von Mandatsträgern der SPD aus Ortsbeirat und Gemeindevertretung habe sich lange kein Fortschritt abgezeichnet.

Erst in den letzten Wochen sei der Auftrag zur weiteren Planung der Erschließung an ein Ingenieurbüro vergeben worden. »Bis dann die Bauleistungen ausgeschrieben, vergeben und so weit durchgeführt sind, dass die ersten Bauplätze verkauft werden können, dürften noch einmal Monate vergehen«, ergänzt Diethelm Tröller. »Zumal der Haushalt für das Jahr 2021 noch nicht beschlossen, geschweige denn von der Kommunalaufsicht genehmigt wurde.« So seien mittlerweile mehr als zwei Jahre vergangen, ohne dass man den Bauwilligen in Flensungen eine Perspektive habe geben können.

»Das hätte schneller gehen müssen«, fasst Dirk Neumann aus SPD-Sicht zusammen. »Zumal sich die Ausgaben durch den zügigen Verkauf der Bauplätze schnell wieder refinanziert hätten.«



0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos