01. September 2021, 21:41 Uhr

Schneller Baustellen-Überblick

Einen umfassenden Überblick über aktuelle und zukünftige Baustellen in den Landkreisen Gießen, Wetterau und Vogelsberg bietet das neue IHK-Baustellen-Navi. Am Mittwoch stellten Vertreter der IHK sowie der Städte Alsfeld und Nidda die innovative Internetkarte vor. Dadurch sollen Konflikte rund um Baumaßnahmen abgemildert werden.
01. September 2021, 21:41 Uhr
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Von Joachim Legatis
Umfassende Infos zu Baustellen in Mittelhessen vespricht die neue IHK-Baustellen-Navi. Am Mittwoch starten (v. l.) Matthias Leder und Rainer Schwarz von der IHK sowie die Bürgermeister Hans-Peter Seum und Stephan Paule das neue Angebot. FOTOS: JOL

Eine Baustelle vor der Ladentür bringt Ärger mit Kunden und sorgt für weniger Umsatz, weil die Laufkundschaft ausbleibt. Aber auch Lieferanten finden in einem solchen Fall schlechter die richtige Adresse. Jederzeit auf dem aktuellen Stand ist man mit einem neuen Angebot der Industrie- und Handelskammer Gießen-Friedberg, das alle Baustellen auf Bundes- und Landstraßen sowie die kommunalen Buddeleien in Alsfeld und Nidda auf einer Karte darstellt. Das IHK-Baustellen-Navi stellten am Mittwoch Vertreter der IHK und der beteiligten Kommunen in Alsfeld vor.

IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Matthias Leder ist überzeugt von der neuen Webseite: »Das ist etwas, das unseren Mitgliedern extrem nützt«. Aktuelle und demnächst anstehende Baustellen werden übersichtlich auf einer Landkarte dargestellt. Dabei fließen Informationen von Hessen Mobil, einem Dienstleister und den beteiligten Kommunen ein. Das Ganze fußt auf einer Idee Leders, vier Jahre Vorbereitung stecken in dem Werk. Bislang ziehen sechs IHKs mit, in Hessen sind die in Frankfurt und Siegen mit dabei. Das Pilotprojekt soll nun auf weitere IHKs und Kommunen ausgeweitet werden.

Sorge um Kunden

»Die Erreichbarkeit ist einer der wichtigsten Faktoren für den Erfolg von Unternehmen«, erläuterte Leder. Wenn die Kunden nicht zu einem Geschäft gelangen, kaufen sie »auf der grünen Wiese« ein. Deshalb ist es wichtig, eine Navigationshilfe zu haben, um festzustellen, ob die Zufahrt zur Innenstadt und zu Parkplätzen gesichert ist.

Nicht zufällig sind mit Alsfeld und Nidda zwei Kommunen von Anfang an mit dabei, die ihre eigene Baustellen-Kommunikation betreiben. In Alsfeld wird seit vielen Monaten der Marktplatz umfassend saniert und eine Durchgangsstraße in Abschnitten erneuert. Dabei hat man gute Erfahrungen mit Extra-Angeboten für Kunden wie einer Kinder-Baustelle und den »roten Teppichen« vor Geschäften gemacht, berichtet Bürgermeister Stephan Paule.

In Nidda wird ebenfalls in der Kernstadt gebaut, was bei den dortigen Geschäftsleuten zu einiger Sorge um ausbleibende Kunden geführt hat. Bürgermeister Hans-Peter Seum und Paule sind deshalb überzeugt, dass eine bessere Kommunikation Vorteile für die lokale Geschäftswelt mit sich bringt.

Das IHK-Baustellen-Navi bietet einige Zusatzfunktionen, die bei anderen Kartendiensten fehlen. So betont Leder, dass auch zukünftige Baustellen erfasst sind. So können Geschäftsleute und Vertreter der Kommunen frühzeitig daran arbeiten, die Einschränkungen zu begrenzen. Informativ ist der Bereich mit »Erfolgsgeschichten«, die Dr. Frank Wendzinski von der IHK vorstellte. Dort sind Beispiele aufgeführt, wie in anderen Städten Konflikte entschärft und Kunden besser eingebunden wurden.

Hilfreich sind auch die Zusatz-Infos rund um die Baustellen. So wird aktuell im Bereich des Schwälmer Brunnens an der Alsfelder Obergasse gearbeitet. Dabei ist zwar der Durchgang zum Kirchplatz gesperrt, aber die Außengastronomie des Restaurants »Pranger« ist offen, wie das Baustellen-Navi aufzeigt.

Nur im IHK-Bereich

Speziell für Geschäftsleute ist der Newsletter interessant. Das ist eine Funktion, die über die Karte angesteuert werden kann. Dabei kann der Nutzer festlegen, dass ihm neue Baustellenmeldungen in einem bestimmten Umkreis um die eigene Adresse per E-Mail gemeldet werden.

Bislang zeigt das IHK-Baustellen-Navi nur die Baustellen im Bereich der sechs IHKs an, die zum Auftakt mitmachen. Dabei sind die Baumaßnahmen von Hessen Mobil einbezogen, aber nicht diejenigen der Städte Homberg oder Lauterbach. Leder ist zuversichtlich, dass sich noch mehr Unternehmerkammern anschließen, und so nach und nach die weißen Flecken auf der Karte verschwinden.

Auch wünschen sich die Initiatoren, dass mehr Kommunen mitmachen. »Das Einpflegen einer Baustelle dauert keine zwei Minuten«, wirbt Leder. Es sei also auch für kleine Kommunen durchaus leistbar, die eigenen Baustellen zu melden. In größeren Städten können die Infos aus den kommunalen Management-Systemen automatisch einfließen.



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