22. September 2021, 21:54 Uhr

Schätzchen aus dem Hühnerstall

22. September 2021, 21:54 Uhr
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Aus der Redaktion
Ein Bently-Rennwagen von 1929 steht im Mittelpunkt des Interesses. FOTO: PM

Alsfeld (pm). Manch einer mag es nicht nachvollziehen können, aber Oldtimer sind Kult - und der wurde dieses Jahr auf dem Areal des hôtel villa raab mit »Kult-Blech-Klassikern«, einer 2021 neu ins Leben gerufenen Veranstaltungsreihe, richtig zelebriert. Zum vierten Mal trafen sich am Sonntag wieder über 180 Aussteller aus ganz Deutschland - die weiteste Anreise erfolgte aus Tiefenbach bei Passau - präsentierten ihre fahrbaren Schätze, fachsimpelten und vernetzten sich.

Darunter waren auch drei ganz besondere Gefährten, die Michael Fliegl unter anderem dem Publikum im Interview mit den Besitzern vorstellte: Ein Bentley-Rennwagen von 1929 im Wert von einer halben Million Euro, ein Porsche 356 Carrera II im Wert von knapp 700 000 Euro sowie ein Audi Quattro, der der einzig überlebende von 15 Prototypen ist, sich 22 Jahre lang in einem Hühnerstall vor einer Verschrottung versteckte und vom Gederner Oliver Heckert nach einer in Spanien besorgten »Organspende«, einem Originalmotor allerdings mit Katalysator, wiederbelebt wurde.

Restaurierter Trabi für 9200 Euro

Die Oldtimerfreunde Alsfeld präsentierten sich auf der Raab’schen Wiese in den Erlen, die direkt ans Villa-Areal angrenzt, mit ihren alten Einsatzfahrzeugen der Feuerwehr und des Rettungsdienstes. Gegenüber hatten sich erstmals Traktoren aufgereiht - unter ihnen Bernd Neeb aus der Nähe von Bad Hersfeld, der die 25 Kilometer innerhalb von eineinhalb Stunden mit seinem alten Deutz gefahren ist. »Nicht gerade rückenschonend«, meint der junge Mann, der aber gerne die Strapazen auf sich genommen hat.

Ein Hingucker war auch die Anwesenheit von Jens Zielinski aus Buseck. Der 1970er-Jahre-Fan, der am liebsten ein 1970er-Jahre-Museum aufgemacht hätte, war mit seinem »Blauen Klaus« da. So nennt er seinen Opel Kadett C aus dem Jahr 1974, dessen Namensvetter »Der Blaue Klaus« aus Wim Toehlke »Der Große Preis« ist.

An einen Teil seiner Jugend erinnert sich Jens Nestler aus Nieder-Ohmen auch gerne zurück: Beispielsweise an das DDR-Sandmännchen. Die Hutablage in seinem Trabant 600 ist voll von Kuscheltieren aus dieser Ära. Jens gehört zu den »Trabantfreunden Vogelsberg«. Erst seit März dieses Jahrs besitzt er wieder einen »Trabi«, den er komplett restauriert für 9200 Euro in Rudolfstadt gekauft hat. Gebürtig aus Oberwiesental im Erzgebirge ist der heutige Wahl-Vogelsberger mit den »Ost-Autos« aufgewachsen. Vor der Wende hatte er noch kein Auto fahren dürfen, den Führerschein machte er erst am 1. Oktober 1990.

Musikalisch unterhielt die Gießener Coverband »Admiral Blue« die über 800 Gäste unter der Rotbuche.



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