Romrod

VR-Mobil macht Nachbarschaftshilfe beweglich

Romrod (rs). Seit Donnerstag ist die Nachbarschaftshilfe beweglich. Am Vormittag übergaben Vertreter der VR Bank HessenLand einen nagelneuen VW Fox an Bürgermeisterin Dr. Birgit Richtberg beziehungsweise den Förderverein Sozialstation.
19. November 2009, 19:02 Uhr
Am Donnerstag wurde das neuen »VR Mobil« an der Sozialstation Romrod übergeben. Im Bild (v.l.) Bürgermeisterin Dr. Birgit Richtb
Am Donnerstag wurde das neuen »VR Mobil« an der Sozialstation Romrod übergeben. Im Bild (v.l.) Bürgermeisterin Dr. Birgit Richtberg, Fördervereinsvorsitzender Reinhard Helm, VR-Zweigestellenleiterin Lydia Stumpf sowie VR Bank-Vorstandsvorsitzender Helmut Euler. (Foto: aaz)

Romrod (rs). Seit Donnerstag ist die Nachbarschaftshilfe beweglich. Am Vormittag übergaben Vertreter der VR Bank HessenLand einen nagelneuen VW Fox an Bürgermeisterin Dr. Birgit Richtberg beziehungsweise den Förderverein Sozialstation, vertreten durch Vorsitzenden Reinhard Helm. Mit der Spende des Fahrzeuges wird der Förderverein Sozialstation, unter dessen Flagge die im Aufbau befindliche Nachbarschaftshilfe läuft, jetzt die Arbeit der freiwilligen Helfer wesentlich erleichtern können. Bei der offiziellen Übergabe des Fahrzeuges vor dem Gebäude der Sozialstation und dem Mehrgenerationenhaus informierten Bürgermeisterin Dr. Richtberg und Vorsitzender Helm, dass sich bei einer Versammlung am Montag schon viele interessierte Bürger für das Ehrenamt gemeldet hätten, die Satzung des Fördervereinens sei einstimmig in Hinblick auf die neue Aufgabe geändert worden. Der Unterhalt des Fahrzeuges wird vom Förderverein getragen.

Bei der Fahrzeugübergabe waren von Seiten der VR Bank HessenLand Vorstandsvorsitzender Helmut Euler und Lydia Stumpf, die örtliche Zweigstellenleiterin, anwesend. Die Bank hatte kürzlich in Wolfburg insgesamt fünf der so genannten »VR-Mobile« abgeholt, die - außer an den Förderverein Sozialstation Romrod - auch an den Hospizverein Alsfeld, an Auxilium Hilfe für Krebskranke und deren Angehörige (Neukirchen), das Oikos Sozialzentrum Ziegenhain und die Ökumenische Diakoniestation Stadtallendorf-Neustadt abgegeben wurden. Romrods Bürgermeisterin Dr. Richtberg und Fördervereinsvorsitzender Helm berichteten, das Interesse an einer Nachbarschaftshilfe sei inzwischen recht groß geworden (mehr als zehn Neueintritte bei der vergangenen Versammlung), vor wenigen Jahren habe es noch deutliche Zurückhaltung in der Bevölkerung gegeben wegen der Frage, ob das denn überhaupt notwendig sei.

Mittlerweile sei offenbar das Bewusstsein geschärft, dass es in einer Gesellschaft, in der die Bevölkerung im ländlichen Raum weniger werde, und dabei noch der Anteil der älteren Menschen wachse, nötig ist, sich untereinander zu helfen. Beispiele für derartige Einrichtungen gibt es im Vogelsbergkreis bislang nur in Schotten und Lauterbach-Maar.

Nun müsse das ehrenamtliche Engagement auch auf eine solide Basis gestellt werden. Das sei einerseits mit dem neuen Wagen gegeben - Freiwillige müssten nicht ihr Fahrzeug nutzen - und andererseits seien die Helfer über den Förderverein versichert. Über das Mehrgenerationenhaus wird jetzt in einem ersten Schritt eine Datei erstellt, in der die Hilfswilligen erfasst sind, darunter auch mit den speziellen Fertigkeiten, die sie leisten können. Für die Hilfestellungen erhalten die Ehrenamtlichen Punkte gut geschrieben, die sie später - auch viele Jahre später - einmal einsetzen können, wenn sie ihrerseits der Hilfe bedürfen sollten. Auf der anderen Seite hat die Person, der geholfen wird, eine kleine Gebühr an den Förderverein zu entrichten.

Bürgermeisterin Dr. Birgit Richtberg informierte weiter, das Fahrzeug werde in Romrod auch für einen Fahrdienst eingesetzt, etwa um dementen Menschen zu helfen. In Erwägung gezogen werde ferner auszuloten, inwieweit in Romrod Interesse an einem Car-Sharing-Angebot (Fahrzeug kann stunden- oder tageweise ausgeliehen werden) besteht. Und letztlich denkt die Bürgermeisterin auch über die Stadtgrenzen hinaus, denn in Antrifttal wird etwas ähnliches aufgebaut, da könne man das »VR-Mobil« gegebenfalls ausleihen.

VR Bank-Vorstandsvorsitzender Euler stellte heraus, dass der Gedanke der Hilfe zur Selbsthilfe der Geschäftsphilosophie der Gründerväter der VR Bank entspreche. Damit verbunden sei auch der Grundgedanke, die Wertschöpfung in einer Region zu halten. Euler kündigte an, dass die VR Bank im kommenden Jahr wieder Fahrzeuge zur Verfügung stellen wird für die karitative Einrichtungen, die sich schon jetzt bewerben können. Ausschreibungsbedingungen gibt es unter w<%LINK auto="true" href="http://www.vrbank-hessenland.de" text="www.vrbank-hessenland.de" class="more"%>.

Artikel: https://www.giessener-allgemeine.de/regional/vogelsbergkreis/romrod/art586,38706

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