25. November 2008, 20:00 Uhr

Beschwerden über lange Schranken-Schließzeit

Romrod-Zell (ks). Zum Bahnübergang Romrod-Zell außerhalb des Ortes, der noch von einem Fahrdienstleiter manuell gesteuert wird, kam es jetzt zu Beschwerden über die lange Schließzeit der Schranke.
25. November 2008, 20:00 Uhr
Längere Wartezeiten als sonst müssen die Fahrer landwirtschaftlicher Fahrzeuge oder Fußgänger derzeit an diesem Bahnübergang hinter Romrod-Zell in Kauf nehmen. Nächstes Jahr soll der Übergang mit einer automatischen Schranke ausgestattet werden. (Foto: ks)

Romrod-Zell (ks). Zum Bahnübergang Romrod-Zell außerhalb des Ortes, der noch von einem Fahrdienstleiter manuell gesteuert wird, kam es jetzt zu Beschwerden über die lange Schließzeit der Schranke. »Dabei hat es doch gar keinen Vorfall gegeben oder es wurde vergessen, mal die Schranke zu schließen,« wunderte sich ein Passant, der dort manchmal vorbeikommt. Seien es sonst höchstens vier bis fünf Minuten gewesen, so müsse man derzeit teilweise bis zu einer Viertelstunde vor der geschlossenen Schranke ausharren. Das mache manche der Fußgänger oder Fahrer von landwirtschaftlichen Nutzfahrzeugen ungeduldig. Einzelne versuchten sogar die Schranke selbstständig hochzudrücken.

Seit Montag dauere die Schrankenschließung an diesem Übergang, der über einen landwirtschaftlichen Wirtschaftsweg führt deutlich länger als vorher. »Mindestens zehn bis zwölf Minuten« dauere es, bis sich die beiden Balken wieder heben, schätzt ein Beobachter, das sei schon »eine Zumutung«. Denn der Wirtschaftsweg diene auch als Verbindung nach Ehringshausen werde zum Beispiel von Waldarbeitern genutzt.

Weil nicht jeder von den Menschen, die dort vorbeikommen, geduldig warten könnten, sei es schon zu »Beschimpfungen der Schrankenwärter gekommen,« die trauten sich aus Angst vor verbalen Beschimpfungen oder vor möglichen Übergriffen gar nicht mehr hervor, meinte gar der Anrufer erfahren zu haben. Zudem sei es auch schon vorgekommen, dass Fußgänger durch die geschlossene Schranke laufen, was angesichts der Tatsache, dass ein Zug mit 90 Kilometern pro Stunde vorbeifahren könne, entsprechend gefährlich sei. Es komme auch vor, dass Leute versuchten, die Schranke selbsttätig zu öffnen, weil sie glauben, die Schranke bleibe versehentlich so lange geschlossen. Er glaubt, dass es der Bahn vielleicht darum gehe, »Leute gegen den Bahnübergang aufzubringen,« dessen Schließung schon erwogen worden sei, weswegen ein Verwaltungsgerichtsverfahren anhängig sei.

Ein Bahnsprecher sagte gestern auf Anfrage dieser Zeitung, es gehe bei der Anordnung um sicherheitstechnische Aspekte. Es sei zwar noch nichts passiert, aber man beuge besser vor, er verwies auch darauf, dass es deutschlandweit an anderen Übergängen zu Unfällen gekommen sein könnte, was dann eine Überprüfung nach sich ziehe. Diese Maßnahme werde aber nicht von Dauer sein, weil der Bahnübergang nächstes Jahr erneuert werden solle. Die Schranke werde vom Fahrdienstleiter gesteuert, dann komme eine automatische Schranke dorthin. Zurzeit müsse erst der Bahnübergang geschlossen werden, dann erfolge die Meldung, dass die Schranke geschlossen ist, und erst dann erhalten die Zugführer in Alsfeld oder in Ehringshausen die Meldung, dass der Zug auch tatsächlich losfahren darf. Das könne natürlich ein wenig dauern, der Bahnsprecher zweifelte aber an, dass dies bis zu einer Viertelstunde währen solle. Etwas länger könne es nur dann dauern, wenn von beiden Seiten Züge kommen und es sich nicht lohne, für kurze Zeit die Schranke wieder zu öffnen, die bleibe dann gleich unten.

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