13. Juli 2021, 21:50 Uhr

Regentonnen als Trinkwasserschutz

Manchmal helfen kleine Schritte. Dem Wassermangel in trockenen Sommern will man in Mücke mit dem Aufstellen von Regentonnen an Trauerhallen begegnen. Und Hilfen sind auch bei der Jugendarbeit erwünscht. Fachlich Versierte oder Interessierte werden von Hauptamtlichen gerne gesehen, wie Katharina Schell einem Ausschuss vortrug.
13. Juli 2021, 21:50 Uhr
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Von Rolf Schwickert
Zum Gießen lässt sich das Wasser nutzen, das sich in der Regentonne sammelt. FOTO: DPA

Ein Antrag der CDU-Fraktion zu oberirdischen Regenwasserzisternen an öffentlichen Gebäuden soll ein Zeichen im Sinne der Klimafreundlichkeit sein. Das wurde in Ausschussitzungen von den anderen Fraktionen einerseits positiv aufgegriffen, andererseits aber in Hinblick auf Praktikabilität und Kosten-Nutzen-Verhältnis modifiziert. Denn es tauchten Zweifel auf, ob an Dorfgemeinschaftshäusern ein erhöhter Gießbedarf besteht. Auch signalisiere der Begriff Zisterne eine größere Einrichtung, sodass man sich auf Regentonne einigte.

Blumenrabatte am DGH

In der Diskussion wies Prof. Hubertus Brunn für die CDU darauf hin, dass der Nutzen von Regentonnen über den eigentlichen Spareffekt beim Wasser hinaus allgemein Umweltbewusstsein fördere. Von der SPD sah Earl-Stefan Tillich keinen Sinn, solche Behältnisse an Dorfgemeinschaftshäuser zu stellen, weil dort kein Bedarf sei. Sinnvoll sei es sicher bei Friedhöfen, wo Wasser gebraucht werde. Allerdings kam heraus, dass bespielsweise am Sellnröder Gemeinschaftshaus Blumenrabatten stehen. So will man über die Ortsbeiräte in Erfahrung bringen, wo denn ein Gießwasserbedarf besteht.

Bürgermeister Andreas Sommer hatte den Wasserbedarf der Friedhöfe in Mücke in den vergangenen Jahren einmal aufgelistet, Demnach waren es in den beiden Vorjahren jeweils rund 840 Kubikmeter. Das bedeute bei einem Kubikmeterpreis von 1,67 Euro für die Gemeinde rund 1500 Euro Kosten im Jahr. Vor dem Hintergrund dieses für den kommunalen Haushalt überschaubaren Betrages meinte der Bürgermeister, von Maßnahmen mit einer ungünstigen Kosten-Nutzen-Relation abzusehen. Damit bezog er sich auf unterirdische Zisternen. Sinnvoll könnten Regentonnen sein.

Dreiwöchiges Ferienprogramm

Das wurde allgemein begrüßt, aber es soll von den Ortsbeiräten benannt werden, wo es möglich und sinnvoll ist. Dem wurde einstimmig gefolgt. Im Jugendausschuss wird regelmäßig über die Aktivitäten der Kinder- und Jugendarbeit berichtet. Das übernahm Katharina Schell, die die Stelle seit Januar 2020 innehat. Sie informierte, dass es in den kommenden Wochen ein großes dreiwöchiges Ferienspielprogramm geben kann. Unterstützt werden die beiden hauptamtlichen Kräfte von Eltern und Jugendlichen. Im alten Bahnhof Nieder-Ohmen und in Flensungen im Dorfgemeinschaftshaus sollen zentrale Jugendtreffs installiert werden. Dem vergangenen Corona-Jahr sei geschuldet, dass es selten Kontakt zu den Kindern und Jugendlichen gegeben habe. Man habe aber immerhin WhatsApp-Gruppen eingerichtet.

Im Vorfeld der Ferienspiele habe sie bei der Vorbereitung gemerkt, dass es Erwachsene gibt, die Fachkenntnis über Vereinsaktivitäten hätten, aber man sei leider oft nicht vernetzt.

Sie betonte, dass sie für ihre Arbeit auf kenntnisreiche Bürger oder Gruppen angewiesen sei. »In Gesprächen mit den Ortsbeiräten habe ich schon gemerkt, man ist nur sechs Kilometer weiter, aber man trifft auf eine ganz andere Mentalität, und die Jugendlichen sind auf einmal ganz anders«, fasste Schell ihre Eindrücke zusammen.

Die Jugendbetreuerin bekundete, dass sie leider über mögliche Arbeitskreise des Jugendausschusses nicht orientiert sei. Der Ausschuss hat aber keine. Das griff Bürgermeister Sommer auf, indem er bedauerte, dass es das seither nicht gegeben hat. Wenn man als Kommunalpolitiker in einen Jugend- und Sozialausschuss gehe, dann könne man sein Fachwissen in einem Arbeitskreis einbringen.

Sommer berichtete über die Arbeit der Tourismus-AG, es gebe einen neuen Flyer (Auflage 4000 Stück) zu »Mücker Sehenswürdigkeiten« und es gebe die passenden Schilder. Verteilt werde der Flyer über die Ortsvorsteher. Es sollen die Mücker Kirchen folgen mit einer umfangreicheren Broschüre mit Ausstattung der Gebäude, wobei die Pfarrer zuarbeiten. Bereits im Februar hatte die damals parteilose (vormals SPD)-Gemeindevertreterin Jenny Schomber der Antrag gestellt, Möglichkeiten der Online-Teilnahme an den öffentlichen Ausschusssitzungen und den Sitzungen der Gemeindevertretung einzurichten.

Dazu sollen die rechtlichen Gegebenheiten abgeklopft werden, weil Filmaufnahmen von der Geschäftsordnung bislang nicht zugelassen sind.

Weil eine Ausrüstung dafür wenigstens 15 000 Euro kosten könnte, war man der Ansicht, ein Paket einzukaufen, weil man dann bei zu geringer Resonanz ohne große Investition abbrechen könnte. Dafür müsste die Geschäftsordnung geändert werden.

Der Ausschuss stimmte der Verfahrensweise einstimmig zu.



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