22. September 2021, 22:01 Uhr

Prächtiger »Sämann«

22. September 2021, 22:01 Uhr
In der Kirche in Ruppertenrod ist der neue Früchteteppich »Der Sämann« zu sehen. FOTO: SF

Wieder ist ein prachtvolles Werk in der Kirche in Ruppertenrod entstanden. Es ist bereits der 23. Früchteteppich und er ist in diesem Jahr besonders farbenfroh und leuchtend. Darauf ist als Motiv »Der Sämann« zu sehen. Die Künstlerinnen sind Silvia Schleuning, Elsbeth Schmidt, Silvia Horst und Angelika Scharrenbach.

Zum Hintergrund der Motivwahl stützen sich die Frauen auch auf ein Gedicht von Herman Kletke (1813-1886), in dem es unter anderem heißt: »Der Sämann streut die reiche Saat, still hoffend in die lockre Erde; sein ist der Wille, sein die Tat, Gott weiß, ob sie entkeimen werde. Die Saat dir reift mit lindem Lichte, denn Gott vollendet dein Geschick; Dein ist die Saat, sein sind die Früchte!«

Himmel aus Lampionblumen

In diesem Jahr hat das fertige Bild ein Maß von zwei mal zwei Metern. Es ist sehr farbenfroh und es wurden viele Blütenblätter, welche verschieden verarbeitet wurden, verwandt. Christiane Hümmer aus Londorf ist wohl die ganzen vergangenen Monate hindurch durch die Gärten und die Natur gestreift. Sie hat den Körnerteppich-Frauen dann ganz viel vorsortiertes und getrocknetes Blütenmaterial zur Verfügung gestellt. Verwandt wurden beispielsweise für die Konturen schwarze Pfefferkörner und der Himmel wurde aus roten Geranien, der Lampionblume, getrockneter Mandarinenschale, Gries, Petersilie, Pfefferminze, Majoran, Kornblume und Rittersporn hergestellt. Weiterhin wurden Hafer, Ringelblume, heller und dunkler Buchweizen verwandt und der Dornenbusch entstand aus Petersilie, Ringelblume und Ästen. Das Gewand des Sämanns besteht aus Rosenblüten und Geranien und der Sack ist aus Winterkresse. Die Beine und das Gesicht bestehen aus Weizenkleie und der Bart und die Haare aus schwarzem Tee. Das Kopftuch wurde aus Graupen hergestellt, für den Schriftzug wurde Sago verwandt und der Hintergrund ist aus Ziermais gelegt. Das 23. Körnerbild ist erneut sehr anspruchsvoll. Der Früchteteppich strahlt nicht nur die optische Faszination aus, auch der Geruchssinn wird inspiriert. Die Vielfalt an Blumen und Gewürzen verströmen einen besonderen Duft in der Kirche. Während der Öffnungszeiten gilt die Kirche schon als Pilgerstätte. Aus Marburg, Kassel bis nach Frankfurt reisen Menschen an, um dieses Kunstwerk anzusehen. Von der Ausdruckskraft dieses Körnerbildes kann man sich bei verschiedenen Anlässen überzeugen.

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