21. Januar 2021, 21:19 Uhr

A 49 Corona und Schulen Natur und Bauvorhaben Corona

Ohne Rücksicht

21. Januar 2021, 21:19 Uhr
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Aus der Redaktion
Die Behelfsbrücke an der Homberger Pletschmühle wird durch einen Neubau ersetzt, im Haushalt 2021 sind Mittel hierfür eingeplant. FOTO: JOL

Die Befürworter des »zügigen Weiterbaus der A49« werfen den Gegnern vor, diese würden Mehrheitsentscheidungen nicht akzeptieren. Sie meinen damit Bundestagsbeschlüsse und Gerichtsurteile. Diese beziehen sich alle auf den gültigen Planfeststellungsbeschluss vom 30. Mai 2012 für die Strecke Stadtallendorf-Gemünden/Felda. Eine Frage: Würden Sie sich heute einer schweren Operation unterziehen, die sich auf ausführliche ärztliche Untersuchungen und Aussagen von 1995 bis 2012 bezieht? Wohl nicht. Sie würden eine neue Untersuchung verlangen. Dennoch würden Sie gezwungen, sich ohne eine erneute Untersuchung operieren zu lassen. Die Ärzte, die Krankenkasse, ihr Arbeitgeber, ihre Nachbarn setzen Sie unter Druck. Weil sie nicht einsichtig sind, werden sie von marktschreienden lokalen und regionalen Politikern diffamiert und kriminalisiert. Um recht zu behalten, setzen sie die »besonnene« Polizei ein. Dabei ist es allen egal, dass so viel Zeit seit den Untersuchungen vergangen ist, dass Ihr Körper älter geworden ist, dass Sie sich anders ernähren und dass es inzwischen aktuellere Herangehensweisen, Erkenntnisse und Regelungen für diese Art von Untersuchungen und Operationen gibt.

Genau das passiert zwischen Stadtallendorf und Gemünden. Die 2012 beschlossenen Untersuchungen und Aussagen von 1995 bis 2012 geben ein grundlegend falsches Bild der Situation und der Auswirkungen wieder. Neue Erkenntnisse und Regelungen über Wasser, Verkehr, Klima und Naturschutz, auch über Untersuchungsmethoden werden vernachlässigt. Auf der Grundlage von alten Untersuchungen und Beschlüssen sind wichtige Teile von Wäldern vernichtet worden. Ohne Rücksicht auf Verluste Augen zu und durch: das ist die Losung von Politikern der SPD, CDU und der Wiesbadener Grünen. Im März ist Kommunalwahl.

Gabriele und Pedro Valdivielso, Romrod

Was hat sich eigentlich verbessert seit dem Frühling 2020? Eltern und Schüler bekommen tatsächlich mitgeteilt, dass die Schüler ein Betretungsverbot für die Schule haben? Man könnte glauben, sie hätten etwas Furchtbares verbrochen.

Aber nein, Schüler und Eltern haben sich durch die erste Schulschließung gekämpft, nach der behauptet wurde: »Das wird es nicht noch mal geben!« Und nun ist wieder alles dicht und die Eltern können sehen, wie sie es organisieren. Sie müssen die Kinder betreuen, ihnen bei Schulfragen helfen oder mit Problemen bei den digitalen Geräten. Wer dabei nicht fit ist, kommt ganz schnell an seine Grenzen, es sei denn, es sind erst gar keine entsprechenden Geräte vorhanden. Ob und welche Kinder betreut werden können, regelt jede Schule unterschiedlich bzw. wird den Eltern als Entscheidung überlassen, mit allem Druck von außen und mit den daraus folgenden Konsequenzen.

Laptops etc. werden, soweit vorhanden, zur Verfügung gestellt, aber reicht das für alle? Überlastete Schulserver gibt es nach wie vor; ein nennenswerter Fortschritt wurde über den Sommer hin nicht erzielt!

Auch wenn jetzt an der kreativen Umsetzung der Digitalisierung in Schulen gearbeitet wird, die Digitalisierung der Freizeitgestaltung unserer Kinder ist schon weit vorausgeschritten und fördert u. a. die Fettleibigkeit der Kinder, die nicht mehr rausgehen können oder auch wollen. Viele andere Probleme werden damit einhergehen, wie das Verständnis für Natur und Umwelt, Fein- und Grobmotorik durch das Fehlen sportlicher Aktivitäten und dabei ganz besonders die fehlende Entwicklung und Förderung sozialer Kompetenzen. Wie soll diese Generation team- und bindungsfähig werden?

Schon bei der ersten Schulschließung konnten einige Familien nicht erreicht werden; wird es dieses Mal besser sein? Wie viele Kinder wird es geben, denen das warme Essen in der Schule jetzt gutgetan hätte, denen die Hilfe und Unterstützung der Lehrer nun fehlt oder denen es generell in der Schule und mit Abstand von daheim besser gehen würde? Auch ohne Corona gibt es viel Unrecht gegen Kinder. Wer schützt sie jetzt vor Unrecht, wenn niemandem auffällt, was abgeriegelt von der Außenwelt daheim passiert?

Wer hört sie und wer kümmert sich um sie, wenn alles wegbricht? Gewalt und sexuelle Gewalt haben zugenommen, obwohl inzwischen bekannt ist, dass Kinder das Gegenteil von Superspreadern sind.

Sandra Weiershäuser-Kullick, Homberg

»Leserbrief zum geplanten Brückenbau an der Homberger Pletschmühle)

Zunächst ist es zu begrüßen, dass es nun endlich mit dem Brückenbau losgehen kann.

Der dortige Zustand ist schon lange nicht mehr tragbar und die zahlreichen Wanderer sollen doch einen guten Eindruck von Homberg bekommen. Es wird jedoch leider nichts zu der alten Ohmbrücke gesagt, außer dass sie unter Denkmalschutz steht. Was passiert mit der Brücke? Bleibt die einfach so als Bauruine stehen oder wird sie für Fußgänger hergerichtet?

Bei Errichtung der Behelfsbrücke hieß es ja, dass die Brücke nicht mehr nutzbar sei, zurzeit ist sie jedoch für Fußgänger und Radfahrer freigegeben. Obwohl sich mitten im Weg ein unverfülltes Loch befindet, bei dem man sich wundert, dass da noch keiner reingefallen ist. Dass man nach Verstümmelung der schönen Linden im Brückenbereich nun erwähnt, dass diese unter Naturschutz stehen, ist eine Unverschämtheit.

Ob hier zum Schneiden wirklich eine Fachfirma hinzugezogen wurde, muss man stark bezweifeln. Sicher gibt es Firmen, die diese alten Bäume schonend schneiden können, sodass von diesen keine Verkehrsgefährdung ausgehen kann. Hier sind aber, wie man unschwer auf dem Foto erkennen kann, die Bäume brutal, fast bis auf den Stamm geköpft worden und die schöne Lindenallee ist unwiederbringlich zerstört.

Soweit mir bekannt ist, wurde gegen die Maßnahme geklagt und der Stadt Homberg weitere Fällarbeiten und Baumschnittmaßnahmen untersagt.

Diese Vorgehensweise reiht sich in zahlreiche ähnliche Aktionen an alten Bäumen und schöner Natur in Homberg ein, offensichtlich will man die Bäume »schleichend« nach und nach ganz entfernen.

Den Bürgern sind diese sicher bekannt und die einst schönen Bäume stehen nun als Baumruinen an zahlreichen Stellen in Homberg als stumme Zeugen herum. Im August 2019 habe ich einen Leserbrief zu der Zerstörung eines kleinen Hohlweges von der Bahnhofstraße Richtung Bahngleise/Hainmühle geschrieben. Frau Blum hat in einer Stellungnahme versprochen, dass dieser Weg wieder hergerichtet würde. Getan hat sich nichts, zunächst konnte man auf dem neu geschaffenem Weg zahlreiche Reifenspuren erkennen, mittlerweile ist der Weg im oberen Bereich von Regenfällen stark zerklüftet, sodass besonders für ältere Menschen Sturzgefahr besteht.

Im Homberger »Urwald« an der Pletschmühle und an zahlreichen anderen Stellen, werden die Wanderwege mit dem Laubgebläse freigeräumt, da bleibt man ohne Worte. Welcher Wanderer liebt nicht den Gang im Herbst durch das heruntergefallene Laub?

Wer ordnet so etwas an? Wir haben an der Spitze der Homberger Verwaltung eine Diplom-Biologin stehen, da sollte man doch ein gewisses Verständnis für die Natur erwarten. Entweder werden die Maßnahmen so angeordnet oder ohne Wissen des Magistrats beziehungsweise unserer Bürgermeisterin durchgeführt. Beide Varianten werfen ein schlechtes Licht auf unsere Verwaltung mit der Bürgermeisterin an der Spitze und sprechen dem Motto der Stadt Homberg »wunderbar/wanderbar« Hohn.

Karl Heinrich Linker,

Homberg

Meine Frau und ich sind eine Einheit im Hauhalt, wenn wir ein anderes Paar besuchen wollen treffen wir auch auf eine Einheit, also gibt 1+1 = 2. Wo ist die Logik, wenn von einem Paar nur eine Person ein anderes Paar treffen darf, obwohl sie in einem Haushalt wohnen?

Rolf Halbich Grünberg



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