08. Oktober 2021, 21:57 Uhr

Neues Wohnquartier fürs Dorf?

08. Oktober 2021, 21:57 Uhr
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Von Kerstin Schneider
Auf dem Gelände der früheren Gärtnerei Lindner in Nieder-Ofleiden soll ein ganzes Quartier für generationenübergreifendes Wohnen entstehen, das plant die Wettenberger Firma D3 Immobilien. Die Stadtverordneten begrüßen das Projekt grundstätzlich, wollen aber noch über Details beraten. PLAN: D3 Immobilien

Die Wettenberger Firma D3 Immobilien hat ehrgeizige Pläne für Nieder-Ofleiden. Gleich ein ganzes Wohnquartier soll dort neu entstehen - auf dem Gelände der früheren Staudengärtnerei Lindner. Die Projektentwickler haben alles bedacht, vom Kita- bis zum Pflegeplatz, und sie wollen unter der Überschrift generationenübergreifendes Wohnen neben jungen Familien auch Senioren für das Konzept begeistern. Dr. Dominik Reinhardt, der mit Partner Thorsten Junk (Fernwald) und anderen als Unternehmer in der Wohn- und Pflegebranche tätig ist, stellte das Konzept für das Quartier »Auf den Hohläckern« am Donnerstagabend in der Sitzung der Stadtverordnetenversammlung vor. Er ist auch Geschäftsführer der »Seniorenresidenz Vogelsberg« in Grebenhain.

Barrierefrei

Es soll demnach in Nieder-Ofleiden eine »kleine Siedlung« mit fünf Häusern mit jeweils bis zu sechs Wohneinheiten entstehen, einem zentralen Mittelbau mit gemischter Nutzung aus den Bereichen Gesundheit, Wohnen, Pflegen und Arbeiten sowie möglichst eine von der Stadt betriebene Kindertagesstätte. Dabei solle ein »gutes Miteinander für alle Generationen« im Vordergrund stehen. Zwischen den Häusern soll es Treffpunkte für die Nachbarn geben. Die Wohnungen sollen an heimische Käufer beziehungsweise Investoren gehen, betonte Reinhardt, nicht an fremde Kapitalanleger. Bis zu 35 Wohneinheiten für etwa 80 Menschen könnten so entstehen, die zu einem großen Teil barrierearm gebaut werden.

Zudem sollen großzügige Keller entstehen, »denn wenn jemand von einem Hof in eine Wohnung oder auf einen Pflegeplatz umziehen und alles zurücklassen muss, dann ist das hart«.

Das Angebot richte sich an Menschen »mit unterschiedlichen Bildungsabschlüssen« und unterschiedlichen Lebensformen sowie Menschen mit Handicap oder beginnendem Betreuungs- oder Pflegebedarf. Es könnten sich Ärzte oder Dienstleister aus dem Gesundheitssektor wie Physiotherapeuten oder Ergotherapeuten ansiedeln. Zudem könnten hauswirtschaftliche Dienste, Einkäufe, Büroservice oder Sozialberatung geboten werden.

Laut Bürgermeisterin Claudia Blum hat man die Kita bewusst im Projekt belassen, um die Option zu erhalten, allerdings bestehe in den Gremien Einvernehmen, dass die bestehenden städtischen Kitas erhalten bleiben sollen.

Die Stadtverordneten begrüßten generell das Projekt als gut und sehr interessant. Es werde sicher im Dorf große Akzeptanz bekommen, sagte Frank Heller (SPD).

Für das Bürgerforum beantragte Fraktionsvorsitzende Jutta Stumpf, vor dem Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan zunächst kurzfristig im Bauausschuss zu beraten, denn es gebe noch viele offene Fragen. Der Antrag wurde mehrheitlich abgelehnt.

Man solle in der Diskussion noch nicht zur sehr ins Detail gehen, sagte Norbert Reinhardt (CDU). Man könne den Aufstellungsbeschluss fassen und im Ausschuss beraten. Mehrheitlich wurde der Antrag angenommen, den Aufstellungsbeschluss zu fassen und über das Projekt im Ausschuss zu beraten.



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