20. Januar 2021, 21:40 Uhr

Neue Rodungen für die A 49

20. Januar 2021, 21:40 Uhr
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Aus der Redaktion
Am Mittwoch hat es erneut Fällarbeiten für den Weiterbau der A 49 gegeben. Sie waren von Protesten einer Gruppe von Anwohnern begleitet. FOTO: CE

Homberg (dpa/pm). Ein größeres Polizeiaufgebot hat am Mittwoch weitere Baumfällarbeiten für den Weiterbau der Autobahn 49 begleitet. Dabei kam es am Morgen zu einer spontanen Versammlung von Gegnern des Verkehrsprojekts, die die Arbeiten auch kurzzeitig blockiert hatten, sagte ein Polizeisprecher.

Gut ein Dutzend Aktivisten hätten friedlich protestiert und sich nach mehrfacher Aufforderung wieder zurückgezogen. Anwohner sprachen von rund 30 Teilnehmern an der Protestaktion. Im Einsatz sei zudem eine »niedrige dreistellige Zahl von Polizisten« aus Hessen gewesen.

Die Arbeiten fanden im Randbereich der Trasse durch den Maulbacher Wald statt und seien per Planfeststellung »erlaubt und genehmigt«, wie der Polizeisprecher sagte. Die Projektgesellschaft Deges habe während der Rodungsarbeiten für den Weiterbau der Autobahn bereits mehrfach darauf hingewiesen, dass es noch zu Restarbeiten kommen könne.

Autobahn jetzt weiter östlich?

Der Bund für Umwelt und Naturschutz protestierte dagegen gegen diese erneute Rodung von Bäumen. »Die ak- tuellen Rodungsarbeiten in Maulbach müssen sofort eingestellt werden,« lautete die Forderung. Dr. Wolfgang Dennhöfer (Alsfeld) erklärte dazu: »Wir fordern dringend Aufklärung, was dort eigentlich passieren soll und mit welcher Rechtsgrundlage. Unser Adressat ist das Land mit seiner Planfeststellungsbehörde und den zuständigen Stellen des Regierungspräsidiums in Gießen.« Der BUND habe »ernstzunehmende Hinweise erhalten, dass die anstehenden Rodungen zusammen etwa einen Hektar ausmachen«. Diese Rodungen fänden »außerhalb der durch die Planfeststellung rechtlich abgesicherten Trasse statt«, kritisiert der BUND. Angeblich solle die Autobahn durch den Maulbacher Wald/Wutholz etwas weiter östlich gebaut werden und die Stromtrasse etwas weiter westlich als genehmigt. »Damit verbunden wären weitere Rodungen und ein weiterer Verlust an Natur«.

Nach einer Recherche der Naturschützer liege für diese Arbeiten keine Genehmigung vor. Man fordere daher dringend, alle Arbeiten einzustellen, die zu weiteren Eingriffen in Natur und Landschaft führen. »Tausende Menschen waren tief bestürzt von der Art und Weise, wie im Dannenröder Wald Krieg gegen die Natur geführt wurde,« so Dennhöfer und weiter: »Es darf nicht sein, dass weitere Eingriffe ohne Aufklärung der Bürger und ohne eine Beteiligung der Naturschutzverbände stattfinden«.

Dem BUND würden noch weitere Informationen dieser Art vorliegen. Am Rande des Herrenwaldes wird laut Dennhöfer »nach unserer Kenntnis der Bau eines Betonwerks vorbereitet. Nach unserer Kenntnis ist auch diese Baumaßnahme nicht durch die bestehende Planfeststellung abgedeckt«.

Es handle sich um eine Fläche im Eigentum der Gemeinde Stadtallendorf. Nahe der A 49-Trasse sei auf etwa einem Hektar ein Betonwerk zur Versorgung des A 49-Baus geplant.« Auch hier sollten weitere Bäume geopfert werden und kurzfristig sei mit der Rodung des teilweise älteren Baumbestands am Rand der Fläche zu rechnen.

BUND: Betonwerk soll entstehen

Der BUND abschließend: »In vergleichbaren Fällen kann sich jeder Bürger direkt an die Planfeststellungsbehörde beim hessischen Wirtschaftsministerium wenden und unter Berufung auf das hessische Umweltinformationsgesetz um Prüfung und Aufklärung bitten«. Die Deges hatte kürzlich verlauten lassen, Die großflächigen Fällarbeiten für die A49-Trasse seien abgeschlossen. Zurzeit würden forstwirtschaftliche Nachbereitungen stattfinden. Die gefällten Stämme werden gerückt, aufbereitet und abtransportiert, was voraussichtlich bis Ende Januar dauern werde. Einzelne Nachfällungen seien weiterhin möglich. »Diese betreffen im Wesentlichen vereinzelt stehengebliebene Bäume, die im Rahmen der großflächigen Arbeiten aus unterschiedlichen Gründen nicht gefällt werden konnten.«

Im nächsten Schritt werde der Vertragspartner, die A 49 Autobahngesellschaft mbH & Co. KG, mit den weiteren bauvorbereitenden Arbeiten beginnen, wozu auch das Roden der Wurzelstöcke in diesen Bereichen gehört.



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