24. Oktober 2022, 21:21 Uhr

Neue Heimstatt geschaffen

24. Oktober 2022, 21:21 Uhr
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Von Hannelore Diegel
Vorstandsmitglieder des OGV Burg-Gemünden, Bürgermeister Daniel Müller und einige der Spender trafen sich zum kleinen »Richtfest« des neuen Schwalbenhauses oberhalb des Dorfgemeinschaftshauses in Burg-Gemünden. FOTO: EVA

»Unermüdlich ein Ziel verfolgen, das ist das Geheimnis des Erfolgs« - mit diesem Goethe-Zitat begrüßte die Vorsitzende des Obst und Gartenbauvereins (OGV) Burg-Gemünden, Luise Müller, kürzlich die kleine Gästeschar, unter ihnen auch Bürgermeister Daniel Müller, angesichts des »Richtfestes« zur Fertigstellung des neuen Schwalbenhauses, das nun im Schafgarten oberhalb des Dorfgemeinschaftshauses in Burg-Gemünden seinen Platz gefunden hat.

Ebenso passt dazu das Sprichwort »Was lange währt, wird endlich gut«, das man verwendet, wenn nach langer Zeit ein vorzeigbares Ergebnis zu sehen ist, der Aufwand sich gelohnt hat und das Resultat gut ist. Und das kann man in Bezug auf das Angebot einer neuen Heimstatt für Schwalben in Burg-Gemünden wohl sagen.

Viele Helfer und Unterstützer

Schwalben kennt man vor allem als Sommerboten. Doch in Deutschland gibt es sie immer seltener. Noch kehren zum Glück jedes Jahr im April oder Mai die Mehl- und Rauchschwalben aus ihren afrikanischen Überwinterungsgebieten zu uns zurück, um in unseren Dörfern und Städten zu brüten. Doch so zahlreich wie früher gibt es die Schwalben auch auf den Dörfern leider nicht mehr. Eine der Hauptursachen ist der Verlust von Plätzen, an denen sie brüten können. So verschwinden in den Dörfern und Städten zusehends Nester durch unbedachte Sanierungsmaßnahmen und Veränderungen an den Hausfassaden. Gleichzeitig sind in den Dörfern kaum noch landwirtschaftliche Betriebe zu finden, wo Schwalben, wie es früher war, im Gehöft und besonders in den Stallungen geeigneten Platz zum Nestbau finden.

Bereits 2019 hatte der OGV-Vorstand die Idee, ein Schwalbenhaus zu errichten, seinen Vereinsmitgliedern bei der Jahreshauptversammlung vorgetragen und auch die Zustimmung dafür erhalten.

Nach Recherchen über den Bezug eines fertigen Schwalbenhauses oder geeignete Bauweisen wurde von Vereinsmitgliedern ein Konzept erstellt. Die »schwere Kost« seien dabei allerdings die kalkulierten Kosten von mehreren tausend Euro für eine solche Schwalben-Heimstatt gewesen. »Eine Summe, die der Verein allein nicht stemmen konnte, das war uns allen klar«, sagte Luise Müller. Also habe man geplant, im Rahmen von Veranstaltungen Spenden für das Schwalbenhaus-Projekt zu sammeln und auch gleichzeitig einen Spendenaufruf an Banken, die OVAG sowie ortsansässige Firmen gestartet.

Während der OGV daraufhin prompt Spendenzusagen erhielt, fiel die weitere Planung, Gelder für das Projekt bei Veranstaltungen zu erwirtschaften oder zu sammeln, Corona zum Opfer. So sei, bedingt durch die Pandemie und der damit einhergehenden Einschränkungen, das Projekt leider erst einmal zum Stillstand gekommen, erläuterte die Vorsitzende.

In diesem Sommer war es dann endlich so weit. Durch aufmerksame Beobachtungen und die Feststellung, dass sich im Bereich des Feuerwehrstützpunktes und oberhalb des Dorfgemeinschaftshauses mit Abstand das stärkste Schwalbenaufkommen in Burg-Gemünden befindet, wurde in diesem Bereich der Standort für das Schwalbenhaus ausgewählt. Nachdem mit Unterstützung des Bauhofleiters Udo Richber und nach Genehmigung durch die Gemeinde der genaue Platz für die Montage des neuen Schwalbenheimes festgelegt worden war, »konnten wir nach drei Jahren unser Vorhaben nun in die Tat umsetzen«, sagte Müller.

Inzwischen hatte man sich im Vorstand darauf geeinigt, das Schwalbenhaus-Objekt in Eigenleistung auf die Beine zu stellen. Vorstandsmitglied Gerhard Vogel erhielt den Auftrag, beziehungsweise erklärte sich bereit, das Projekt mit Unterstützung und Beratung ortsansässiger Fachkräfte umzusetzen. Und was daraus entstanden ist, kann sich sehen lassen.

Müller dankte allen, ob heimischen Firmen, Banken, der OVAG oder Vereinsmitgliedern, die zum Gelingen des besonderen Naturprojektes beigetragen haben, sei es durch Spenden oder durch tatkräftige Mitwirkung am Bau und der Aufstellung des Schwalbenhauses.

Dabei sei es egal, wie hoch der Spendenbetrag gewesen sei oder in welcher sonstigen Form der OGV Unterstützung erhalten habe, denn nur dadurch habe das Projekt verwirklicht werden können. Wer das alles war, wird demnächst auf einer Tafel am Mast des Schwalbenhauses nachzulesen sein. Der OGV sei stolz, es geschafft zu haben, so die Vorsitzende. Und ergänzte: »Wenn Burg-Gemünden was auf die Beine stellt, darf es jeder mitbekommen.«



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