01. Dezember 2021, 21:56 Uhr

Neue Chance für Dorftreffpunkt

01. Dezember 2021, 21:56 Uhr
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Aus der Redaktion
Im Rahmen des Modellvorhabens »Alter Treffpunkt - neuer Anstrich: Starthilfe für kreative Köpfe« erhält die Projektgrupe Gemeinschaftshaus Ilsdorf eine Förderung. Staatsminister Axel Wintermeyer und Stiftungsvorstand Dr. Johanna Höhl-Müller stellen das Programm vor. FOTO: PM

Diese Botschaft löste auch in der Staatskanzlei in Wiesbaden gute Laune aus. Im Rahmen des Modellvorhabens »Alter Treffpunkt - neuer Anstrich: Starthilfe für kreative Köpfe« soll alten Treffpunkten in ländlichen Regionen neues Leben eingehaucht werden. Innerhalb von kürzester Zeit hatten sich rund 40 Initativen für das Programm der Hessischen Staatskanzlei und der Landesstiftung »Miteinander in Hessen« beworben. Nun wurden vier Projekte ausgewählt, die sich laut Pressemitteilung mit fachlicher Begleitung umgehend an die Arbeit machen.

Neben Projekten in Burghaun-Langenschwarz im Landkreis Fulda, Münzenberg-Gambach im Wetteraukreis und Niedenstein im Schwalm-Eder-Kreis ist auch ein Projekt aus dem Vogelsbergkreis darunter: das Gemeinschaftshaus Mücke-Ilsdorf. Über die Zukunft des Gebäudes war in der Vergangenheit viel diskutiert worden, da es seit Jahren kaum noch genutzt wurde. Nun soll ihm aber offenbar neues Leben eingehaucht werden.

»Mücke-Ilsdorf ist ein Ortsteil mit rund 200 Einwohnerinnen und Einwohnern. Aktuell gibt es im Dorf keine Gaststätte oder ein Café. In der Bevölkerung besteht daher der Wunsch nach einem Mehrgenerationentreffpunkt, der Vernetzung und Integration junger Familien und Zugewanderter fördert«, heißt es in der Mitteilung der Hessischen Staatskanzlei. Und weiter: »Das Dorfgemeinschaftshaus ist ungenutzt. Junge Familien, die in den letzten Jahren zugezogen sind, wollen das Gebäude gemeinsam mit den Alteingesessenen zu einer lebendigen Begegnungsstätte mit kulturellem Angebot entwickeln, um damit das Miteinander in der Gemeinde zu stärken.«

Dorfgemeinschaftshäuser und Bürgerhäuser sind Treffpunkte, die vor allem in den 1950er Jahren errichtet wurden. Noch heute gibt es in Hessen rund 1500 von ihnen. Früher waren sie mit modernen Bade- und Fernsehräumen oder Gemeinschaftsgefrieranlagen ausgestattet. »Heute können viele einen neuen Anstrich vertragen«, heißt es in der Projektbeschreibung.

Das Modellvorhaben setzt darauf, die Initiativen und ihre kreativen Köpfe aktiv zu begleiten, sodass ein nachhaltiges Konzept inklusive Finanzierungsplan entsteht, das in der Folge eigenständig umgesetzt werden kann. Die Identifikation von Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten ist dabei Teil der Konzepterstellung. »Viele Initiativen und Vereine sind sehr engagiert und haben tolle Ideen für Projekte, sind aber unsicher bei der Umsetzung. Wenn diese Aktivitäten ins Leere laufen und Erfolge ausbleiben, sind die Engagierten oft enttäuscht«, erklärte der Chef der Staatskanzlei, Staatsminister Axel Wintermeyer.

Drang aufs Land

Das soll vermieden werden. »Mit dem Starthilfeprogramm ›Alter Treffpunkt - neuer Anstrich‹ sorgen wir bereits in der Planungsphase für ein gutes Fundament. Wir stellen den Initiativen mehrere Monate lang Expertinnen und Experten und weiteres Know-how zur Seite, um ihr Projekt professionell auf die Schiene zu setzen.« Hierzu gehören auch ein solider Finanzierungsplan und das Ausloten entsprechender Fördermöglichkeiten, sagte Wintermeyer. Der Minister ist auch Vorsitzender des Stiftungsrates der Landesstiftung »Miteinander in Hessen«.

Dr. Johanna Höhl-Müller, Vorstandsmitglied der Landesstiftung »Miteinander in Hessen, hat das Auswahlverfahren aktiv begleitet. Sie freut sich, dass die Projekte nun mit professioneller Hilfe starten können. »Orte der Begegnung fördern den Zusammenhalt und stärken das Gemeinschaftsgefühl. Für den Erhalt einer aktiven Zivilgesellschaft sind sie unersetzlich«, sagte sie.

Viele ländliche Gemeinden haben eine neue Wertschätzung als Wohn- und Arbeitsorte erfahren. Die Möglichkeit zum Homeoffice, der Wunsch nach mehr Platz, Natur und einem größeren gesellschaftlichen Zusammenhalt sind Gründe dafür, dass junge Familien aus der Stadt ins Umland ziehen. Corona hat diesen Trend beschleunigt. »Das Leben auf dem Land wird zunehmend beliebter. Wir als Hessische Landesregierung begleiten und gestalten diesen Wandel, indem wir für gleichwertige Lebensverhältnisse in Stadt und Land sorgen. Unser Programm ist ein weiterer Baustein für die Weiterentwicklung der ländlichen Regionen«, sagt Wintermeyer.

Weitere Informationen gibt es im Netz unter www.miteinander-in-hessen.de.



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