21. März 2021, 17:07 Uhr

Verbaler Angriff

Nach Twitter-Beleidigungen: Vizepräsident des Polizeipräsidiums Mittelhessen in der Kritik

Der Vize-Präsident des Polizeipräsidiums Mittelhessen hat auf Twitter Fußballspieler und Schiedsrichter verbal angegriffen. Nun wird Kritik an ihm und Hessens Innenminister Peter Beuth laut.
21. März 2021, 17:07 Uhr
Über sein mittlerweile gelöschten Twitter-Account hat der Polizei-Vize Fußballspieler verbal angegriffen. (Foto: Monika Skolimowska (zb))

Der Vize-Präsident des Polizeipräsidiums Mittelhessen, Peter Kreuter, hat auf seinem privaten Twitter-Account Fußballspieler und Schiedsrichter beleidigt. Unter anderem sprach er von »Verrätern«, die auf die Tribüne gehörten und empfahl Schiedsrichtern, »mal zum Augenarzt zu gehen«. Außerdem soll er von »Dreckspack« geredet und gefordert haben, bestimmte Spieler »kaputtzutreten«. Der kurz vor der Pension stehende 64 Jahre alte Kreuter hat sich für sein Äußerungen entschuldigt. Polizeipräsident Bernd Paul nannte die Twitter-Beiträge »nicht angemessen und inakzeptabel«. Die Vorfälle würden intern überprüft, teilte die Polizei am Sonntag auf Anfrage dieser Zeitung mit.

Der aus dem Lahn-Dill-Kreis stammende Kreuter ist seit Oktober 2010 Vizepräsident beim Polizeipräsidium Mittelhessen, das für die Landkreise Gießen, Wetterau, Marburg/Biedenkopf und Lahn-Dill zuständig ist. Zuvor war der Posten über ein Jahr lang vakant gewesen. Der damalige Landespolizeipräsident Norbert Nedela sagte bei Kreuters Vorstellung im Rahmen eines Pressegesprächs, der neue Mann zeichne sich durch seine »offene, freimütige und aufrichtige Art« aus. Vorher war Kreuter seit 1987 als Jurist im Polizeipräsidium Frankfurt tätig und habe dort »einen wesentlichen Beitrag dazu geleistet, das große Schiff auf Kurs zu halten«, sagte damals der Landespolizeipräsident.

Nach ersten Medienberichten über die Äußerungen auf Twitter hatte Kreuter Fehler zugegeben und sich für sein Verhalten entschuldigt. Gegenüber dem Radiosender FFH sagte er, er habe als Fan von Borussia-Mönchengladbach bei Fußballspielen die Nerven verloren. Er betonte Medienberichten zufolge, den Twitter-Account nicht in seiner Funktion als Führungskraft bei der Polizei Mittelhessen, sondern als Privatperson betrieben zu haben. Sein Konto bei dem Kurznachrichtendienst hat er mittlerweile gelöscht. Doch im Internet lassen sich weiterhin Fetzen seiner Äußerungen finden.

Polizeivizepräsident hat privates Konto bei Twitter gelöscht

Aus der SPD-Landtagsfraktion gibt es nun scharfe Kritik an Kreuter - und am hessischen Innenminister Peter Beuth. In einer Pressemitteilung wird der parlamentarische Geschäftsführer der Sozialdemokraten im Landtag, Günter Rudolph, mit den Worten zitiert: »Während der Minister (Anm. d. Red.: Beuth) öffentlichkeitswirksam versucht, sich mit Kampagnen gegen Hass und Hetze im Internet zu profilieren, pöbelt ein Polizeivizepräsident in eben diesem Internet auf unterstem Niveau herum. Und es dauert Wochen, bis ihn jemand stoppt.« Die Äußerungen des Polizeivizepräsidenten seien unentschuldbar und schadeten »in erheblichem Maße dem Ansehen der hessischen Polizei«, teilt die SPD mit.

Anlässlich seiner Versetzung nach Gießen hatte Kreuter von seinen Frankfurter Kollegen mit einem Augenzwinkern Filzpantoffeln »für die etwas ruhigeren Tage« geschenkt bekommen. Kreuter sagte 2010 bei seiner Vorstellung, die werde er sicherlich nicht anziehen: »Hier ist keine Ruheposition.« Nun wird es für ihn kurz vor seiner Rente noch einmal richtig ungemütlich.

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