24. September 2021, 21:47 Uhr

Nach der Bratwurst zur Impfung

Der Betrieb im Impfzentrum hält sich in engen Grenzen, doch man ist immer noch ein gutes Stück von der angestrebten Impfquote gegen Corona entfernt. Deshalb gehen die Impfteams in die Fläche und immunisieren in Schlitz, Schotten und Grebenhain. Damit erreichen sie diejenigen Vogelsberger, denen der Weg nach Alsfeld zu weit ist.
24. September 2021, 21:47 Uhr
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Von Joachim Legatis
Zusätzlich zu den Öffnungszeiten des Impfzentrums in Alsfeld bis zum 30. September bieten Dr. Erich Wranze-Bielefeld und sein Team auch einige mobile Impftermine an. FOTO: JOL

Erst ein leckeres Würstchen vom Grill, dann eine Corona-Impfung und zur Abrundung eine Tasse Kaffee in der Sonne. So konnten vor Kurzem Besucher des Bauernmarkts in Groß-Felda das Angenehme mit dem Gesundheitsschutz verbinden. Der Gewerbeverein hatte zusätzlich zu den Ständen der Regionalvermarkter mit Gemüse, Eiern, Honig und Wurst das mobile Team des Impfzentrums Vogelsberg eingeladen. Und immerhin elf Besucher des Markts nahmen die Gelegenheit wahr, sich gegen das Virus zu immunisieren.

Mit solchen Außenterminen übernimmt der Vogelsbergkreis den bundesweiten Trend, zu den Menschen zu kommen, statt auf sie zu warten. Mit dem Ergebnis der Aktion ist Dr. Erich Wranze-Bielefeld halbwegs zufrieden. Der Ärztliche Leiter des Impfzentrums verweist allerdings darauf, dass die Resonanz auf das Angebot je nach Kommune unterschiedlich ausfällt. Unter dem Strich steigt die Impfquote dadurch aber nur um ganze 0,06 Prozent.

Besonders erfolgreich war die Impfaktion in Orten, die weiter entfernt von der Hessenhalle Alsfeld liegen. So kamen Anfang August in Schotten 136 Menschen zur Impfaktion, Mitte September waren es noch einmal 60. In Lauterbach fiel die Resonanz bei zwei mobilen Imfterminen mit 75 und 20 Teilnehmenden bescheidener aus. In Schlitz wurden Mitte August 57 Spritzen gesetzt, ein weiterer Termin findet am heutigen Samstag statt. In Grebenhain zählte das Impfteam Ende August 146 Teilnehmer, auch dort ist am 25. September ein weiterer Besuch vorbereitet.

Täglich kommen nur noch 200 zum Impfen

Mit zunehmender Entfernung zum Impfzentrum in Alsfeld steigt also das Interesse, kurzfristig einen mobilen Impftermin in der eigenen Gemeinde wahrzunehmen. »In Schotten und Grebenhain kamen einige Menschen wahrscheinlich wegen der Entfernung nicht nach Alsfeld, dieser Grund wurde oft genannt«, berichtet Dr. Wranze-Bielefeld. Auch in Schlitz wurde begrüßt, dass die Impfung vor Ort angeboten wurde. Deshalb werden auch noch am Samstag vor der Wahl Menschen in Schlitz und Grebenhain geimpft. Die Zusatztermine wurden dadurch erleichtert, dass die Auslastung im Impfzentrum in den letzten Wochen sehr zurückgegangen ist. Statt der möglichen 1000 Impfungen und mehr pro Tag wurden zuletzt um die 200 und weniger gezählt. Das nachlassende Interesse mag auch daran liegen, dass der Leidensdruck im dünn besiedelten Landkreis geringer ist als in der Stadt. So lag die Sieben-Tage-Inzidenz am Mittwoch im Vogelsberg bei 31,3. Der hessenweite Wert betrug an diesem Tag mit 72,4 mehr als das Doppelte. Dabei zeigt das Robert-Koch-Institut auf, das Covid-Erkrankungen besonders in der mittleren Altersgruppe der Vogelsberger aufgetreten sind. Insgesamt gab es bislang 4329 Covid-19-Fälle. Bei den 35- bis 59-Jährigen zählt die Bundeseinrichtung 1697 Erkrankte, bei den 60- bis 79-Jährigen sind es lediglich 776.

Im Vogelsbergkreis waren zuletzt 61,3 Prozent der Bewohner vollständig geimpft. Das ist ein relativ niedriger Wert. Die bundesweite Impfquote lag am 22. September laut RKI bei 63,4 Prozent, das sind 52,7 Millionen Menschen. Mindestens die erste Impfdosis haben 67,4 Prozent der in Deutschland lebenden Menschen bekommen. In Hessen hinkt man dem Bundestrend hinterher. Vollständig geimpft sind 62,6 Prozent der Landesbewohner, mindestens einmal 67,1 Prozent.



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