17. November 2014, 09:58 Uhr

Chaos ohne Hose in Mücke

Mücke-Flensungen (sf). »Sicherlich werden die Schauspieler ein breites Grinsen auf die Gesichter des Publikums zaubern«, kündigte Gustl Theiss vor der Aufführung der Laienspielgruppe »Stechmücken« an.
17. November 2014, 09:58 Uhr
Gruppenbild ohne Hosen - die männlichen Darsteller agierten überwiegend hosenlos, die Damen leicht bekleidet. (Foto: sf)

Die Akteure würden aber auch mit viel Nervenkitzel das Stück »Hosenflattern« spielen, nachdem viele Monat geprobt hätten. Es sei schon eine Top-Leistung, diese Rollen so neben den beruflichen und privaten Verpflichtungen einzustudieren, meinte Theiss, der in diesem Jahr nicht zu den Aktiven auf der Bühne gehörte.

Mücker Kulturszene belebt

Rückblickend sagte das Stechmücken-Mitglied Gustl Theiss, dass vor 25 Jahre verschiedene weltpolitischen Veränderungen stattgefunden hätten, für Mücke seien es in dieser Zeit die widerspenstigen und unbeugsamen Bürger der Stechmücken gewesen, die die brachliegende Kulturszene in Mücke zu revolutionieren versucht hätten. Man könne inzwischen gut sagen: »Das Werk wurde geschafft«. Theiss nannte beispielhaft für die Aktiven die Namen Bruno Hoffmann und Jürgen Moser. Der Erfolg habe den widerspenstigen Stechmücken von damals Recht gegeben, sie die Pioniere von damals, hätten ihren Kultur-Traum sehr erfolgreich gelebt.

Die britische Boulevardkomödie »Hosenflattern« aus der Feder von John Antrobus und Ray Galton spielte am Wochenende im zeitgenössischen Gießen, tangierte die reiche Stadt Bad Homburg, und auch Butzbach war eingebunden. Das Boulevardstück wurde schwungvoll in Szene gesetzt, und die Komödie strapazierte alle Lachmuskeln. Es gab reichlich Verwirrungen und Verwicklungen. Zur Handlung: Eigentlich wollte sich Norbert Schenk (Mario Kräupl) bei seiner Geliebten Uschi Becker (Wenke Becker) nur ein paar schöne Stunden machen, doch während sie schliefen, ließ ein Einbrecher, gespielt von Michael Weber, Anzug, Hemd und Schuhe samt Schmuck verschwinden. Uschi trauerte ihrem teuren Schmuck nach, doch Norbert sagte, er sei nicht teuer gewesen. Ohne Bekleidung kann Norbert Schenk seiner Frau natürlich nicht unter die Augen treten, ein »Fluchtanzug« muss her. Hilfreich kommen nun drei köstliche Typen ins Spiel: Tommy (Hartmut Groh-Papenfuß), der leichtlebige und Party-begeisterte Student, sowie seine Party-Maus und Au-pair-Mädchen Doro (Sabrina Papenuß), zudem der vom Pferderennen begeisterte Kapitän Weber (Jürgen Schmirmund).

Flucht in Frauenkleidern

Bis ihre Hilfe jedoch eintrifft, macht sich Norbert in Unterhosen bei einer Kletteraktion über den Sims beim Nachbarn in dessen Wohnung auf die Suche nach einer Hose. Es stellen sich ihm dabei immer neue Hindernisse entgegen. Anzüge passen nicht, schrumpfen in der Wäsche, werden geklaut oder mit Hilfe von Prügeln geraubt. Dann tauchen noch zwei Koffer auf, in einem der beiden Koffer ist ein Anzug, im anderen eine Bombe, Drogen kommen ins Spiel, der »Nackte von Butzbach« und der Innenminister mit Namen Nachbar (Robert Menz). Bei seiner Tour wird Norbert von der Polizei beobachtet und als Exhibitionist eingestuft. In dieser brenzligen Situation bleibt ihm nur noch die Flucht in Frauenkleidern. In der Folge wechseln Koffer ihre Besitzer, Doros wunderbare Kekse sorgten dafür, dass sich Uschis Wohnung in einen Swinger Club verwandelte, und daneben herrscht ein reges Kommen und Gehen durch die vier Türen, zu dem der neckische Liebhaber von der Nachbar-Wohnung ebenso beiträgt, wie die (scheinbaren) Vertreter von Sicherheit und Ordnung (Polizisten).

Die Jagd nach der Ersatzhose führt geradewegs ins gnadenlos witzige Chaos. Das Bühnenbild zeigt das Zimmer der Geliebten, in einem Hochhaus in Gießen in der 5. Etage. Mit großer Sicherheit hauen die Schauspieler die Sprüche ihrer Rollen heraus, und Nobert Schenk lieferte passende Mimik und Gestik. Grandios und unterhaltsam waren die ganzen Szenen. Mit Doro in der Rolle des Au-Pair-Mädchens hat Norbert erheiternde Ringeleien im Bett, es gibt Dialoge wie: »Ich bin alt genug, ich könnte dein Vater sein« – »Du bist älter als mein Vater«.

Weitere Vorstellungen

Norbert Schenk verkleidet sich selbst als Frau und wird dann zum Objekt der Begierde eines Polizisten Diddi (Dirk Finthammer). Gegen Ende gibt es rasante Verfolgungsjagden, plötzlich rennt auch noch ein Gorilla (Max Rau) mit. Das Publikum amüsiert sich, es wird viel gelacht bei den zahlreichen Späßen, und am Ende werden die Darsteller mit opulentem Applaus verabschiedet. Neben den bereits genannten Akteuren spielten mit: Melanie Luft als Kommissar, Tim Decher als weiterer Einbrecher, Gabi Kratz als Geliebte Diana vom Nachbarn, Elisabeth Kratz gab ihre Stimme via Telefon als Jenny, Rüdiger Kipper war der Mann der Geräusche und Borghild Kipper war Suffleuse. Michael Schneider zeichnete für Beleuchtung und Beschallung verantwortlich.

Auf dem Programm des Abend war folgender Satz zu lesen: »Liebe Besucher. Lasst Eure Hosen nicht aus den Augen. Nie waren diese modischen Beinkleider, so begehrt, wie in dieser Komödie.« Gottlob, gingen alle Gäste nach dem wundervollen Theaterstück wohlbehalten und ohne Hosenverlust wieder nach Hause. Weiter Vorstellungen sind am kommenden Freitag und Samstagabend jeweils um 20 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus. Restkarten sind noch vorhanden.

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