02. September 2014, 16:58 Uhr

Sanierung der Kirche als Glaubensbekenntnis

Mücke-Merlau (sf). Die katholische Kirche wurde am Sonntag nach rund viermonatiger Renovierungszeit feierlich wieder eingeweiht.
02. September 2014, 16:58 Uhr
Geistliche und Ministranten beim Gottesdienst zur Wiedereinweihung der katholischen Kirche in Merlau. (Foto: sf)

Pfarrer Clemens Wunderle, Generalvikar Giebelmann aus Mainz, eine Reihe ehemaliger Pfarrer und Diakon Schucker sowie die Ministranten schritten zu Beginn des Festgottesdienstes zum Altarraum, während die Gemeinde das Eröffnungslied »Ein Haus voll Glorie« sang.

Pfarrer Clemens Wunderle zeigte sich begeistert von der Akustik im Gotteshaus. Des Weiteren begrüßte oder entschuldigte er ehemalige Pfarrer, die in Merlau ihren Dienst taten, die Architektinnen Knechtges (Planung und Bauleitung) und Zima (Regionalarchitektin des Bistums Mainz), die an der Renovierung beteiligten Firmen und deren Vertreter und Bürgermeister Matthias Weitzel. Ein besonderer Gruß ging an die Chorleiter des Projektchores aus Grünberg/Laubach, Bernhard Glaßl, und Klaus Lehnhart sowie an den Organisten Norbert Halbleib.

Heimat für den Glauben

Ein weiterer Gruß ging an die Männer und Frauen, die ehrenamtlich viel Zeit in das Objekt Kirche steckten. Stellvertretend fielen die Namen von Bernhard und Christine Reitz und von Wilfried Schwab. Die Einweihung der Kirche ist ein Anlass zum Feiern, aber auch an solchen Tagen müsse man auch an die Menschen in Krisengebieten denken und für sie beten, so Wunderle. »In der Welt stehen große Kathedralen, aber in Merlau steht eine Kirche, wo die Menschen eine Heimat für ihren Glauben gefunden haben«. Dann wurde die Kirche gesegnet.

Generalvikar Giebelmann überbrachte die Grüße von Kardinal Lehmann. Er erinnerte an den Bau der Kirche. Nach dem Krieg kamen Menschen aus dem Sudetenland, aus Böhmen und Mähren und siedelten sich im Vogelsberg an. Es waren die ersten Katholiken, die in ein Protestantenland kamen. Die katholischen Bürger hatten damals Gastrecht in der evangelischen Kirche – es wurde zusammengerückt.

Aber dann wollten die Menschen eine eigene Kirche haben. Sie waren voller Tatkraft und Begeisterung und so entstand eine Kapellenkirche. Später kamen Spätaussiedler aus Polen und den russischen Ländern und auch sie fanden eine Heimat in der Kirche. »Alles, was Menschen sonst trennt, wie Geld, Beruf, Partei, Alter und vielleicht die Hautfarbe, das verschmilzt in der Kirche, denn sie ist kein Verein, sondern eine weltweite Gemeinschaft«, so Giebelmann.

Eine Kirchenrenovierung sei ein Glaubensbekenntnis. Anderswo werden Kirchen zu Vereinsheimen und Gasthäusern, meinte giebelmann. Aber der Glaube brauche eine Heimat. Die Kirche in Merlau sei auch künftig ein geistiger Ort.

Der feierliche Gottesdienst wurde vom Projektchor musikalisch umrahmt. Die Orgelbegleitmusik übernahm Organist Norbert Halbleib. Nach dem Festgottesdienst gab es ein gemeinsames Mittagessen und anschließend Kaffee und Kuchen.

Videoübertragung

In froher Runde verbrachten die Gäste einen schönen Nachmittag bei der Einweihungsfeier. Das Gotteshaus konnte nicht alle Besucher beherbergen und so waren einige Besucher draußen im Zelt geblieben. Aber sie konnten den Gottesdienst mitverfolgen, es gab eine Videoübertragung nach draußen.

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