16. Mai 2013, 18:38 Uhr

Kritik an geplantem Kirrungsverbot

Mücke-Atzenhain (pm). Dieser Tage fand im Gasthaus Bergschänke die Jahreshauptversammlung der Jagdgenossenschaft Atzenhain statt. Jagdvorsteher Berthold Biedenkapp berichtete vor den anwesenden Jagdgenossen und Gästen über das abgelaufene Jagdjahr und die für die Umsetzung der Maßnahmen erforderlichen Sitzungen.
16. Mai 2013, 18:38 Uhr
Wenn das Anfüttern von Wild zukünftig nicht mehr erlaubt ist, werden sich die Wildschweine noch weiter vermehren, so der Atzenhainer Jagdpächter. Dann würden die Schäden im Mais zunehmen und die Gefahr von Unfällen nimmt zu, fürchtet er. (Foto: dpa)

Er berichtete über das traditionelle gesellige Beisammensein am Pfingstmontag im Feuerwehrgerätehaus und bedankte sich für die gute Bewirtung durch den Mandolinen-Club.

Von der veranschlagten Summe des Jagdpachterlöses, die laut Versammlungsbeschluss für Investitionen vorgesehen waren, wurden 3100 Euro in eine Anbau-Kehrmaschine investiert. Im abgelaufenen Jagdjahr konnte durch den Erlös aus der Maschinennutzung ein leichtes Plus in der Kasse erzielt werden. Biedenkapp bedankte sich bei allen, die sich um Unterbringung und Pflege der Maschinen gekümmert haben.

Rechner Burkhard Katz berichtete über die Finanzen und der Genossenschaftsausschuss hatte keine Beanstandungen. Die Versammlung entlastete daraufhin Kassenwart und Vorstand. Der Jagdpachterlös wird laut Beschluss für ein geselliges Beisammensein und für die Investition in ein neues Mulchgerät verwendet. Für den Anteil am Wegebau in der Feldgemarkung Schönborn (Schimborn) zwischen dem Naherholungsgebiet Holzwiesenteich und der Erddeponie Schönborn wurden 10 000 Euro für den Jagdgenossenschaftsanteil genehmigt.

Dieser wichtige Zufahrtsweg für die Gemarkung Schönborn ist durch Wasserauswaschung kaum noch zu befahren. Der am Ortsrand zwischen Stangenröder Weg und Hirzgasse liegende Alte Atzenhainer Weg gleiche nach jedem Regen »der Mecklenburgischen Seenplatte« und ist dann zu Fuß nur mit Gummistiefeln passierbar.

Der Zufahrtsweg zum Friedhof wird in Eigenleistung von der Jagdgenossenschaft unter Materialbereitstellung durch die Gemeinde wiederhergestellt. Für die Maßnahmen an allen drei Wegen wurden Anträge an die Gemeinde gestellt.

Trotz Zusammenarbeit zwischen den Landwirten und dem Jagdpächter-Team konnten im vergangen Jahr nicht alle Wildschäden abgewehrt werde. So kam es in einigen Maisschlägen zu Schäden, bei denen die Landwirte großzügig auf finanzielle Entschädigung verzichteten. Berthold Biedenkapp bedankte sich bei den Landwirten.

Jagdpächter Gerhard Keil bedankte sich beim Jagdvorstand für die harmonische Zusammenarbeit und lobte den Vorstand sowie die Schadensabwehr durch die Landwirte.

Er berichtete, dass acht Stück Schwarzwild, vier Füchse und neun Stück Rehwild erlegt wurden. Keil berichtete stolz, dass der beste Bock seiner Jagdlaufbahn im Abschuss enthalten war. Im Revier wurden
30 Stück Rehwild gezählt, 16 Stück werden im Abschussplan gefordert. Aber es seien auch Probleme in Sicht, so Keil
und er erwähnte hier das Kirrungsverbot, das er als »nächsten Schildbürgerstreich der Politik« bezeichnete. Gerhard Keil berichtet, dass Kirrung (Anfütterung) die einzige Möglichkeit ist, über die Anwesenheit der ansonsten durchziehenden Wildschweinrotten Informationen zu erhalten. Nur so könne er die Hege im Revier durchführen und seine Jagdaufgaben erfüllen. Bei einem Kirrungsverbot würden die bereits jetzt prekäre Schwarzwild-Population und die Schäden in der Landwirtschaft, gerade bei der gestiegenen Maisanbaufläche steigen. Mit höheren Schwarzwildzahlen werde die Futtersuche auch Richtung Dorf aufgenommen. Außerdem erhöhe sich die Gefahr von Verkehrsunfällen mit Wildschweinen.



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