08. November 2012, 16:38 Uhr

Unter Geehrten ein Mann der ersten Stunde

Mücke (rs). »Kommunalpolitik lebt von ehrenamtlichem Engagement«, sagte Bürgermeister Matthias Weitzel am Mittwoch Abend bei der Gemeindevertretersitzung in Sellnrod, dies werde um so deutlicher, als in diesen Tagen die Großgemeinde Mücke 40 Jahre alt wird.
08. November 2012, 16:38 Uhr
Das Foto zeigt die in der Gemeindevertretersitzung in Sellnrod für jahrzehntelanges Engagement ausgezeichneten Kommunalpolitiker, soweit sie am Mittwoch Abend anwesend sein konnten. Die Auszeichnungen händigten Thomas Röhrig, Vorsitzender der Gemeindevertretung (3. von rechts) und Bürgermeister Matthias Weitzel (5. von links) aus. (Foto: rs)

Mit dem CDU-Vertreter Wilfried Schwalb wurde gar ein Mann der ersten Stunde geehrt, der der Gemeindevertretung beziehungsweise dem Gemeindevorstand seit 1972 angehört. So wie Schwalb hätten die zur Ehrung anstehenden anderen Kommunalpolitiker sehr viele Stunden ihrer Freizeit für die Allgemeinheit verwandt. Jetzt sei die Gelegenheit, das jahrzehntelange Wirken in aller Form in der Öffentlichkeit zu würdigen. Öffentlichkeit im Dorfgemeinschaftshaus waren zwei Angehörige eines Gemeindevertreters.

Weil es in der vergangenen Legislaturperiode keine Ehrungen gegeben hat, komme es jetzt zu 50 Auszeichnungen, informierte Gemeindevertretungsvorsitzender Thomas Röhrich. Jetzt würden die noch aktiven Kommunalpolitiker geehrt, die bereits Ausgeschiedenen erhielten die Auszeichnung in ihren Ortschaften bei einer Ortsbeiratssitzung.

»Ehrungen, das ist, wenn die Gerechtigkeit ihren liebenswürdigen Tag hat«, leitete Bürgermeister Weitzel seine Laudatio für die verdienten Kommunalpolitiker mit einem Bonmot von Altbundeskanzler Konrad Adenauer ein. Im kommunalpolitischen Alltag werde es zwar nicht immer gelingen, dass immer alle einer Meinung sind. Gemeinsam sei den Kommunalpolitikern indes das Streben nach dem Ziel, die Gemeinde attraktiv zu erhalten. In diesem Sinne hätten wohl auch die Kommunalpolitiker gehandelt, die den Zusammenschluss der über einem Dutzend Dörfer zur Großgemeinde Mücke betrieben haben.

Bürgermeister Weitzel nutzte die Ehrungen für einen Rückblick auf die Entstehung der Großgemeinde, wobei die konstituierende Sitzung der Gemeindevertretung vom
21. November 1972 datiert. Bereits vorher am 1. August 1970 hatten sich die Dörfer Flenungen und Merlau zur neuen Gemeinde Mücke zusammengeschlossen. Erster hauptamtlicher Bürgermeister wurde Ludwig Sartorius. 1971 schlossen sich dann Atzenhain, Groß-Eichen, Sellnrod, Höckersdorf, Ilsdorf und Ruppertenrod an. Währenddessen kam es zu einem weiteren Zusammenschluss von Nieder-Ohmen mit Wettsaasen und Bernsfeld unter Federführung von Bürgermeister Heinrich Stein. Ober-Ohmen blieb bis zum Schluss eigenständig. Erst Ende 1971 kam es zum Zusammenschluss in der bis heute andauernden Form, nachdem Landrat Kratz Druck gemacht hatte.

Zum Selbstverständnis des frisch gegründeten Mücke erinnerte Bürgermeister Weitzel daran, dass man in der »Hauptstadt-Frage« des ebenfalls neu gegründeten Vogelsbergkreises klar für Alsfeld plädiert hatte. Als es dann Lauterbach wurde, sei die Forderung laut geworden, sich dem Nachbarkreis Gießen anzuschließen. Inzwischen seien die Strukturen in der Großgemeinde Mücke gefestigt, gewandelt hätten sich einige Probleme, wie nicht mehr aktuellen Gemeindebullen und die Einführung der staubfreien Müllabfuhr. Geblieben sei das Hallenbad, dessen Bau 1973 beschlossen wurde, das in den vergangenen zehn Jahren immer wieder in der Diskussion war und auch demnächst wieder auf der Tagesordnung stehen werde.

Zu den verdienten Kommunalpolitikern äußerte der Bürgermeister, eine Ehrenplakette in Silber erhielten diejenigen, die mehr als zwölf Jahre tätig sind, in Silber mit Feingoldauflage für mehr als 20 Jahre, sowie in Gold für mehr als 24 Jahre Tätigkeit in gemeindlichen Gremien.

Die Ehrenplakette in Silber erhielten Dr. Anna-Elisabeth Brunn (18 Jahre), Dr. Hubertus Brunn (18), Dieter Daniel (14), Jürgen Kornmann (15), Karl Peter Merz (18), Peter Schäfer (12), Siegfried Weicker (18) und Hans-Jürgen Zimmer (18). Mit einer Ehrenplakette in Silber mit Feingoldauflage wurde Joachim Hannig (23) bedacht. Die Ehrenplakette in Gold erhielten: Gerhard Horst (30), Norbert Kratz (26), Dr. Udo Ornik (25), Kurt Stiehler (30), Ottmar Traum (26), Albert Tröller (26) und Günter Zeuner (30). Weil das kommunalpolitische Engagement von Wilfried Schwab, der bereits alle Ehrungen erhalten hat, die Ehrensatzung sprengt, erhielt er für 40-jähriges Wirken am Mittwoch ein Anerkennungsgeschenk.

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