03. April 2011, 17:10 Uhr

Was einmal im Netz ist, kaum noch zu löschen

Mücke-Ober-Ohmen (pm). Die Grundschule Oberes Ohmtal hatte jetzt zu einem Themenelternabend in der Reihe »Talk um Acht« eingeladen.
03. April 2011, 17:10 Uhr
Marco Hohmann vom Polizeipräsidium Osthessen informierte die Eltern über Gefahren von Internet und Handys. (Foto: pm)

Das Thema »Kompetenter Umgang mit Handy und Internet« war von den Eltern vorgeschlagen worden, es nahm aber nur eine kleine Schar der Eingeladenen die Veranstaltung wahr. Diese erhielten durch Marco Hohmann vom Polizeipräsidium Osthessen Einblick in die Möglichkeiten, Gefahren und Risiken der neuen Medien. Seine Arbeit umfasst sowohl die Strafverfolgung im Internet bei Betrug, Beleidigungen, illegale Downloads, Datendelikte, Kinderpornografie als auch Gefahrenabwehr (etwa Abschalten von betrügerischen Internetseiten, Suizidankündigungen).

Ein Schwerpunkt in der Prävention ist die Aufklärung, welche Gefahren im Umgang mit den neuen Medien stecken. Diese Gefahren zeigte er den Eltern auf: Die verlockenden Abonnements für »kostenlose« Klingeltöne oder Ähnliches verleiten dazu, schnell in die Schuldenfalle zu tappen. Welche Auswirkungen 49 ct pro Tag monatlich haben - und das nicht nur einen Monat lang, sondern jeden Monat - können Kinder und manche Jugendliche noch nicht überblicken. Prepaid-Kartenhandys seien nicht ausgenommen, auch dort könnten Schulden aufgebaut werden und dann bei jedem neuen Aufladen zunächst verbucht werden.

Beim Urheberrecht sei oft nicht bekannt, dass Bilder nicht ohne weiteres ins Internet gestellt werden dürfen, dazu muss das Einverständnis des Betreffenden vorliegen. Wer dagegen handelt, macht sich strafbar. Darüber hinaus solle sich jeder genau überlegen, welche Bilder von ihm im Netz verbreitet werden dürfen: Was einmal im Netz ist, sei kaum zu löschen.

Das Thema »illegale Downloads« von Filmen oder Musiktiteln brachte manchen Anwesenden zum Nachdenken. Nicht bekannt war, dass mit dem Runterladen von solchen Dateien automatisch ein Anbieten dieser Dateien im Netz verbunden ist. Sobald ein Nutzer einen Titel etwa über eMule lädt, bietet er diesen an, und das sei illegal, da man nicht Rechteinhaber ist. Die Folgen sind, dass tausende Strafverfahren anhängig sind mit Schadensersatzforderungen bis zu 10000 Euro pro Titel. Für die Verstöße gegen dieses Gesetz haften bei Minderjährigen die Eltern.

Einen breiten Raum der Diskussion nahm das »Cybermobbing« ein, das durch die jetzt auf den Index kommende Seite »iShareGossip« gefördert wird. Gegen Cybermobbing könne man sich schützen, indem man nicht auf beleidigende Nachricht antwortet und Aufnahmen nicht weiterverbreitet. Dringend empfahl Marco Hohmann, Anzeige zu erstatten und Beweismittel zu sichern durch Notieren von Datum, Uhrzeit, Beschreibung des Vorfalls, Nickname sowie durch Bildschirmausdruck (Screenshot).

Im weiteren Verlauf ging der Referent auf die stark verbreiteten sozialen Netzwerke ein (etwa Facebook) und warnte auch hier davor, zu viel Informationen von sich preiszugeben. Er empfahl Sicherheitseinstellungen zu nutzen. Gleiches gelte für Chatrooms, hier warnte er davor, den eigenen Namen oder Personalien zu übermitteln, sondern empfahl Nicknames zu verwenden, sich niemals mit Fremden aus Chaträumen zu treffen und immer misstrauisch zu bleiben. Abschließend nannte er einige Adressen mit guter Kinderschutzsoftware. Diese beschränkt z.B. die Computerzeit oder die Onlinezeit und kontrolliert die Aktivitäten, indem sie den Zugriff nur auf bestimmte Internetseiten ermöglicht.

Schulleiterin Claudia Wolf dankte dem Referenten für seinen Vortrag, der viele neue Erkenntnisse brachte.

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