22. September 2009, 18:28 Uhr

Beitrag zu besserer Mobilität und zum Klimaschutz

Mücke (rs). Mit einer intakten Verkehrsinfrastruktur die Ballungsräume verbinden und den ländlichen Raum erschließen, diesen Vorgaben zur Mobilität wurde mit dem Ausbau der A5 auf einer Länge von 73 Kilometern Rechnung getragen. In diesem Sinne äußerten sich am Dienstag Nachmittag Ulrich Kasparick, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, und Dieter Posch, Hessischer Verkehrsminister, bei der offiziellen Freigabe des letzten Bauabschnittes an der Autobahnanschlussstelle Homberg/Ohm.
22. September 2009, 18:28 Uhr
Hessens Verkehrsminister Dieter Posch.

Mücke (rs). Mit einer intakten Verkehrsinfrastruktur die Ballungsräume verbinden und den ländlichen Raum erschließen, diesen Vorgaben zur Mobilität wurde mit dem Ausbau der A5 auf einer Länge von 73 Kilometern Rechnung getragen. In diesem Sinne äußerten sich am Dienstag Nachmittag Ulrich Kasparick, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, und Dieter Posch, Hessischer Verkehrsminister, bei der offiziellen Freigabe des letzten Bauabschnittes an der Autobahnanschlussstelle Homberg/Ohm. Damit wurde ein Schlusspunkt unter ein insgesamt 310 Millionen Euro teures Projekt gesetzt, das sich vom Hattenbacher Dreieck im Norden bis zum Gambacher Kreuz im Süden erstreckt. Bei der Erneuerung in neun Abschnitten seit Mitte der 1980-er Jahre war durchgängig ein Standstreifen angebaut worden, in Teilbereichen wurde die A5 auch auf drei Spuren ausgebaut. Die mit elf Kilometern längste Baustelle Hessens ist seit Dienstag Vergangenheit.

Der Ausbau von Verkehrswegen als Beitrag zum Klimaschutz, diesen Bogen schlug Staatssekretär Kasparick, denn der Verbrauch von Fahrzeugen erreiche durch Stau Höchstwerte. Deshalb sei es richtig gewesen, auf dem 73 Kilome- ter langen Abschnitt Standstreifen anzubauen und Engpässe zu beseitigen, um die Unfallgefahr zu mindern. Insbesondere nach der Wiedervereinigung habe der tägliche Verkehr um über 15 000 Fahrzeuge täglich zugenommen, eine Menge, die eigentlich eine eigene Straße rechtfertige. Die deutsche Wirtschaft fuße auf zwei wesentlichen Faktoren: der Kombination aus Forschung und Entwicklung und einer ausgefeilten Infrastruktur; zum letzten Punkte gehöre die verkehrliche Erschließung. Gesamtwirtschaftlich bedeute ein besseres Verkehrsnetz auch weniger Unfalltote. Seien es in den 1970-er Jahren noch über 24 000 gewesen, sei die Zahl der Opfer im Vorjahr auf unter 5000 gesunken. Ein intaktes und leistungsfähiges Straßennetz sei zudem für die Logistikbranche wichtig, sagte Kasparick, speziell in der aktuellen Wirtschaftskrise, die dem Transportgewerbe einen Rückgang um bis zu 20 Prozent beschert habe.

Aber es gebe Licht am Ende des Tunnels, machte der Staatssekretär Hoffnung. Und er wies noch auf den glücklichen Umstand hin, dass das kostenintensive Projekt jetzt abgeschlossen sei, denn in den kommenden Jahren dürften für den Ausbau von Straßen weniger Mittel zur Verfügung stehen. 2009 sei mit rund elf Milliarden Euro ein Rekordjahr gewesen.

Seit 1982 mit Unterbrechungen im Landtag, konnte sich Hessens Verkehrsminister Dieter Posch an die lange Geschichte des Ausbaues sehr gut erinnern. Zudem war er bei der Grenzöffnung der DDR Staatsminister im Verkehrsministerium gewesen, hatte die Belastung für A4 und A5 hautnah miterlebt, gleichermaßen ihre Bedeutung als verbindendes Element. Posch ordnete die Mobilitätssicherung als Basis für die Wirtschaft ein, und auch der Einzelne profitiere davon, denn in Hinblick auf die Arbeitsplätze werde mehr und mehr Mobilität gefragt. Denn es sei der bundesweite Trend zu elf Metropolen erkennbar, wo sich die Arbeitsplätze ballten und die Menschen zuziehen würden. Diesen Wandel für den ländlichen Raum zu mildern helfe eine Autobahn als Erschließungsfaktor.

Beim Ausbau der Infrastruktur müsse zudem auf die optimale Ausnutzung vorhandenen Verkehrsraumes gesetzt werden, sagte Posch, wobei Verkehrstelematik im Vordergrund stehe. Auf diesem Sektor sei das Bundesland Hessen federführend. Bislang seien 80 Kilometer so ausgestattet, dass zeitweise der Standstreifen als Fahrspur frei gegeben werden könne. Angestrebt sei diese Technologie auf einer Strecke von 300 Kilometern. Verkehrsminister Posch bezeichnete sich als »Vielfahrer auf der A5«, weil sie die Straßenverbindung zwischen seinem Wohnort Kassel und seinem Arbeitsplatz Wiesbaden sei. Deshalb habe er die Entwicklung der vergangenen Jahre gut verfolgen können und auch das wohlmeinende Bemühen des Landesamtes für Straßen- und Verkehrswesen, den Autofahrer wegen baubedingter Langsamfahrstellen oder gar Staus um Verständnis und Geduld zu bitten.

Letztlich bat Verkehrsminister Posch auch um Verständnis für die derzeit vielen Baustellen im Land, denn mit den Investitionsprogrammen werde versucht, das Baugewerbe zu stabilisieren. So gesehen bedeute Politik auch manchmal die Quadratur des Kreises.

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