04. September 2009, 20:54 Uhr

Hürner-Funken ist fast »wunschlos glücklich«

Mücke-Atzenhain (ks). Führungskräfte von Firmen, die (fast) nichts zu klagen haben - die konnte man gestern bei Hürner-Funken in Atzenhain erleben. Dort war der SPD-Bundestagsabgeordnete Rüdiger Veit zur Besichtigung eingetroffen, am Morgen hatte er bereits die Firma Weber Feinmechanik in Homberg besucht. Im Gespräch mit Geschäftsführer Peter Hill und Dr. Hermann Mauch (Managing Director) wurde deutlich, dass das Unternehmen die Wirtschaftskrise bisher gut gemeistert hat.
04. September 2009, 20:54 Uhr
Im Werk von Hürner-Funken, von links MdB Rüdiger Veit, Managing Director Dr. Hermann Mauch, Betriebsratsvorsitzender Gerald Kratz, Bürgermeister Matthias Weitzel, Geschäftsführer Peter Hill und SPD-Ortsvereinsvorsitzender Thomas Röhrich. (Foto: ks)

Mücke-Atzenhain (ks). Führungskräfte von Firmen, die (fast) nichts zu klagen haben - die konnte man gestern bei Hürner-Funken in Atzenhain erleben. Dort war der SPD-Bundestagsabgeordnete Rüdiger Veit zur Besichtigung eingetroffen, am Morgen hatte er bereits die Firma Weber Feinmechanik in Homberg besucht. Im Gespräch mit Geschäftsführer Peter Hill und Dr. Hermann Mauch (Managing Director) wurde deutlich, dass das Unternehmen die Wirtschaftskrise bisher gut gemeistert hat. Mit Zahlen ließ sich das erfolgreiche Konzept eindrucksvoll untermauern, denn in den vergangenen Jahren wuchs die Firma jedes Jahr um rund zehn Prozent - »und wir wollen weiter wachsen.«

Der Ursprung der Firma reicht bis ins Jahr 1928 zurück, als Ernst Hürner den neuen Kunststoff für seine Arbeit entdeckte. Heute ist das Unternehmen führend im Bereich Kunststoffventilatoren, der Marktanteil liegt hier bei 70 Prozent. 1999 übernahm man die Firma Funken & Co. und firmiert seither als Hürner-Funken GmbH. Rund 10 000 Ventilatoren verlassen jährlich das Werk in Atzenhain, weitere Werke befinden sich im Westerwald und in Singapur. Sechs Auszubildende sind derzeit in Atzenhain tätig, bisher habe man den Lehrlingen auch eine Folgebeschäftigung bieten können. Allerdings sei es nicht so einfach, Kunststoffschlosser zu bekommen, hieß es. Das gelte auch für Universitätsabsolventen aus dem nahen Gießen. Gute Erfahrungen habe man mit ausländischen Werksstudenten, die zum Beispiel aus Südkorea und Frankreich kommen.

Außer einem »kleinen Durchhänger« im Frühjahr sei man bisher gut durch die Krise gekommen, betonten die Firmenvertreter, jetzt läuft das Geschäft wieder auf vollen Touren. Weil man sehr inlandsstark ist, sei man vom Einbruch auf den ausländischen Märkten nicht so schlimm getroffen worden. Die Exportquote liege bei etwa 25 Prozent.

Als richtig habe sich herausgestellt, auf neue Geschäftsfelder zu setzen und sich möglichst breit aufzustellen. Hürner-Funken musste auch keine Kurzarbeit anmelden, sondern mit einem flexiblen Gleitzeitmodell war es gelungen, schwächere Auftragslagen abzufedern. Dafür hatten die Mitarbeiter in vergangenen Jahren Überstunden geleistet und ihre Gleitzeitkonten aufgefüllt, die dann abgebaut werden konnten. Seit Wochen werden allerdings »wieder kräftig« Überstunden gemacht.

Firmenvertreter und Betriebsratsvorsitzender Gerald Kratz betonten wechselseitig die gute Zusammenarbeit. »Wir wissen, was wir an dem Standort und dem Arbeitsplatz direkt vor der Haustür haben,« so Kratz. So seien die Leute bei Fertigungsspitzen auch am Samstag zur Stelle, lobten Hill und Dr. Mauch. Rüdiger Veit zeigte sich erfreut und betonte, es sei nicht in jeder Firma üblich, dass der Betriebsratsvorsitzende bei einem solchen Gespräch mit am Tisch sitzt. Eine Klage wurde dann am Schluss doch noch geführt - die über das langsame Internet. Die Kunden der Firma erwarten, dass sie schnell auf Daten zugreifen können. Man habe ein Konzept über Funk ausprobiert, was aber nicht zufrieden stellend funktioniert habe. »Geografisch können wir nicht besser liegen. Die Autobahn haben wir, aber die Datenautobahn nicht.« Eine schnelle Datenleitung so heute aber so wichtig wie eine Strom- oder Wasserleitung. Bürgermeister Matthias Weitzel, der mit dem Ortsvereinsvorsitzenden Thomas Röhrich vor Ort war, betonte, die Telekom wolle für den Ausbau der Leitung 200 000 Euro. Gemeinsam mit der IHK und dem Kreis arbeite man aber an einer Lösung. Rüdiger Veit besichtigte anschließend noch das Werk.

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