09. September 2021, 21:48 Uhr

Mit Respekt und Solidarität

25 Jahre lang als Vize - da erscheint die Übernahme der vollen Verantwortung nur noch als kleiner Schritt. Fred Weißing hat ihn jetzt getan und steht nun dem Diakonischen Werk Vogelsberg vor. Während er nach vorn blickt, zieht Vorgängerin Martina Heide-Ermel eine positive Bilanz.
09. September 2021, 21:48 Uhr
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Aus der Redaktion
Heide-Ermel blickt auf dem Empfang zurück auf ein wirkungsvolles Schaffen im Vogelsberg.Nachfolger Fred Weißing spricht über seine Vorstellung von Diakonie. FOTO: PM

Lange mussten sie warten, die Menschen im Diakonischen Werk Vogelsberg: Die im vergangenen Jahr ausgeschiedene Leiterin Martina Heide-Ermel wartete auf ihren Abschiedsgottesdienst, die Einrichtung selbst wartete auf einen neuen Leiter, und als dieser in Person von Fred Weißing gefunden war, warteten alle auf die Einführung. Nun endlich war es möglich, all das gemeinsam zu begehen.

In einem großen Festgottesdienst in der Lauterbacher Evangelischen Stadtkirche standen die Zeichen auf Abschied und Neubeginn gleichermaßen. Dekanin Dr. Dorette Seibert ging auf die Aufgaben der Diakonie ein. Sie legte die biblische Geschichte der Speisung der Fünftausend zugrunde. »Es gilt zu sehen, was da ist, und was man daraus machen kann, um den Menschen das zu geben, was ihnen fehlt«, betonte die Dekanin. Die Diakonie sei überall dort, wo Menschen Hilfe benötigen: in der Beratung, in der praktischen und finanziellen Hilfe.

Jeder bringt seine Stärken ein

Die Diakonie ermutige, gebe Kraft und sei in vielen Belangen für die verschiedensten Menschen da. »Kirche mit Hand und Fuß« nennt das Seibert, die selbst Mitglied im Aufsichtsrat der Diakonie Hessen ist. »Die Menschen in der Diakonie bringen ihre Gaben ein, teilen ihre Berufung mit Leib und Seele, um ihr Gegenüber zu stärken«, lobte Seibert das Tun der Mitarbeitenden und der Leitungspersonen. »Wenn Menschen Gutes tun, entsteht eine Dynamik« meinte die Dekanin. Hilfe schaffe Mut und Vertrauen und daraus könnten Wege entstehen. »Sie teilen mit vollen Händen aus, was Gott uns anvertraut hat, und viele Menschen im Vogelsberg profitieren davon.«

Zur Verabschiedung von Martina Heide-Ermel, die von 2012 bis 2020 die Leitung des Regionalen Diakonischen Werks innehatte, sprach ebenfalls die Dekanin: Heide-Ermel sei eine Kirchenfrau durch und durch, und nie habe sie den Glauben daran verloren, dass ihr großer Abschiedsgottesdienst noch kommen würde. Diakonin, Prädikantin, Leiterin des DW, Geschäftsführerin des Betreuungsvereins - ihr ganzes berufliches Leben habe sie der Diakonie gewidmet, und auch in ihrem neuen beruflichen Umfeld sei sie dem diakonischen Gedanken treu geblieben. Sie habe mit Haupt- und Ehrenamtlichen gleichermaßen gearbeitet, in verschiedenen Gremien ihre Stimme für die Anliegen der Diakonie erhoben und mit viel Energie und Lebensfreude viel bewegt und vorangebracht. Martine Heide-Ermel selbst sagte, ihr Ziel sei es stets, die Welt positiver zu gestalten und heller zu machen.

Die Einführung von Heide-Ermels Nachfolger Fred Weißing übernahm Volker Knöll. Der Geschäftsführer der DW blickte mit Weißing, der vor wenigen Tagen auch sein 30-jähriges Berufsjubiläum feiern konnte, auf einen reich gefüllten Berufsweg im DW zurück, dessen stellvertretende Leitung Weißing in Alsfeld seit 1996 innehatte. Knöll zeigte sich erfreut, dass Weißing den Schritt vom kommissarischen Leiter nach dem Weggang Heide-Ermels zur Übernahme der Leitungsverantwortung gegangen ist. Er bringe Spaß an der Arbeit mit, Bodenhaftung und einen großen Bezug zu den Menschen, die die Hilfe benötigen. »Diakonie«; so charakterisierte Knöll, »ist das mildtätige Gesicht der Kirche.« In ihren Dienst stellte er Fred Weißing, und nicht nur dieser musste diesem Akt zustimmen, sondern auch seine MitMitarbeiter.

Er wolle »christliche Nächstenliebe erfahrbar machen«, sagte Weißing in seiner kurzen Ansprache, »für Menschen da sein, auf Menschen achtgeben und mit Respekt und Solidarität zu einer besseren Gesellschaft beitragen.« Den Vogelsberg sieht Weißing dafür gut aufgestellt, denn es gebe viele engagierte Menschen und funktionierende Netzwerke.



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