25. Januar 2021, 21:18 Uhr

Mit Fahrrad und Fußballleidenschaft

25. Januar 2021, 21:18 Uhr
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Von Jutta Schuett-Frank
Verena Reeh lädt dazu ein, am offenen Fenster mit der neuen Pfarrerin ins Gespräch zu kommen. FOTO: SF

Wer kommt da geschwind mit dem Rad um die Ecke? Es die neue Pfarrerin für Flensungen und Merlau, Verena Reeh. Sie wohnt in Merlau und hat im Anna-Weidig-Haus (Untergeschoss) ihr neues Pfarrbüro eingerichtet. So nimmt sie für die kurzen Wege das Fahrrad.

Verena Reeh stammt aus dem Odenwald. Der Vogelsberg ist ihr schon von Kindesbeinen an vertraut. Aufgewachsen ist die 1984 geborene Seelsorgerin in Rimhorn, einer 1000-Seelen-Gemeinde. Bereits in jungen Jahren war ihr Hobby das Fußballspielen und sie war in der Woche fast jeden Tag auf dem Fußballplatz. Mit ihrer Leidenschaft und ihrem fußballerischen Können schaffte sie es ab dem 12. Lebensjahr in die Hessenauswahl. In der Sportschule in Grünberg absolvierte sie die entsprechenden Trainingseinheiten und -aufenthalte.

Papa Siegmund hat die fußballbegeisterte Tochter von Rimhorn nach Grünberg gefahren und manchmal am Abend wieder zurück. Die aufstrebende Karriere wurde dann durch einen Kreuzband-riss abrupt beendet. Ihre neu gewonnene Freizeit investierte Vereine Reeh in die eigene Kirchengemeinde und sie war dort bereits mit 19 Jahren im Kirchenvorstand und mit 24 Jahren ehrenamtliche Prädikantin. Parallel dazu erlernte sie den Beruf der Bankkauffrau, den sie dann sieben Berufsjahre bekleidete.

Chorgesang als Hobby

Verena Reeh engagierte sich in verschiedenen kirchlichen Gremien und lernte auf einer Kirchensynode Pfarrer Andreas Lenz kennen. Er wiederum versieht als Treiser Pfarrer seinen Dienst. Im Laufe seines Amtes prägte er eine neue Seelsorger-Generation und auch Verena Reeh war begeistert.

Mit ihren Vorkenntnissen als ehrenamtliche Prädikantin stürzte sich die junge Frau ins Studium. Sie absolvierte ihr Theologiestudium in Marburg, Leipzig und Heidelberg.

Sie schlug dann wieder den Haken nach Oberhessen und zum Treiser Landpfarrer Andreas Lenz, bei dem sie das Vikariat absolvierte. »Er ist ein außergewöhnlicher Mensch und man spürt, dass das Pfarrersein nicht ein Beruf, sondern seine Berufung ist. Bei ihm habe ich viel Kreatives und Interessantes kennengelernt«, resümierte Verena Reeh und sie denkt oft an ihre Zeit in Treis zurück.

Ihre erste Pfarrstelle trat sie im Juni 2019 in Appenheim in Rheinhessen an und dort wurde die Seelsorgerin auch ordiniert. Verena Reeh suchte dann eine neue Herausforderung und hatte großes Glück, dass in ihrem geliebten Oberhessen in Merlau und Flensungen eine soeben vakant gewordene Stelle neu zu besetzen war. Pfarrerin Reeh ist gerne in Mücke, zumal sie auch den Mücker Faschingsumzug sehr gut kennt. Die fünfte Jahreszeit liegt ihr auch sehr am Herzen.

Im Moment ist es allerdings angesichts der anhaltende Corona-Pandemie schwer, Menschen kennenzulernen, oder auf sie zuzugehen. »Doch es ist an der Zeit, dass die Kirche auf die Menschen zugeht, deren Nöte und Ängste durch Gespräche aufnimmt und ihnen nah sein kann«, sagte Verena Reeh. Es sei an der Zeit, neue Wege zu gehen. »Neue Wege bieten auch immer eine neue Chance, Fantasie und ein Umdenken sind gefragt.« Die neue Pfarrerin ist auch eine gute Sängerin. Aktuell gehört sie dem Vocalchor des Dekanats Kirchberg an. Die Chor-proben finden derzeit online statt »und das ist schon ein wenig befremdlich, nur seine Stimme zu hören«, erzählt die Seelsorgerin.

Mit aufgeschlossen und freundlich lässt sich die neue Pfarrerin beschreiben. Sie liebt die Umgebung, die sie schon mit ihrem E-Bike erkundet hat.



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