07. Juli 2021, 21:44 Uhr

Metallkreuz für Elisabethen-Turm

07. Juli 2021, 21:44 Uhr
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Von Jutta Schuett-Frank
Schlichtes Metallkreuz für den Elisabethen-Turm in Ober-Ohmen: Pfarrer Markus Witznick mit Alexander Dudka, in dessen Firma das Kreuz hergestellt wurde. FOTO: SF

Mücke-Ober-Ohmen (sf). Der Elisabethen-Turm des Ober-Ohmener Gotteshauses ist mehr als historisch - und um diesem besonderen Turm auch eine adäquate Beleuchtung zu ermöglichen, spendete der Rotary Club Alsfeld mit seinem Präsidenten Prof. Dr. Hubertus Brunn kürzlich 500 Euro.

Dabei stellte Brunn fest, dass diesem Turm noch ein schlichtes Kreuz fehlte. Für den Auftrag wurde die Firma Metallbau Dudka aus Flensungen gewonnen. Dieser Tage nun wurde das 2,70 Meter hohe Metallkreuz an Ort und Stelle gebracht. Es sind zwei Teile, die ineinander stecken. Das Kreuz hat einen festen Standfuß. Es ist auch beweglich und kann bei Bedarf auch an anderer Stelle im Raum platziert werden.

Insgesamt wiegt es 50 Kilogramm und es ist aus schwarzem, matten Stahl hergestellt. Die Auszubildenden bei der Firma Metallbau Dudka haben das Kreuz gemeinsam mit dem Altmeister Berthold Dudka gebaut.

Pfarrer Markus Witznick dankte im Namen der Kirchengemeinde für das wunderschöne und schlichte Kreuz. Es bilde mit dem Turm eine Einheit. Dass nun das Kreuz auch noch gespendet wurde, freute Pfarrer Witznick besonders und er dankte Alexander Dudka für die großzügige Spende.

Steine aus der Spätromanik

Doch was macht diesen Elisabethen-Turm denn so besonders? Einen umfassenden Einblick gibt der Rotary Club. In diesem heißt es: Die Steine auf dem Boden stammen noch von den Erbauern aus der Spätromantik. Die Mauern des Turmes sind dick und wurden als Bruchsteinmauerwerk mit Basaltgestein vermutlich aus dem heimischen Vogelsberg ausgeführt. Beendet wurde der Bau in der Zeit der Frühgotik in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Der rund 40 Quadratmeter große Turm hat gotische Fensteröffnungen und wird von einem Kreuzrippengewölbe überspannt, welches einen Schlussstein mit der Darstellung des Lammes Gottes trägt.

Das flache Zeltdach erhielt der Bau wahrscheinlich im 18. Jahrhundert. Im Westen, in Richtung Kirche, gibt es einen runden Chorbogen, durch den man zur heutigen 1792 bis 1794 erbauten Kirche gelangen kann.

Kostbare Malereien

Die ursprüngliche Kirche wird erstmals 1224 erwähnt. Die alte Tür, durch die man den Turm betritt, stammt vermutlich noch aus dem Mittelalter. In der Wand, wo sich die Tür zum Turm befindet (Süden), wurde das ursprüngliche Spitzbogenfenster aus unbekannten Gründen vermauert und stattdessen eine neue, kleinere Fensteröffnung etwas entfernter zur Tür gebrochen. Es gibt kaum Veränderungen des Raumklimas, auch bei schwankenden Außentemperaturen, was wesentlich zur Erhaltung der Malereien beigetragen haben dürfte.

Die erste Ausmalung stammt aus der Bauzeit und ist noch weitgehend vorhanden. Es handelt sich um die oxidroten, ornamentalen und architekturgliedernden Wandmalereien wie Quadermalereien, Sterne und Lilien und insgesamt zwölf Weihekreuze und das nach oben zum Gewölbe hin abschließende rote Band.

Dieses Band ist mit einer schwungvoll ausgeführten Fugenmalerei ausgestattet. Auf diese ersten Malereien wurden vermutlich im 14. oder 15. Jahrhundert Heiligenfiguren aufgemalt.

Warum diese ohne erneute Grundierung auf die ursprünglichen Malereien aufgetragen wurden, ist nicht zu erklären. So liegt die rotbraune Unterzeichnung stellenweise direkt auf der Quadermalerei, den Weihekreuzen oder der Lilie über dem Eingangsbereich auf.

Aus dieser zweiten Malphase sind überwiegend nur noch die Unterzeichnungen der Figuren erhalten, die in einem roten Ocker sehr schwungvoll und sicher ausgeführt wurden.

Auf der Südwand ist zu erkennen, dass bereits bei der Unterzeichnung Korrekturen vorgenommen wurden. So wurde beispielsweise die Kopfstellung der dargestellten Figur nachträglich korrigiert. Von der aufbauenden Malerei (farbliche Ausmalung) sind nur noch wenige Fragmente erhalten geblieben.

Dennoch zeugen die erhaltenen Reste von einer vielfältigen Farbpalette und einer plastischen Ausgestaltung.



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