28. September 2021, 21:29 Uhr

Mehr Wohnungen als Bedarf

So sehen Wohnträume aus: gute Lage, mit Balkon oder Garten, möglichst niedrige Grundstückspreise oder eine niedrige Miete. Das sind die Eckpunkte einer Traumwohnung. Arbeitsplatznähe und gute Infrastruktur kommen dazu - also wie im Vogelsbergkreis. Beispiele gibt es in Homberg, Gemünden und Mücke. Dort wollen immer mehr Leute leben.
28. September 2021, 21:29 Uhr
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Aus der Redaktion
Neue Häuser im modernen Stil und mit Blick auf Amöneburg am Ortsrand von Nieder-Ofleiden. ARCHIVFOTO: JOL

Mit 52 071 Wohnungen ist der Wohnungsmarkt im Vogelsbergkreis ins CoronaJahr gegangen. Das ist ein Wohnungsplus gegenüber dem Vorjahr um 0,4 Prozent und damit ein neuer Rekordbestand. Das sagt die Wohnungsbestandsstatistik der Statistischen Landesämter. Was jedoch nichts darüber aussagt, ob die bestehenden Wohnungen zu mieten oder zu kaufen sind. Dafür lässt sich auf der Basis des Wohnungsbedarfsmodells des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) berechnen, dass das im Vogelsbergkreis Anfang des Jahres 2020 erreichte Verhältnis von Fertigstellungen und Bedarf bei immerhin 257,5 Prozent liegt: Der Bedarf ist also durch neue Wohnungen deutlich mehr als gedeckt. Insgesamt gab es im Vogelsbergkreis zum Stichtag 34 069 Gebäude mit Wohnungen (Vorjahr: 33 967).

Jährlich 80 neue Wohnungen nötig

Wissenschaftler haben bis 2020 vorausberechnet, wie viele Wohnungen gebaut werden müssen, um mit der Bevölkerungsentwicklung Schritt zu halten. Ergebnis für den Vogelsbergkreis: Es werden jährlich 80 Wohnungen benötigt. Durch das reale Baugeschehen bis zum Jahreswechsel 2020 erhöhte sich der hiesige Bestand aber tatsächlich um 206 Wohnungen oder 0,4 Prozent.

Und es werden immer mehr. Denn in den südwestlichen Kommunen des Vogelsbergkreises wird kontinuierlich Bauland ausgewiesen. In Homberg kann man in leichter Hanglage oberhalb von Nieder-Ofleiden mit Blick auf das Ohmtal bauen und auch die Infrastruktur stimmt. Vieles kann man in Homberg einkaufen, wo auch Schulen sind, weiteres in Stadtallendorf und Marburg. In den beiden letztgenannten Städten hat man, neben Nieder-Gemünden, auch Anschluss an das Schienennetz, die Autobahnen A 5 und A 480 sind auch nicht weit, ein Anschluss an die A 49 ist in Sicht.

Viele neue Bauplätze in Mücke

Ähnlich sieht es in Mücke aus, wo das letzte große Neubaugebiet Wallenbach zwischen Nieder-Ohmen und Merlau keine freien Plätze mehr aufweist. Und auf der anderen Seite der Großgemeinde, in Höckersdorf, hat in diesem Jahr gar eine Nachfrage auf viele Jahre unbeachtete Flächen eingesetzt. Dementsprechend stehen zum Erfüllen der Nachfrage neue Baugebiete in Flensungen, Groß-Eichen und Atzenhain an.

Auch wenn Gemünden deutlich kleiner ist als die vorgenannten Orte, hat es an zentraler Stelle in Nieder-Gemünden mit Schule, Kindergarten, Ärzten, Apotheke, Lebensmittelmarkt und Bahnhof die grundsätzlich nötige Infrastruktur, und folgerichtig zieht es auch Auswärtige aufs Land. Dementsprechend entwickelt die Gemeinde derzeit das Neubaugebiet von Burg-Gemünden weiter Richtung Mehrzweckhalle.

Bei der Frage, ob der Mensch lieber verdichtet oder auf Abstand wohnt, lässt sich die Antwort daraus ablesen, für was Bauherren ihr Geld ausgeben. Der größte Traum der Menschen ist und bleibt das eigene Haus für die Familie: 24 151 Einfamilienhäuser gibt es mittlerweile im Vogelsbergkreis. Aber nicht für jeden ist dieser Traum bezahlbar. Bleibt die Eigentumswohnung oder das Wohnen zur Miete in einem der 2493 Mehrfamilienhäuser (drei oder mehr Wohungen) als einkommensbasierte Alternative.



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