12. August 2021, 21:11 Uhr

Mehr Kontrollen gegen Raser

Anwohner fordern eine Entlastung in Elpenrod vom hohen Verkehrsaufkommen und haben Unterschriften gesammelt. Denn über 90 Prozent der Fahrer sind auf der Durchgangsstraße zu schnell unterwegs, hat eine Verkehrszählung ergeben. Die Gemeinde sagt eine Geschwindigkeitsmessanlage zu. Doch die Anwohner wollen mehr.
12. August 2021, 21:11 Uhr
legatis_jol
Von Joachim Legatis
Kritisieren die Verkehrsbelastung in Elpenrod: Silvia Ellner-Kuchenbäcker (li.) und Consuelo Peral Ruiz. FOTO: JOL

Der Straßenverkehr in der engen Ortsdurchfahrt und an der Einfallstraße nervt. So empfinden es viele Elpenröder und machen mobil. Sie fordern strengere Kontrollen in der Tempo-30-Zone, damit es ruhiger für Anwohner und sicherer auf den Gehwegen wird. Immerhin sagt Bürgermeister Lothar Bott zu, die schon bestellte Geschwindigkeitsmessanlage in dem Gemündener Ortsteil zu installieren, sobald sie eintrifft. Und der Kreis will noch eine Verkehrszählung durchführen.

Doch Anwohner fordern auch zusätzliche Radarkontrollen. »Seit zwei Jahren rollt hier immer mehr Verkehr durch den Ort«, sagt Silvia Ellner-Kuchenbäcker. Das beginne schon um 6 Uhr früh. Darunter sind viele Baustellen-Lkw, ergänzt Consuelo Peral Ruiz, eine Nachbarin an der Ortsdurchfahrt.

Mit Nicola Bayer und Olaf Hoppe haben sie deshalb in Elpenrod Unterschriften gesammelt, um bei den zuständigen Stellen Druck für Gegenmaßnahmen zu erzeugen.

Beim Sammeln der Unterschriften haben sie erfahren, dass der Straßenverkehr vielen Ortsbewohnern gegen den Strich geht. Und das nicht nur an der Ortsdurchfahrt. Da gibt es Menschen, die am Ortseingang aus Richtung Ermenrod wohnen und Angst haben, mit dem Wagen rückwärts aus der Einfahrt zu stoßen.

Sie befürchten einen Unfall. Zu viele Autofahrer kommen mit zu hohem Tempo in den Ort gerauscht, um dann schnell zu bremsen. Auch Eltern von Schulkindern haben Sorge, dass der Nachwuchs auf dem Weg zur Bushaltestelle unter die Räder kommt. Denn in der Ortsdurchfahrt ist der Gehweg auf dem selben Niveau wie die Fahrbahn und viele Autofahrer sind auch im Fußgängerbereich unterwegs. Das ist besonders in den unübersichtlichen Kurven gefährlich, wie Ellner-Kuchenbäcker erläutert.

Wenn Stau auf der A 5 ist, wird es besonders schlimm. Viele Autofahrer suchen dann den kürzesten Weg von der Autobahnabfahrt Homberg/Mücke nach Alsfeld. Das Navigationsgerät lotst sie dann über Nieder-Ohmen und Elpenrod zur Bundesstraße 49. »An Freitagen ist das ganz heftig«, so Ellner-Kuchenbäcker.

Mit den Unterschriften vieler Elpenröder haben die vier Aktiven der Interessengemeinschaft bei Hessen Mobil, dem Landkreis und der Gemeinde auf Verbesserungen gepocht. »Der Landrat weist auf eine Verkehrszählung hin, die ergeben hat, dass täglich fast 1000 Fahrzeuge durch Elpenrod fahren«, fasst Peral Ruiz eine Antwort zusammen. »Das ist viel für einen so kleinen Ort.« Dabei wurde auch festgestellt, dass sich die weitaus meisten Lkw- und Pkw-Lenker nicht an die Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 Stundenkilometern halten. Viele sind mit über 50 Stundenkilometern unterwegs. Bei den Pkw waren 95 Prozent zu schnell, bei den Lkw noch 82 Prozent.

Messtafel kommt

Peral Ruiz befürchtet, dass die Autobahn nach dem Bau der A 49 noch häufiger dicht ist. »Dann haben wir noch mehr Belastung im Ort.«

Entlastung soll eine Geschwindigkeitsmessanlage bringen, deren Anschaffung bereits in der Gemeindevertretung beschlossen wurde. Bürgermeister Lothar Bott hofft, dass das elektronische Messgerät im September eintrifft. Dann soll es in Elpenrod installiert werden. Das Gerät erfasst die Geschwindigkeit der Fahrzeuge und zeigt auf einem großen Display das Tempo an, Bußgelder werden bei Übertretung nicht verhängt. »Wir hoffen, dass dies die Verkehrsteilnehmer zum langsameren Fahren bewegt«, sagt Bott.

Es sei leider ein generelles Problem, dass Autofahrer zu schnell in den Orten unterwegs sind. Elpenrod sei da kein Ausnahmefall.



0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos