03. Juni 2021, 19:05 Uhr

Laien gestalten Kirche

03. Juni 2021, 19:05 Uhr
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Aus der Redaktion
Viele Gemeindeglieder wählen auch in diesen Zeiten klassisch an der Urne. FOTO: PM

Vogelsbergkreis (pm). Sie sind schon vor einigen Tagen in vielen Haushalten im Vogelsberg eingetroffen: Die Wahlbenachrichtigungen zur Wahl der Kirchenvorstände der evangelischen Kirchengemeinden des Dekanats Vogelsberg. Zu wählen sind 514 Personen, 625 kandidieren. In diesem Jahr nutzen 49 der 80 Gemeinden im Dekanat die Möglichkeit der Briefwahl, natürlich um Kontakte zu vermeiden und den Gemeindegliedern dennoch ein leicht zu nutzendes Wahlangebot zu machen.

Vier Gemeinden setzten aus diesem Grund auf die Online-Wahl (mit der Möglichkeit, am Wahltag in Präsenz zu wählen), und 27 haben sich für die klassische Wahl im Wahllokal am Sonntag, dem 13. Juni, entschieden - natürlich mit der Möglichkeit, im Vorfeld Briefwahl zu beantragen. Spätestens an diesem Tag nämlich wählen alle Kirchengemeinden in der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) ihre Vertreterinnen und Vertreter.

Im Dekanat Vogelsberg repräsentiert Präses Sylvia Bräuning das Modell aus Ehrenamt und Hauptamt auf der Leitungsebene. Im Berufsleben Bankkauffrau, leitet sie als ehrenamtliche Vorsitzende den DSV. Sie ist Kirchenvorstandsmitglied in ihrer Kirchengemeinde in Nieder-Ofleiden und skizziert die Bedeutung ehrenamtlicher Mitwirkung bei der Gestaltung von kirchlichem Leben vor Ort.

»Für mich ist die christliche Gemeinschaft eine wichtige Grundlage für mein Glaubensverständnis. Wir benötigen vor Ort die gegenseitige Unterstützung in praktischem Tun und guten Entscheidungen für die ganze Gemeinde mit einem stets offenen Ohr.« Ihr Stellvertreter ist Martin Reibeling. Auch er ist in seiner Kirchengemeinde Billertshausen Mitglied im Kirchenvorstand. Seit einem halben Jahr vertritt er das Dekanat als Synodaler auch auf der Landeskirchenebene. Als Grund für sein Engagement nennt er die Bedeutung der Tatsache, dass »unsere Evangelische Kirche unbedingt eine Kirche von unten ist. Sich also Menschen an der Basis engagieren müssen, um nach dem Vorbild von Martin Luther die Kirche zu gestalten, wenn nötig auch zu verändern. Gerade im Hinblick auf die gesellschaftlichen Veränderungen und die Anforderung an unsere Gemeinden mit Blick auf die Reduzierung von hauptamtlichen Pfarrpersonen und zunehmenden Einschränkungen der zur Verfügung stehenden Mittel ist es sinnvoll und notwendig, wenn Menschen aus den Gemeinden heraus mitreden und mitmachen.«

Kirche im Umbruch

»Wir freuen uns sehr, dass es uns fast in jeder Gemeinde unseres Dekanats gelungen ist, Kandidatinnen und Kandidaten für die Wahlen zum Kirchenvorstand zu finden«, führt Bräuning aus. Aus eigener Erfahrung weiß sie, dass die Arbeit des Kirchenvorstands längst nicht nur gestaltend ist, sondern fordernd und oft auch anstrengend, gerade in Zeiten, in denen eine Kirchengemeinde im Umbruch ist oder in denen jede Menge Arbeit ansteht, sei es durch einen Wechsel auf der Pfarrstelle, durch große Renovierungen oder durch Kooperationsplanungen, wie sie in Zukunft vermehrt zu erwarten sind, weil die Kirchenleitung aufgrund schwindender Mitgliederzahlen den Zusammenschluss in regionale Kooperationsräume forciert.



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