15. März 2021, 00:06 Uhr

Koalition verliert an Zuspruch

Die Regierungskoalition schwächelt, Grüne und AfD legen zu. Die Trendergebnisse der Kreistagswahl lassen darauf schließen, dass die schwarz-rote Koalition im Vogelsberger Parlament fortgeführt wird.
15. März 2021, 00:06 Uhr
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Von Joachim Legatis
Die Wahl unter Corona-Bedingungen war diesmal besonders. In Groß-Eichen gibt es Sichtschutzwände mit Durchblick. FOTO: SF

Es sind »nur« die Trendergebnisse, aber sie deuten auf eine Fortsetzung der »GroKo« im Kreishaus hin, trotz Verlusten bei CDU und SPD. Am Sonntag wurden für die Wahl zum Kreistag nur die Listenkreuze ausgezählt, es kann sich noch etwas ändern. Grüne und AfD legen stark zu.

Die CDU verliert rund zwei Prozentpunkte, die SPD rund sechs Punkte von knapp 32 auf 26 Prozent. Damit hätten CDU und SPD zusammen 35 statt 41 Mandaten. Zur Erinnerung: Der Kreistag hat 61 Mitglieder. Ein Gewinner der Wahl ist zweifelsfrei die AfD, die von bislang 5,8 Prozent auf über zehn Prozent zulegt. Auch die Grünen legen zu, von 7,7 auf über zehn Prozent. Freie Wähler und Linke stagnieren, während die FDP nun über der Fünf-Prozent-Schwelle rangiert. Die Klimaliste kommt über einen Achtungserfolg von etwas über 0,5 Prozent nicht hinaus.

Daraus würde sich diese vorläufige Sitzverteilung ergeben: CDU mit 20 und SPD mit 15 Mandaten hätten eine Mehrheit (Minimum 31) für die Fortführung der Koalition. Freie Wähler, Grüne und AfD hätten je sieben Sitze, die FDP drei und Die Linke zwei. Allerdings waren zu Redaktionsschluss noch nicht alle Bezirke ausgezählt.

Landrat Manfred Görig (SPD) und 1. Beigeordneter Jens Mischak (CDU) sind die hauptamtlichen Spitzen des Kreises. Ein großes Thema ist weiterhin in der Kreispolitik der Gesundheitsbereich mit Coronamaßnahmen, Neubau des Kreiskrankenhauses und der Suche nach Ärzten. Die Trendergebnisse aus den einzelnen Großgemeinden ergeben folgendes Bild: In Antrifttal fährt die CDU erwartungsgemäß mit über 51 Prozent ihr bestes Ergebnis ein, gefolgt, von Schlitz mit 46,25 Prozent und Kirtorf mit über 44 Prozent. Das schwächste Ergebnis wird mit 17 Prozent aus Grebenau gemeldet.

Ergebnisse in den Gemeinden

Der seitherige Koalitionspartner der CDU auf Kreisebene SPD ist sehr stark in Lautertal mit 36 Prozent, 28 Prozent kommen in Wartenberg, Romrod und Grebenhain zusammen, Schotten liegt knapp drunten. Die Grünen sind in Lauterbach und Wartenberg mit über 14 Prozent sehr stark, über elf Prozent haben sich in Herbstein und Homberg sowie in Mücke und Schotten eingestellt. Mit über zehn Prozent ist auch Alsfeld eine »Hochburg«.

Die AfD ist fast durchgängig zweistellig, in Grebenhain wurde sie sogar von fast 17 Prozent gewählt. Hohe Ergebnisse gibt es ferner in Gemünden mit fast 16 Prozent, in Lauterbach mit über 15 Prozent und in Freiensteinau mit knapp 15 Prozent.

Ein zweistelliges Ergebnis gab es für die FDP nur in Feldatal, immerhin acht Prozent erhielten sie noch in Ulrichstein und sieben Prozent in Lauterbach. Die Linke liegt in vier Kommunen über fünf Prozent, das sind Alsfeld, Lauterbach und Schwalmtal sowie Ulrichstein.

In drei Großgemeinden sind die Freien Wähler die stärkste Kraft für den Kreistag, es gibt in Freiensteinau 36 Prozent, in Grebenau rund 35 Prozent sowie 24 Prozent in Mücke. Neu angetreten ist die Klimaliste als achter Bewerber für die Sitze im Kreistag. Über einen Prozentpunkt kommen sie in Homberg, Kirtorf und Gemünden.



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