09. Oktober 2012, 17:43 Uhr

In 40 Jahren eine »gute Infrastruktur geschaffen«

Kirtorf (jol). Er ist oberster Bürger der Großgemeinde seit vier Jahrzehnten: Manfred Schaaf sprach am Montagabend in der Sitzung der Stadtverordneten über 40 Jahre Großgemeinde Kirtorf, den Einsatz für eine gute Infrastruktur und eine zukunftsfähige Kommune.
09. Oktober 2012, 17:43 Uhr
Ehrung für 40 und 35 Jahre Einsatz in der Stadtpolitik, von links: Bürgermeuister Ulrich Künz, Erwin Hainbächer, Norbert Völzing, Helmut Strempel, Manfred Schaaf, 1. Beigeordneter Harald Bartel. (Foto: jol)

Konsequenterweise wurde er kurz darauf für sein langes Engagement geehrt, zusammen mit Kommunalpolitikern, die seit 35 Jahren ehrenamtlichen Einsatz für das Gemeinwesen leisten. In der Sitzung brachte Bürgermeister Ulrich Künz noch den Nachtragshaushalt ein. Darin sind vor allem weitere 176000 Euro für den Kindergartenanbau erfasst.

Zum Haushalt führte Bürgermeister Künz bei der Zusammenkunft im Rathaus aus, dass einige Investitionen diesen Nachtrag nötig machen. So sind die Abschlussarbeiten am Kindergarten eingeflossen, dabei trägt die Kirche erfreulicherweise 40000 Euro. Gestrichen wurde das städtebauliche Entwicklungskonzept Kirtorf für 25000 Euro, etwa teurer wird das Planungskonzept für ein Mehrgenerationenhaus Ober-Gleen. In Ober-Gleen sollen für 49 000 Euro die sanitären Anlagen am Dorfplatz erneuert werden, bisher waren da 10 000 Euro eingeplant. Der Bereich Grillhütte Lehrbach wird für 11 700 Euro statt bislang geplanter 2500 Euro umgebaut. Und für die Laufbahn auf dem Sportplatz in Kirtorf sollen 17600 statt 10000 Euro aufgewendet werden. Das Zahlenwerk wird im Ausschuss beraten.

Geehrt wurden neben Stadtverordnetenvorsteher Manfred Schaf (40 Jahre in Stadtverordnetenversammlung) noch für 35 Jahre kommunalpolitisches Engagement: Erwin Hainbächer (Stadtverordnetenversammlung, Magistrat und Ortsbeirat Gleimenhain), Norbert Völzing (Ortsbeirat Wahlen, seit 2001 Ortsvorsteher) und Helmut Strempel (Ortsbeirat Kirtorf). Sie erhielten Anerkennungsurkunden.

Einstimmig beschlossen wurde eine Vereinbarung zwischen der Stadt und dem Land zum »Berechtigungsholz« für Bürger aus Gleimenhain. Grundlage ist ein Vergleich aus dem Jahre 1846, der nun noch einmal verlängert wird. Wie Ortsvorsteher Gerhard Immel betonte, wurde das Thema in einer Bürgerversammlung diskutiert und mit dem Ergebnis »können alle zufrieden sein«. Dadurch erhalten Gleimenhainer Feuerholz für 39,50 Euro pro Raummeter, bzw. als Langholz à 20 Euro/rm. Unstrittig auch die Zustimmung zum Bebauungsplan »Am Hohlgarten« in Heimertshausen. Dort entstehen drei bis vier Baugrundstücke, auf einem will ein Ortsbewohner einen Kleinbetrieb für Frästechnik schaffen. Heinrich Raab (SPD/Unabhängige) und Dieter Wössner (CDU/FW) freuten sich über die Existenzgründung aus dem Ort.

Beschlossen wurde noch, dass in Straßen mit einem einseitigen Gehweg künftig auch gegenüberliegende Anwohner an der Reinigung und am Schneeräumen beteiligt werden. Die Kehr- und Räumpflicht wechselt jährlich. Für den erkrankten Schiedsmann Albert Naumann wurde Karl-Heinrich Laudon als Nachfolger gewählt, Stellvertreter ist Ernst Bauer.

Nicht Jammern sondern Zupacken, unter diesen Slogan stellte Manfred Schaaf seine Ansprache zu 40 Jahren Großgemeinde: Damit meinte er die Kolleginnen und Kollegen in der Stadtverordnetenversammlung ebenso wie in den Ortsbeiräten. Über 40 Jahre hinweg hätten sie das Geschick der Großgemeinde in die Hände genommen und sich für eine gute Infrastruktur eingesetzt. Man habe gute Straßen gebaut und eine durchdachte Sozialpolitik betrieben, um die Großgemeinde zukunftsfähig zu machen. Über 1000 Jahre zurück gehe die Geschichte der Gemarkungen, die seit 1972 zu einer Gemeinde zusammen geschlossen ist. Den ersten Schritt machten zum 31. Dezember 1971 die Orte Kirtorf, Wahlen, Gleimenhain, Ober-Gleen und Lehrbach. Ihnen schlossen sich im Laufe des Jahres 1972 Arnshain und Heimertshausen an. Erster Bürgermeister wurde Ferdinand Korell, der Stadtverordnetenversammlung stand über Jahrzehnte Rudolf Scholl vor. Für Kontinuität sorgte auch Ulrich Künz, der seit März 1977 Bürgermeister der Großgemeinde ist.

Geschaffen wurde eine vernünftige Verwaltungsstruktur als Grundlage für eine gute Strukturpolitik. Über die Jahrzehnte hinweg »haben wir uns bemüht, das Optimale zu erreichen«. Man müsse Bürger ernst nehmen. Heute sei eine Finanzreform zu Gunsten des ländlichen Raums notwendig. Schaaf appellierte an die Bürger, sich einzubringen und mit anzupacken.



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