Kirtorf

Heino Becker zu Stadtfeuerwehrwart gewählt

Kirtorf (ia). Führungswechsel bei der Kirtorfer Feuerwehr: Heino Becker wurde in der Hauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Kirtorf einstimmig für fünf Jahre zum neuen Stadtbrandinspektor gewählt und erhielt aus den Händen von Bürgermeister Ulrich Künz die Ernennungsurkunde zum Ehrenbeamten.
25. April 2010, 19:30 Uhr
Nachfolger von Dieter Ruppert: Stadtbrandinspektor Heino Becker.	(Fotos: ia)
Nachfolger von Dieter Ruppert: Stadtbrandinspektor Heino Becker. (Fotos: ia)

Kirtorf (ia). Führungswechsel bei der Kirtorfer Feuerwehr: Heino Becker wurde in der Hauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Kirtorf einstimmig für fünf Jahre zum neuen Stadtbrandinspektor gewählt und erhielt aus den Händen von Bürgermeister Ulrich Künz die Ernennungsurkunde zum Ehrenbeamten. Becker löst den auf eigenen Wunsch ausgeschiedenen Stadtbrandinspektor Dieter Ruppert (Ober-Gleen) ab. Wie Wahlleiter Künz am Samstagabend mitteilte, habe ihm Ruppert mitgeteilt, für das Amt nicht mehr zur Verfügung zu stehen. An der Versammlung in der Gleentalhalle nahmen viele Feuerwehraktive und auch externe Teilnehmer der vorausgegangenen Großübung teil.

Künz: Ruppert sei seit 1978 Wehrführer gewesen, anschließend 17 Jahre lang Stellvertretender Stadtbrandinspektor und dann 10 Jahr lang Stadtbrandinspektor, insgesamt also 32 Jahre in verantwortungsvoller Position im Bereich des Feuerwehrwesens in der Großgemeinde. Gründe für Rupperts Verzicht seien zum einen die lange und gehobene Dienstzeit, aber auch berufliche Veränderung, die ihm nicht mehr die notwendige Zeit für dieses Amt gewähre.

Ruppert erklärte sich jedoch bereit, für das Amt des stellvertretenden Stadtbrandinspektors zu kandidieren. Die Versammlung stimmte, wie auch bei der Wahl Beckers, in offener Wahl ab. Auch das Votum für Ruppert als Stellvertreter Beckers erfolgte einstimmig.

Bürgermeister Künz überreichte zunächst dem »Radio- und Fernsehtechniker Heino Becker« die Ernennungsurkunde zum Stadtbrandinspektor der Stadt Kirtorf unter Berufung in das Beamtenverhältnis als Ehrenbeamter für die Dauer der Wahlzeit. Auch Dieter Ruppert erhielt aus den Händen des Bürgermeisters eine Ernennungsurkunde. Für je 40 Jahre aktive Dienstzeit zeichnete Kreisbrandinspektor Werner Rinke vier Kirtorf Kameraden mit dem Brandschutzehrenzeichen am Bande in Gold aus: Klaus Grein, Norbert Gleiser, Reinhard Faust und Gerhard Dietz. In der Hauptversammlung der GFeuerwehren wurde außerdem die Beförderung von Marco Schneider zum Brandmeister ausgesprochen.

In einem Grußwort hob der Bürgermeister die Bedeutung des Feuerwehrwesens in der Stadt und auch allgemein hervor. Die Feuerwehr sei unverzichtbarer Bestandteil unseres Rettungswesens: »Mit Ihren Einsätzen leisten Sie Großes«. Die Feuerwehr verfüge über Menschen, die in der Sorge und Hilfe für andere Menschen - »das wertvollste Kapital im Haushalt der Menschheit« - Verantwortung übernähmen. Solche Menschen brauche man. Die Arbeit der Freiwilligen Feuerwehr genieße daher in seiner Stadt hohen Stellenwert. Auch in den nächsten Jahren werde die Stadt Kirtorf, wie bislang immer praktiziert, die berechtigten Forderungen der Feuerwehr, soweit möglich, befriedigen. Mit der Vielzahl und Qualität ihrer Einsätzen habe die Wehr eine eindrucksvolle Bilanz aufzuweisen.

Künz würdigte dankend die engagierte Arbeit des ausscheidenden Stadtbrandinspektors, der 1978 seine »feuerwehrpolitische Karriere« zeitgleich mit der Smtszeit des Bürgermeisters begonnen habe. Er habe immer auf Dieter Rupperts Rat zurückgreifen können, so Künz weiter. Unter Hinweis auf den im Haushalt der Stadt eingestellten »Zuschuss für Kameradschaftszwecke« überreichte der Bürgermeister einen Scheck der Stadt Kirtorf.

Dieter Ruppert dankte vor seinem Jahresbericht unter viel Beifall den Frauen der beiden Rettungshundestaffeln - von Hessen Ost und von Marburg-Biedenkopf - für ihre Teilnahme an der Großübung im Kirtorfer Stadtwald. Die Teilnehmerinnen verließen die Versammlung vorzeitig, da sie noch einen weiteren Termin hatten.

Der Stadtbrandinspektor bilanzierte das abgelaufenen Jahr mit statistischen Angaben. So verfügten die Feuerwehren der Stadt Kirtorf derzeit über sieben Wehren mit 203 Feuerwehrleuten, davon 50 Frauen. Im letzten Jahr sei ein Zugang von 15 Personen zu verzeichnen, das sei »ganz enorm«. Es seien 45 Einsätze erfolgt, davon 12 Brandeinsätze, 30 technische Hilfeleistungen und zwei Fehlalarme.

Die Zahl der von Feuerwehrleuten geleisteten Einsatzstunden bezifferte der Stadtbrandinspektor auf 526 Stunden. Umgerechnet auf Arbeitszeit mit einer 40-Stunden-Woche bedeute dies in der Summe »rund drei Monate Arbeit«. Ruppert ging noch näher auf die schwierigen Einsätze ein, so bei einem schweren Verkehrsunfall bei Heimertshausen mit Personenrettung und bei einem Wohnhausbrand in Kirtorf, wobei zum Glück die Bewohnerin mit leichten Brandverletzungen das Haus noch habe verlassen können. Ruppert - er hatte zuvor auch ausdrücklich der Stadt Kirtorf für Unterstützung gedankt - schloss seinen Bericht mit Dank vor allem an die Wehrführer, die stellvertretenden Wehrführer und die Jugendfeuerwehrwarte für ihre Tätigkeit zum Schutz der Bürger.

Im Bericht des Stadtjugendfeuerwehrwarts wies Udo Brosig darauf hin, dass die Mitgliederzahl gesunken sei, die Werbung bei den Jugendlichen ab 10 Jahren gestalte sich schwierig. Derzeit betrage die Mitgliederzahl 54 Jugendliche, 23 Mädchen und 31 Jungen, ein Minus von 8 Mitgliedern, verglichen mit dem Vorjahresstand. Brosig gab auch noch weitere Zahlen für die Kirtorfer Jugendfeuerwehren bekannt: 698 Stunden feuerwehrtechnische Ausbildung und 298 Stunden allgemeine Jugendarbeit.

Zusätzlich seien von den Betreuern der Jugendfeuerwehren noch 309 Stunden zur Vor- und Nachbereitung von unter anderem Übungsstunden und Sitzungen aufgewendet worden. Beim Kreisentscheid der Jugendfeuerwehren habe Arnshain den 10. Platz erreicht.

Den Bericht für die Alters- und Ehrenabteilung erstattete Ehrenstadtbrandinspektor Manfred Cloos (Arnshain). Grußworte von Kreisbandinspektor Werner Rinke und Stadtbrandinspektor Uli Weber aus Stadtallendorf rundeten die Tagesordnung der Jahreshauptversammlung ab. Rudi Geißler vom DRK Kirtorf lobte die gute Zusammenarbeitet: »Die Übung war hervorragend ausgearbeitet«.

Horst Köhler, Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Kirtorf-Mitte, analysierte im Nachgang noch die erfolgreich verlaufene Großübung im Kirtorfer Stadtwald. Die umfangreiche Übung, bei der Stadtbrandinspektor Dieter Ruppert und dessen Stellvertreter Heino Becker in die Übungsplanung »nicht mit einbezogen« gewesen seien, sei von ihm sowie Stellvertreter Andreas Liewald geplant und organisiert worden. Absprache erfolgt sei auch mit Kirtorfs Revierförster Karlheinz Zulauf.

Artikel: https://www.giessener-allgemeine.de/regional/vogelsbergkreis/kirtorf/art582,45454

© Giessener Allgemeine Zeitung 2016. Alle Rechte vorbehalten. Wiederverwertung nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung