17. Juli 2009, 17:56 Uhr

Wald trotz Schadensereignissen stabiler

Kirtorf (pm). Bei einer Waldbegehung mit den Gremien der Stadt, Bürgermeister Ulrich Künz, Vertretern des Hessischen Forstamtes Romrod, Produktionsleiter Hartmut Kreie und Revierförster Karl-Heinz Zulauf wurde die Situation des Stadtwaldes erörtert.
17. Juli 2009, 17:56 Uhr
Bei der Besichtigung im Kirtorfer Stadtwald. (Foto: pm)

Kirtorf (pm). Bei einer Waldbegehung mit den Gremien der Stadt, Bürgermeister Ulrich Künz, Vertretern des Hessischen Forstamtes Romrod, Produktionsleiter Hartmut Kreie und Revierförster Karl-Heinz Zulauf wurde die Situation des Stadtwaldes erörtert. Nach den starken Sturmereignissen der vergangenen Jahre wie »Kyrill« und »Emma« sowie Hagelstürmen und Windhosen sind nochmals große Schäden durch Borkenkäferfraß hinzugekommen. Besonders stark ist die Fichte betroffen, so dass in drei Jahren die geplante zehnjährige Hiebmenge erreicht wurde.

Dies führte zu sehr positiven Wirtschaftsergebnissen, allerdings werden die Einnahmen in der Zukunft fehlen, so dass eine Waldrücklage sinnvoll erscheine. Durch das Überangebot von Nadelholz und die allgemeine Wirtschaftslage sind Holzabsatz und Preis gesunken. Zudem entstehen hohe Kosten durch das Aufforsten der Schadflächen. So wurden im Stadtwald in den vergangenen zwei Jahren über 12 Hektar Neukulturen durch eigene Forstwirte gepflanzt. Die geschädigte Fichtenfläche ist nun mit ökologisch stabilem Mischwald begründet.

Durch das Pflanzen von Baumarten wie Ahorn, Esche, Erle Kirsche, Buche und Douglasie wird das Schadrisiko für die nächsten Waldgenerationen auch im Hinblick auf die Klimaerwärmung verringert. Aber Neukulturgründungen werden durch Rüsselkäfer und Mäusefraß sowie Wildverbiss teilweise stark erschwert.

Deshalb werden auf einzelnen Flächen Schutzmaßnahmen (Zaun, Einzelschutz) getroffen. Auch sind die Jagdpächter gefordert, den Rehwildbestand auf Schadflächen zu reduzieren. Ein weiterer Exkursionspunkt war ein 160-jähriger Buchen-Altbestand mit Beimischung von Eiche, Kiefer, Lärche und Fichte. Hier wurde eindrucksvoll deutlich, wie naturnah, stabil und ertragreich ein Wald sein kann. Ökologie und Ökonomie sind hier bestens bei guter fachgerechter Bewirtschaftung vereinbar.

Im Anschluss an den Waldbegehung stellte Bürgermeister Künz fest, dass die Bewirtschaftung des Stadtwaldes unter ökonomischen Gesichtspunkten dank des hervorragenden Engagement des Revierförsters in den vergangenen Jahren glänzend gelungen sei.

Die positiven Wirtschaftsergebnisse würden jedoch aufgrund der Vorgaben der Forsteinrichtungsplanzahlen in der Zukunft nicht mehr erzielt, so dass sich die Stadtverordnetenversammlung darauf einstellen müsse, für die Bewirtschaftung des Stadtwaldes Gelder zur Verfügung zu stellen. Der Vorsitzende des Fachausschusses für Forsten und Landwirtschaft, Karlheinz Mest, teilte die Meinung bezüglich der Bewertung von Revierförster Zulauf, dass zukünftig das Bepflanzen des Waldes mit verschiedenen Baumarten das Schadensrisiko für die nächsten Waldgenerationen auch im Hinblick auf die Klimaerwärmung minimieren werde. Mest kündigte des weiteren an, dass er sich dafür einsetzen werde, dass in kürzeren Zeitabständen die Gremien der Stadt über die Entwicklungen im Stadtwald durch derartige Begehungen informiert werden möchten.



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