Vogelsbergkreis

Jubilar hochleben lassen

Jüngst war die Mehrzweckhalle wieder einmal voller Leben und Musik. Der Männergesangverein (MGV) Bobenhausen feierte den 100. Geburtstag mit einem Festnachmittag. Der Posaunenchor Unterer Vogelsberg unter der Leitung von Devin Dörr eröffnete den geselligen Nachmittag mit einem flotten Marsch und der Chor bereicherte den Nachmittag an vielen Stellen.
20. Oktober 2021, 22:12 Uhr
Jutta Schuett-Frank
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Urkunden überreicht: Bürgermeister Edwin Schneider mit Otto Peter, Albert Seim vom MGV (v. l.). FOTO: SF

Jüngst war die Mehrzweckhalle wieder einmal voller Leben und Musik. Der Männergesangverein (MGV) Bobenhausen feierte den 100. Geburtstag mit einem Festnachmittag. Der Posaunenchor Unterer Vogelsberg unter der Leitung von Devin Dörr eröffnete den geselligen Nachmittag mit einem flotten Marsch und der Chor bereicherte den Nachmittag an vielen Stellen.

Vorsitzender Albert Seim begrüßte die Besucher mit einem Gedicht von Ursula Fassbach, »Sonnenschein und Feierstunde«. Normalerweise feiert man so einen 100. Geburtstag mit vielen Chören, doch den Umständen geschuldet war es ein Geburtstag »im engsten Familienkreis«.

Mit dem »Sängergruß« und »Heimat« stimmte der Geburtstagschor auf den Kommers ein und Pfarrer Dr. Detlef Metz hielt eine Andacht in der deutlich wurde, »dass Singen öffnet und befreit«.

Urkunde vom Minsterium

OLSB-Vorsitzender Hans-Georg Teubner-Damster sprach davon, dass der Gesang einen Bezug zur Seele hat. Mit Gesang mache man Menschen glücklicher. Auch freute er sich, dass wieder mit den Singstunden gestartet wird. Er überreichte auch die Urkunde des deutschen Chorverbandes und einen Gutschein für einen Chorsatz. Zum Festakt gehört auch der Rückblick. Die letzten 100 Jahre hatte der Schriftführer Dieter Kraft aufgearbeitet. Bedingt durch eine Erkältung konnte er nicht selbst vortragen und so übernahm Jutta Schütt-Frank das.

»Endlich wieder gemeinsamen Singen und Feiern, das ist ein gutes Zeichen«, so eröffnete Kurt Wiegel seine Rede. Der MGV Bobenhausen sei fest im Dorfleben verankert und belebe das kulturelle Erbe. Für die musikalische Arbeit überreichte Wiegel eine Urkunde vom hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst.

Bürgermeister Edwin Schneider sagte, der Chor habe den Menschen schon so manche schöne Stunde bereitet. »Ohne ihre Auftritte zu den verschiedensten Anlässen in unserer Stadt wären so manche Veranstaltungen ein ganzes Stück ärmer«. Er übermittelte auch Grüße des Gewerbe- und Verkehrsvereins. Den Höhepunkt der musikalischen Laufbahn beim MGV stelle zweifellos die Verleihung der Zelter-Plakette vor zwei Monaten dar.

Auch der Männergesangverein Bobenhausen habe seit Jahren darunter zu leiden, dass der Nachwuchs ausbleibt. »Es wäre sehr schade, wenn der MGV nach dem heutigen Festakt nicht mehr lange existieren würde«, so Schneider.

Guten Gesang zu präsentieren, das klappe nur, weil alle Mitglieder regelmäßig proben und ihre Stimme schulen. »Durch die Bank bringen Ihre Mitglieder viel Idealismus, Zeit und Kraft für ihren Chor auf, angefangen vom Dirigenten, Otto Peter, der wie seine sieben Vorgänger über viel Musikverstand, Motivationsfähigkeit und Engagement verfügt, bis zum jüngsten der heute 20 Sänger«.

Ein Sonderlob gelte deshalb Otto Peter, der bereits seit sagenhaften 58 Jahren den Gesangverein als Chorleiter führt. »Mir ist kein Chorleiter bekannt, der so lange bei ein und demselben Verein diese verantwortliche Tätigkeit ausübt. Selbst Gotthilf Fischer hat das mit seinen Fischerchören nicht geschafft«, sagte Bürgermeister Schneider. Er überreichte dem Verein eine Spende der Stadt über 150 Euro und vom Gewerbe- und Verkehrsverein 50 Euro.

Dank an Dieter Kraft

Ortsvorsteher Karl Rudi hatte in der Chronik des Vereins gestöbert und hat festgestellt, dass früher auch jüdische Männer aktive Sänger waren. Er kündigte an, dass auch in Bobenhausen Stolpersteine verlegt werden. Weiterhin sprach er den Sängern Mut zu, neue Wege zu gehen in Sachen Sängergewinnung. Vertreter vom SV Bobenhausen und der Feuerwehr gratulierten, zollten Lob und Anerkennung. Der MGV gestalte das Dorfleben mit. Herzliche Grüße überbrachte Rosi Biedenkapp vom Gesangverein Groß-Eichen. Einige der Männer hatten den Jubiläumschor an den Festtagen unterstützt.

Man dankte auch dem Vorsitzenden Albert Seim, der 85 Jahre alt ist und seit elf Jahren die Geschicke des MGV leitet.

Ein großer Dank des Vereins ging an Dieter Kraft, der fast im Alleingang das Fest zum 100-Jährigen organisierte. Der Jubelchor MGV Bobenhausen erfreute dann noch mit »Heimatlied« und setzte als Zugabe den »Hoch- und Deutschmeister-Marsch« drauf und es wurde mitgesungen, mitgeklatscht und sie ernteten nicht enden wollenden Applaus.

Bevor der Vorsitzende Albert Seim sein Schlusswort sprach, spielte noch einmal der Posaunenchor auf und endete mit dem »irischen Segenslied«. Es wurde nach dem offiziellen Festakt noch lange gefeiert.

Artikel: https://www.giessener-allgemeine.de/regional/vogelsbergkreis/jubilar-hochleben-lassen;art74,758811

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