07. Oktober 2021, 21:51 Uhr

»Intensiver als auf einer Messe«

07. Oktober 2021, 21:51 Uhr
LKL
Bei der Firma Hürner dreht sich alles um das Schweißen von Kunststoffen. FOTO: LKL

Vor dem Eingang zur Ohmtalschule stand am Mittwoch ein Rettungswagen, um den sich ein Pulk aus Schülern gebildet hatte. Doch einen Notfall hatte es nicht gegeben, nicht einmal eine Sportverletzung. Stattdessen berichtete ein Vertreter des Rettungsdienstes Mittelhessen vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) den versammelten Schülern, wie eine Ausbildung zum Rettungssanitäter oder zum Notfallsanitäter abläuft und wie seine tägliche Arbeit beim DRK aussieht.

Zehn Unternehmen beteiligen sich

Anlass war der zwölfte »Bewerbertag« an der Ohmtalschule. Nachdem dieser im vergangenen Jahr der Corona-Pandemie zum Opfer gefallen war, konnte er in diesem Jahr wieder stattfinden - wenn auch in etwas kleinerem Rahmen. So hatten sich zwei Jahre zuvor 16 regionale Firmen an der Aktion beteiligt, die bei einem Runden Tisch mit Vertretern der Schule und der örtlichen Betriebe ins Leben gerufen worden war. Dieses Mal waren es hingegen nur zehn.

Neben dem DRK waren die Mitteldeutsche Hartstein-Industrie Mitte, die Schottener Sozialen Dienste, das Homberger Unternehmen Kamax, Hürner Luft- und Umwelttechnik aus Mücke, die Marburger Tapetenfabrik, die Seipp & Kehl GmbH aus Gemünden, die Stadtverwaltung Homberg, die dortige Kindertagesstätte Hochstraße, die Agentur für Arbeit sowie das Homberger Unternehmen Geibel & Hotz vertreten.

Auszubildende klären Schüler auf

Damit konnten sich die Schüler über immerhin 27 unterschiedliche Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten informieren - und das laut Schulleiter Carsten Röhrscheid »wesentlich intensiver als auf einer Ausbildungsmesse«. Das Konzept hinter dem Bewerbertag: die Schüler suchen sich im Vorfeld drei Unternehmen aus und bekommen dann einen Ablaufplan, wann sie zu welcher »Station« gehen. Und statt Frontalvorträgen, die zu Hemmungen beim Stellen von Fragen führen, sollen praktische Einblicke ermöglicht werden. Die teilnehmenden Betriebe schicken dazu auch gezielt Auszubildende an die Schulen, um einen Austausch auf Augenhöhe zu ermöglichen. Zudem können die Schüler Zeugnisse und Bewerbungsmappen mitbringen, damit die Vertreter der Unternehmen einen Blick darauf werfen. Bisweilen habe deren Wort dann doch mehr Gewicht als das der Lehrer, die zuvor dasselbe erzählt hätten, sagt Petra Ebert, die die Veranstaltung als Leiterin des Fachbereiches Arbeitslehre und Praktikumsbeauftragte organisiert hat.

Bei den Schülern komme der Bewerbertag gut an, sagt die Organisatorin. Die Resoanz sei stets sehr positiv und bisweilen würden beim Bewerbertag bereits entscheidende Kontakte geknüft.

Als Beispiel nennt Ebert einen Fall, bei dem ein Schüler der Firma so imponiert habe, dass diese ihn aufgefordert habe, sich schnellstmöglich zu bewerben - und nun gar überlege, statt, wie geplant, einen Auszubildenden, gleich zwei einzustellen. »Wenn der Tag zu so etwas führt, profitieren davon ja alle Seiten«, sagt Ebert.



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