Vogelsbergkreis

In der Pandemie steigen die Preise

Die Corona-Pandemie hat dem Immobilienmarkt bisher wenig anhaben können. Eher im Gegenteil. Preise für Häuser oder Wohnungen steigen vielerorts weiter. Der Vogelsbergkreis profitiert ebenfalls von diesem Trend. Denn anders als vor Jahren vermutet zieht es wieder mehr Menschen aufs Land.
23. August 2021, 21:48 Uhr
Redaktion
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Das Baugebiet am Ortberg in Höckersdorf. Der Vogelsbergkreis gewinnt für Menschen, die eine Immobilie kaufen oder bauen möchten, immer mehr an Bedeutung. Es sind noch Angebote verfügbar, die mittlerweile immer höhere Preise erzielen. FOTO: PM

Der Immobilienmarktbericht der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses für Immobilienwerte ist erschienen. Er gibt einen umfangreichen Überblick über das Geschehen auf dem Immobilienmarkt in der Region Vogelsbergkreis. Zu unbebauten und bebauten Grundstücken sowie zu Wohnungs- und Teileigentum finden sich dort zahlreiche Auswertungen und Darstellungen. Dabei zeigt sich: Auch in Zeiten der Corona-Pandemie setzt sich der Aufwärtstrend mit einer nach wie vor hohen Nachfrage nach Immobilien fort.

Das führe laut Geschäftsstelle besonders in den stadtnahen Kommunen dazu, dass die Preise weiter steigen. Im Landkreis Fulda deute die gesunkene Anzahl der Verkäufe auf ein fehlendes Angebot hin. Dies führt bei einer gleichzeitigen Nachfrage auf hohem Niveau zu weiter deutlich steigenden Preisen im Nahbereich des Oberzentrums Fulda. Der deutlich gesunkenen Anzahl an verkauften Bauplätzen im Landkreis Fulda mit einem Minus von 24 Prozent steht ein weniger starker Rückgang des Geld- und Flächenumsatzes von minus 9 Prozent beziehungsweise minus 11 Prozent gegenüber.

»Der Vogelsbergkreis gewinnt immer mehr an Bedeutung. Hier sind noch Angebote verfügbar, die mittlerweile immer höhere Preise erzielen«, erklärt der stellvertretende Vorsitzende des Gutachterausschusses für Immobilienwerte, Wolfgang Keil. So zeigen die Auswertungen, dass die Nachfrage nach den Wohnbauflächen (Bauplätzen) und die damit verbundene Anzahl an Verkäufen im Vogelsbergkreis deutlich gestiegen ist und jetzt das Niveau des Landkreises Fulda erreicht hat.

Gleichzeitig zeigt die Marktentwicklung hier einen Preisanstieg von 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im Vogelsbergkreis zeigt sich in diesem Teilmarkt der Preisanstieg deutlich, das heißt, die gestiegene Anzahl von Verkäufen (plus 38 Prozent) geht mit einem sehr stark gestiegenen Geldumsatz (plus 72 Prozent) und einem Flächenplus von 21 Prozent einher.

Der Bericht enthält außerdem die nach dem Baugesetzbuch, dem Bewertungsgesetz und der Immobilienwertermittlungs-Verordnung vorgesehenen wertrelevanten Daten und Vergleichsfaktoren, die insbesondere für Wertermittlerinnen und -ermittler wichtige Daten enthalten.

Ebenso ist eine Mietwertübersicht erhalten; sie zeigt das Mietwertniveau in den beiden Regionen. Diese Übersicht basiert auf dem gebührenpflichtigen Mietwertkalkulator Mika, anhand dessen Wohnraummieten ermittelt werden können. Der Mietwert-Kalkulator »MIKA-Hessen« bietet auch die Möglichkeit, Einzelauskünfte über das Internet abzufragen (gds.hessen.de). Die Mieten haben sich im Vogelsbergkreis nur geringfügig verändert. Im Durchschnitt müssen pro Quadratmeter rund fünf Euro an Kaltmiete gezahlt werden.

Auf Wunsch kann man mit dem Immobilien-Preis-Kalkulator auch das mittlere Preisniveau für verschiedene Immobilientypen ermitteln (www.gds.hessen.de)

Der Immobilienmarktbericht 2021 kann über die Geschäftsstelle des Gutachterausschusses gegen eine Gebühr von 50 Euro (digital) bzw. 60 Euro (Druckausgabe) bezogen werden (per E-Mail an gs-gaa-afb-fd@hvbg.hessen.de). Als Berichtsjahr wurde das Jahr 2020, ergänzt durch Daten weiterer Jahre, betrachtet. Für die Stadt Fulda ist ein separater Immobilienmarktbericht erschienen.

Artikel: https://www.giessener-allgemeine.de/regional/vogelsbergkreis/in-der-pandemie-steigen-die-preise;art74,749142

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